Basiliskos

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Dieser Artikel behandelt den oströmischen Kaiser Basiliskos; zum Unterkaiser unter Zenon im Jahr 477 siehe Basiliskos der Jüngere.
Basiliskos als Kaiser.

Basiliskos (griechisch Βασιλίσκος, lat. Flavius Basiliscus; † 476) war als Usurpator oströmischer Kaiser in den Jahren 475 und 476.

Basiliskos war der Bruder der Kaiserin Verina und damit der Schwager des oströmischen Kaisers Leo I., der von 457 bis 474 regierte. Er war Konsul des Jahres 465 und Kommandeur bei dem fehlgeschlagenen Feldzug gegen den Vandalenkönig Geiserich 468. In späteren Quellen wird Basiliskos in diesem Zusammenhang wahlweise Verrat oder Versagen vorgeworfen.

Die Antipathie gegen den neuen Kaiser Zenon, dessen Legitimität umstritten war, führte Ende 475 zu einer Verschwörung im Palast, von der Zenon jedoch erfuhr. Er zog es vor, am 9. Januar 475 aus der Stadt zu flüchten. Einen Tag später erhob man Basiliskos zum Kaiser, der mit Billigung des oströmischen Senats den Thron bestieg. Basiliskos wurde vom Westkaiser (wohl Romulus Augustulus, der selbst ein Usurpator war, und nicht von Julius Nepos) anerkannt und krönte seine Frau Zenonis zur Kaiserin, seinen Sohn Marcus erhob er zum Caesar. Als Zenon jedoch aus Isaurien zurückkehrte und Konstantinopel belagerte, führte die zuvor herrschende Misswirtschaft des Basilikos und die unter anderem aus dessen Religionspolitik resultierende Unzufriedenheit mit ihm dazu, dass er bald von seinen Truppen im Stich gelassen wurde. Basiliskos wurde unter maßgeblicher Beteiligung der Generäle Illus und Armatus gestürzt, man öffnete Zenon die Tore, und dieser bestieg im Juli oder August 476 wieder den Thron.

Einige spätantike Quellen berichten, dass Basiliskos in den Schutzbereich einer Kirche floh, sich und seine Familie dann aber Zenon unter dem feierlichen Versprechen auslieferte, dass kein Blut vergossen würde. Zenon, heißt es, hielt sein Versprechen auf seine Weise: Er kerkerte seine Gefangenen in eine trockene Zisterne ein, wo sie starben. Ob diese Geschichte stimmt, ist ungewiss; sicher ist nur, dass Basiliskos den Tod fand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Basiliskos – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien