Batá-Trommel
Batá-Trommel ist eine zweifellige Sanduhrtrommel in der Kultmusik der Yoruba in Nigeria und Benin, die auch in der afroamerikanischen Santería-Religion in der Karibik verwendet wird.
Sie sind an beiden Seiten fellbespannt. Besonders bekannt sind die Batá-Trommeln der Lucumí, den Nachfahren der Yoruba auf Kuba. Sie erklingen vorwiegend zu feierlichen Zeremonien zu Ehren afrikanischer Gottheiten und sind erst seit kurzer Zeit auch außerhalb des religiösen Kontextes auf Aufnahmen zu hören, zum Beispiel von Musikgruppen wie Irakere und Síntesis.
Dabei kommen in Kuba immer drei unterschiedlich große und von beiden Seiten bespielbare Trommeln zum Einsatz. „iyá“ (Mutter), die größte und tiefste Trommel wird vom erfahrensten Trommler geschlagen. „itólele“ ist die mittlere und „okonkolo“, die kleinste Trommel, die die höchste Tonlage erzeugt. Sie liegen den Spielern waagerecht auf dem Schoß und werden mit den Händen bespielt.
Die Batá-Trommeln sind sehr eng mit dem Santería-Glauben und der Mythologie der Yoruba verbunden. Nach den Lucumí sind diese Trommeln lebendig und „sprechen“ zu ihren Hörern in Klängen. Sie glauben, die Trommeln seien Gefäße des göttlichen Geheimnisses („añá“).
Um den für religiöse Zeremonien vorgesehenen Instrumenten schon bei der Herstellung und Verarbeitung "spirituellen Odem einzuflößen", werden spezielle Verfahren angewandt. So dürfen beispielsweise weder Feuer noch Wärme an das Holz kommen, um es zu biegen. Die „Weihe“ der Instrumente ist ein an den Gott Changó gerichtetes Ritual mit exakt vorgegebenen Regeln. Ungeweihte Personen dürfen die geweihten Trommeln nicht berühren.
Literatur [Bearbeiten]
- Marcos Branda-Lacerda: Kultische Trommelmusik der Yoruba in der Volksrepublik Benin. Bata-Şango und Bata-Egungun in den Städten Pobè und Sakété. (Josef Kuckertz (Hrsg.): Beiträge zur Ethnomusikologie, Band 19) Verlag der Musikalienhandlung Karl Dieter Wagner, Hamburg, 1988