Bassettklarinette

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Die Bassettklarinette ist eine Klarinette, die zunächst der B-Klarinette entspricht. Sie ist aber etwa 18 cm länger, da sich ihr Tonumfang in der Tiefe um 4 halbe Töne - Dis D Cis C - nach unten erweitert. Diese Töne werden mit dem rechten Daumen gegriffen und erzeugen einen speziellen tiefen Klang, der an den Klang des Bassetthorns erinnert. Die Erweiterung des Tonumfangs verhalf diesem Klarinettentyp zu seinem Namen. Trotz der Namensähnlichkeit ist sie von der Bassklarinette, die 1838 vom Saxophon-Erfinder Adolphe Sax entwickelt wurde, und vom Bassetthorn in F zu unterscheiden.

Die Bassettklarinette wurde 1788 von dem Wiener Hofinstrumentenmacher Theodor Lotz erfunden und von dem Klarinettenvirtuosen Anton Stadler - einem Freund Mozarts - weiter verbessert.

Gespielt von Anton Stadler, wurde sie von ihm erstmals bei der Uraufführung von Mozarts Klarinettenquintett KV 581 am 22. Dezember 1789 in Wien und danach auch 1791 in Prag bei Mozarts Klarinettenkonzert KV 622 verwendet.

Bassett-Klarinetten gab es in A, in B und auch in C. Nachbauten historischer Instrumente um 1800 werden heute noch gefertigt. In A- und B-Stimmung werden Bassett-Klarinetten heute als modern konzipierte Instrumente von einigen Klarinettenbauern angeboten. Seltener wird dieses Instrument im Jazz verwendet. So spielt der deutsche Jazzklarinettist Theo Jörgensmann auf einer B-Bassettklarinette von Harald Hüyng.

Lotz’ Erfindung gehört in die Reihe typischer experimenteller Instrumentenschöpfungen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]

  • Graß, Thomas / Demus, Dietrich: Von Vincent Springer zu Jiri Kratochvil. Mitteilungen zu Anton Stadlers Inventions-Clarinetten und seinem Bassetthorn. In „rohrblatt“ 1/2006, S. 12–18 (Musikverlag Müller&Gössl, Frechen)
  • Grass, Thomas / Demus, Dietrich: "Die Bassettklarinette", S.83-86, in: "Das Bassetthorn",Sachbuch, 2.Auf. 2004, BOD, ISBN 3-8311-4411-7