Basilius-Anaphora

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Die Basilius-Anaphora ist ein altkirchliches Eucharistisches Hochgebet, das in verschiedenen Rezensionen und diversen Sprachen überliefert wurde und in mehreren Ostkirchen in gottesdienstlichem Gebrauch ist oder war. Ob und wieweit Basilius der Große als Autor angesehen werden kann, ist umstritten.

Im Byzantinischen Ritus war die Basilius-Anaphora bis um 1000 das Haupt- und ist jetzt das Fest-Hochgebet. Im Koptischen Ritus ist sie die Normal-Anaphora geworden und wird nur gelegentlich gegen andere Formulare ausgetauscht. Der Armenische Ritus benannte und benutzte sie zunächst als Gebet Gregors des Erleuchters und übernahm sie später unter ihrem eigenen Namen von den Byzantinern ein zweites Mal. Auch der westsyrischen und äthiopischen Liturgie ist die Basilius-Anaphora nicht unbekannt. So kann man sie als ein wahrhaft ökumenisch gewordenes Hochgebet bezeichnen.

Der Versuch nach dem 2. Vatikanum, eine lateinische Bearbeitung der Basilius-Anaphora in das Missale Romanum aufzunehmen, wurde auf Grund von Einwänden des Kardinals Ottaviani vertagt und bislang noch nicht verwirklicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hieronymus Engberding: Das eucharistische Hochgebet der Basileiosliturgie. Textgeschichtliche Untersuchungen und kritische Ausgabe; Münster i. W.: Aschendorff, 1931.
  • Achim Budde: Die ägyptische Basilios-Anaphora. Text − Kommentar − Geschichte; Münster i W.: Aschendorff, 2004; ISBN 3-402-07506-7.
  • Gabriele Winkler: Die Basilius-Anaphora. Edition der beiden armenischen Redaktionen und der relevanten Fragmente, Übersetzung …; Rom: Pontificio Istituto Orientale, 2005; ISBN 88-7210-348-7.
  • Stefano Parenti: La 'vittoria' nella Chiesa di Costantinopoli della Liturgia di Crisostomo sulla Liturgia di Basilio. In: Acts of the International Congress Comparative Liturgy Fifty Years after Anton Baumstark (Orientalia Christiana Analecta 265). PIO, Roma 2001, 907-928.