Bastian Schweinsteiger

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Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger (Juli 2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 1. August 1984
Geburtsort KolbermoorDeutschland
Größe 183 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1987–1992
1992–1998
1998–2002
FV Oberaudorf
TSV 1860 Rosenheim
FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2002–2004
2002–
FC Bayern München Amateure
FC Bayern München
34 0(2)
318 (39)
Nationalmannschaft2
2000
2001–2002
2002–2003
2004
2004–
Deutschland U-16
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
1 0(0)
11 0(2)
7 0(2)
7 0(2)
101 (23)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 12. April 2014
2 Stand: 5. März 2014

Bastian Schweinsteiger (* 1. August 1984 in Kolbermoor) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit 2002 beim Bundesligisten FC Bayern München unter Vertrag steht und seit 2004 für die A-Nationalmannschaft aktiv ist. Er ist beidfüßig und wurde bis einschließlich 2009 im rechten bzw. linken Mittelfeld eingesetzt, seitdem überwiegend im zentralen defensiven Mittelfeld. Bastian Schweinsteiger gilt spätestens seit seiner Nominierung in das Fifa-Allstar-Team 2010 als einer der besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Der Sohn eines selbstständigen Unternehmers, der ein Sportgeschäft in Oberaudorf führt und früher selbst als Fußballspieler in Österreich aktiv war,[1] wuchs mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Tobias auf, der ebenfalls Fußballprofi ist und aktuell (2013) beim FC Bayern München II unter Vertrag steht. Bastian Schweinsteiger besuchte die staatliche Dientzenhofer Realschule in Brannenburg (Landkreis Rosenheim), die er mit der Mittleren Reife verließ. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Bürokaufmann, ehe er sich gänzlich seiner Profikarriere als Fußballspieler widmete.[2]

Karriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Bereits im Alter von drei Jahren begann Schweinsteiger das Fußballspielen beim FV Oberaudorf. Über den TSV 1860 Rosenheim, für den er von 1992 bis 1998 spielte, gelangte Schweinsteiger 1998 mit 14 Jahren in die Jugendabteilung des FC Bayern München, in der er bis zum 18. Lebensjahr aktiv war und 2001 die B- und 2002 die A-Jugendmeisterschaft gewann. 2001/02 gehörte er der Regionalliga-Mannschaft an, für die er am 2. März 2002 (23. Spieltag) - in der 89. Minute für Barbaros Barut eingewechselt - beim 0:0-Auswärtsunentschieden bei der SpVgg Ansbach sein Debüt gab und bis 2004 34 Spiele (zwei Tore) bestritt.

FC Bayern München[Bearbeiten]

2002 stieß er zum Profi-Kader und spielte - in der 76. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt - am 13. November 2002 im Vorrundenspiel der Champions League beim 3:3-Unentschieden gegen den RC Lens erstmals in diesem und hinterließ dabei einen guten Eindruck. Im darauffolgenden Monat erhielt er einen Profivertrag und kam am 7. Dezember 2002 (16. Spieltag) zu seinem Bundesligadebüt in einem mit 3:0 gewonnenen Spiel beim VfB Stuttgart, als er in der 83. Minute für Niko Kovač eingewechselt wurde. Seine ersten beiden Pflichtspieltore erzielte er am 4. Februar 2003 im Viertelfinale des DFB-Pokals beim 8:0-Heimsieg über den 1. FC Köln.

Schweinsteiger 2013 während eines Trainingslagers in Doha

Am 27. April 2008 (30. Spieltag) trug Schweinsteiger beim 4:1-Heimsieg über den VfB Stuttgart in Abwesenheit von Oliver Kahn und Lúcio und nach der Auswechslung von Willy Sagnol erstmals die Kapitänsbinde in einem Spiel für die erste Mannschaft des FC Bayern München. Nachdem Schweinsteiger zunächst sowohl im linken als auch im rechten Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, setzte der gerade neu angetretene Bayern Trainer Louis van Gaal in der Saison 2009/10 Schweinsteiger erstmals im zentralen defensiven Mittelfeld ein. Seitdem ist er auf dieser Position gesetzt und spielte hier zunächst an der Seite des damaligen Bayern-Kapitäns Mark van Bommel.

In der Saison 2010/11 wurde Schweinsteiger immer häufiger zum Spielgestalter des FC Bayern München. So zeichnete er sich durch wichtige Tore aus. Schweinsteiger erzielte im Pokalspiel gegen Werder Bremen (2:1) zwei Tore, wodurch die Münchner das DFB-Pokal-Achtelfinale erreichten. Nach dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 11. Dezember 2010 verkündete er per Stadionmikrofon, dass er seinen Vertrag beim deutschen Rekordmeister um weitere fünf Jahre bis 2016 verlängert habe.[3] Nachdem sein Mannschaftskollege Philipp Lahm Anfang 2011 Kapitän wurde, wurde Schweinsteiger zu dessen Stellvertreter und wird oft als Vizekapitän bezeichnet.

Im Champions-League-Vorrundenspiel gegen den SSC Neapel im November 2011 erlitt Schweinsteiger einen Schlüsselbeinbruch, durch den er für den Rest des Jahres 2011 kein Spiel mehr bestreiten konnte. Anfang Februar 2012 verletzte er sich im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfB Stuttgart erneut und fiel mehrere Wochen aus.[4] Nach seiner Rückkehr verwandelte er am 25. April 2012 im Elfmeterschießen des Champions-League-Halbfinalrückspiels gegen Real Madrid den entscheidenden Elfmeter, wodurch der FC Bayern in das im eigenen Münchner Stadion stattfindende Finale gegen den FC Chelsea einzog. Hier verschoss er jedoch im Elfmeterschießen einen Elfmeter. Manuel Neuer konnte anschließend nicht halten, wodurch der FC Bayern im Elfmeterschießen verlor.

Am 29. September 2012 bestritt Schweinsteiger in Bremen sein 400. Pflichtspiel für den FC Bayern.[5]

Am 28. Spieltag der Saison 2012/13 gewann er mit Bayern mit einem 1:0 Sieg bei Eintracht Frankfurt die früheste Deutsche Meisterschaft aller Zeiten. Schweinsteiger erzielte das entscheidende Tor per Hacke.

Am 25. Mai 2013 gewann Schweinsteiger mit dem FC Bayern München im Londoner Wembley-Stadion die UEFA Champions League mit 2:1 gegen Borussia Dortmund.[6] Mit dem Sieg des DFB-Pokal-Finales am 1. Juni holte Schweinsteiger erstmals mit dem FC Bayern als deutscher Fußballverein das große europäische Triple im Herren-Fußball. Infolge dieser Titel und auch durch eine persönlich starke Saison wurde Schweinsteiger im Juli 2013 mit 2,5 Prozent von 3700 möglichen Stimmen[7] zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt.[8]

Am 9. August bestritt Bastian Schweinsteiger beim ersten Spieltag der Saison 2013/14 gegen Borussia Mönchengladbach sein 300. Spiel in der Bundesliga. Am 30. August 2013 gewann er mit dem FC Bayern den UEFA Super Cup gegen Chelsea, bei dem er allerdings aufgrund einer Verletzung nicht zum Einsatz kam.

Schweinsteiger wurde vor der Saison 2013/14 am Sprunggelenk operiert.[9] Aufgrund chronischer Schmerzen musste er am 13. November 2013 erneut operiert werden. Am 12. Februar 2014 gab Schweinsteiger im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Hamburger SV sein Comeback, als er in der 65. Minute für Philipp Lahm eingewechselt wurde. Am 15. Februar 2014 folgte gegen den SC Freiburg sein Bundesliga-Comeback, als er in der 61. Minute eingewechselt wurde.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Bastian Schweinsteiger bei der EM 2012

Am 31. Juli 2001 bestritt Schweinsteiger sein erstes Länderspiel: Mit der U-18-Nationalmannschaft, in der 46. Minute für Madejski eingewechselt, gelang in Leinfelden ein 5:0-Sieg über die Auswahl von Trinidad/Tobago. In elf Einsätzen erzielte er zwei Tore: Am 11. und 12. September 2001 beim Turnier in Nymburk bei den 3:0-Siegen über die Auswahl Polens und der Slowakei. Dem Alter der U-18 entwachsen kam er am 29. August 2002 in Weismain bei der 1:2-Niederlage der U-19-Nationalmannschaft gegen die Auswahl Österreichs erstmals zum Einsatz. In den sieben Einsätzen traf er zweimal: Am 7. Oktober 2002 in Fulda beim 4:1-Sieg über die Auswahl Israels und am 19. Mai 2003 in Plauen beim 2:2-Unentschieden gegen die Auswahl Belgiens. Für die U-21-Nationalmannschaft debütierte er am 17. Februar 2004 in Bielefeld und war zugleich der 1:0-Siegtorschütze über die Auswahl der Schweiz.

Sein erstes A-Länderspiel bestritt Schweinsteiger am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern bei der 0:2-Niederlage gegen Ungarn. In einem Testländerspiel am 8. Juni 2005 in Mönchengladbach gegen Russland erzielte er beim 2:2 auch seine ersten beiden Treffer. Mit der A-Nationalmannschaft nahm er bisher an der Europameisterschaft 2004 in Portugal, der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz sowie an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika und der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine teil.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erzielte Schweinsteiger im Spiel um Platz drei gegen Portugal zwei Tore (Endstand 3:1) und war Vorbereiter des dritten deutschen Tores (ein Eigentor des Portugiesen Petit) und wurde nach diesem Spiel als Man of the Match ausgezeichnet.

Bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz gehörte Schweinsteiger zu Beginn des Turniers nicht zur Startelf. Im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien bekam er auf Grund einer Tätlichkeit die Rote Karte und fehlte im letzten Spiel der Gruppenphase. Im Viertelfinale stand er das erste Mal in der Startformation und war wie schon 2006 an allen Treffern gegen die Mannschaft Portugals beteiligt. Dabei erzielte Schweinsteiger selbst ein Tor und bereitete die Treffer von Miroslav Klose und Michael Ballack vor. Wie schon zwei Jahre zuvor wurde er im Spiel gegen die Portugiesen zum Mann des Spiels gewählt.

Im ersten Spiel nach der EM am 20. August 2008 übernahm Schweinsteiger erstmals (für den ausgewechselten Miroslav Klose) die Kapitänsbinde. Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen, bei der er der stellvertretende Kapitän hinter Philipp Lahm war. Bei dieser WM zeigte Schweinsteiger sehr gute Leistungen und erreichte mit seiner Mannschaft wie schon 2006 den dritten Platz. Er wurde ins All-Star-Team gewählt und als einer von zehn Spielern für den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers nominiert, ging bei der Wahl jedoch leer aus. Beim 4:0-Erfolg im Viertelfinalspiel gegen Argentinien glänzte er mit zwei Vorlagen und wurde zum Man of the Match gewählt. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine schied Schweinsteiger mit seiner Mannschaft im Halbfinale gegen Italien aus.

Zurzeit belegt Schweinsteiger den neunten Platz in der Rangliste der Deutschen Nationalspieler mit den meisten Einsätzen.

Spielweise[Bearbeiten]

Bastian Schweinsteiger gilt als guter Techniker, der das Spiel gerne vor sich hat und es von hinten heraus dirigiert. Er verfügt über einen gezielten, harten Schuss, ist zweikampfstark und besitzt eine gute Passquote. Als zentraler Mittelfeldspieler wechselt er im 4-2-3-1-System seiner jeweiligen Mannschaft im Laufe des Spiels mit dem zweiten defensiven Mittelfeldspieler häufiger die Position. Er nimmt hierbei die Rolle vom defensiveren sogenannten Sechser zum offensiveren Achter, der eine Mischung zwischen einem zentraloffensiven und zentralen Mittelfeldspieler darstellt, ein. Durch solche Vorstöße gelang es Schweinsteiger schon häufiger, Tore zu erzielen.

Spielstatistik[Bearbeiten]

Die Tabelle nennt die Anzahl aller Spiele (S) und Tore (T) je Wettbewerb und Saison. Spiele in der UEFA Champions League und im UEFA-Pokal beinhalten auch die zugehörigen Qualifikationsspiele.

Bundesliga Regionalliga
Süd
Champions League,
UEFA-Pokal
DFB-Pokal DFL-Ligapokal,
DFL-Supercup
National-
mannschaft
Gesamt
Saison Verein S T S T S T S T S T S T S T
2001/02 FC Bayern München Amateure 4 0 4 0
2002/03 23 2 1 0 24 2
2003/04 4 0 4 0
2004/05 3 0 1 0 4 0
2002/03 FC Bayern München 14 0 1 0 1 2 16 2
2003/04 26 4 3 0 3 0 1 0 4 0 37 4
2004/05 26 3 7 1 5 0 14 4 52 8
2005/06 30 3 7 0 4 0 1 0 15 3 57 6
2006/07 27 4 8 2 3 0 2 0 10 6 50 12
2007/08 30 1 12 0 4 0 2 1 13 2 61 4
2008/09 31 5 9 2 4 2 11 3 55 12
2009/10 33 2 12 0 4 1 11 3 60 6
2010/11 32 4 7 2 5 2 1 0 9 0 54 8
2011/12 22 3 11 1 3 1 8 2 44 7
2012/13 26 7 8 2 3 0 3 0 40 9
Summe 297 36 34 2 85 10 41 8 7 1 98 23 562 80

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Zu Beginn seiner Karriere wurde Schweinsteiger häufig fälschlicherweise Sebastian Schweinsteiger genannt. Doch auf Anfrage eines Reporters erklärte er, dass er mit Vornamen Bastian heiße.[11] Als Spitzname etablierte sich schnell der Name Schweini, den Schweinsteiger selbst mittlerweile jedoch ablehnt.

Er begeistert sich für Basketball, besucht regelmäßig die Spiele der Basketballabteilung des FC Bayern München und ist Ehrenmitglied der „Bigreds“, eines Fanclubs der Bayern-Basketballer. Seine Verbundenheit zu dieser Sportart zeigt er des Öfteren nach Toren, indem er beim Jubel einen Sprungwurf auf den Korb imitiert.[12]

Schweinsteiger ist seit 2007 mit dem Model Sarah Brandner liiert. Sie leben zusammen in München.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bastian Schweinsteiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolff, Julien: Nationalspieler: Bastian Schweinsteiger, Liebling der älteren Mädchen bei welt.de, 28. Mai 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  2. Bastian Schweinsteiger. In: Internationales Sportarchiv 21/2012 vom 22. Mai 2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  3. Vertrag bis 2016: Schweinsteiger bleibt an der Isar. In: kicker online. Olympia-Verlag GmbH, 11. Dezember 2010, abgerufen am 19. Januar 2011.
  4. http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-hofft-auf-schweinsteiger-zurueck-im-maschinenraum-1.1341024
  5. 400 Mal Schweinsteiger
  6. http://www.fcbayern.telekom.de/de/aktuell/spielbericht/2013/42709.php
  7. http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/tid-32616/kicker-raeumt-fehler-bei-der-abstimmung-ein-schweinsteiger-ist-fussballer-des-jahres-nur-aus-zufall_aid_1057021.html
  8. Bastian Schweinsteiger ist Fußballer des Jahres
  9. Schweinsteiger am Sprunggelenk operiert
  10. Tor des Monats April 2013
  11. Als »Schweini« noch »Sebastian« hieß bei 11freunde.de, 13. November 2012 (abgerufen am 11. April 2013).
  12. Bayerns Fußballstar Schweinsteiger - Er sollte Basketball spielen, abgerufen am 18. September 2013
Vorgänger Amt Nachfolger

Marco Reus
Deutschlands Fußballer des Jahres
2013