Bataclan

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Das Bataclan um 1900

Das Bataclan (ursprünglich Ba-ta-Clan) ist ein Pariser Vergnügungsetablissement und Konzertsaal im XI. Arrondissement mit ehemals auffällig orientalisierender Architektur. Es wurde 1864–65 durch den Architekten Charles Duval errichtet. Sein Name verweist auf die gleichnamige Operette von Jacques Offenbach (Ba-ta-clan).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Bataclan 2006

Das Bataclan begann als Café-concert im Stil der Chinoiserie. Cafe und Theater befanden sich im Erdgeschoss und ein Tanzsaal im Obergeschoss. Das Dekor umfasste nach zeitgenössischen Berichten unter anderem geflügelte Drachen, Laternen, Fahnen, der Vorhang war als riesiger Fächer gestaltet. Zwei Kaskaden, eine blau, eine gelb, sollten die beiden großen Flüsse Chinas symbolisieren.

Im Bataclan wurden die Vaudeville-Komödien von Scribe, Bayard, Mélesville, und Dumersan aufgeführt, aber auch Konzerte gegeben.

Das Etablissement öffnete seine Pforten am 3. Februar 1865 unter der Leitung von André-Martin Paris und wurde 1892 vom Sänger Paulus übernommen. Nach wechselhaften Schicksalen um die Jahrhundertwende kam es um 1910 wieder in Mode – dank einer aufwändigen Renovierung und einem Revueprogramm, das vor allem José de Bérys gestaltete. Im Bataclan traten Aristide Bruant und Buffalo Bill auf, Maurice Chevalier feierte hier seine ersten Erfolge. Eine Südamerikatournee der Bataclan-Truppe wurde allerdings zum finanziellen Desaster.

1926 wurde das Gebäude verkauft und zum Kino umgebaut, ab 1932 war es Tonfilmkino. 1933 wurde das Bataclan durch einen Brand schwer beschädigt (Dies betraf vor allem einen Teil der Balkons). Teilweise Zerstörung bewirkte auch der Umbau von 1950 aus Gründen der Anpassung an neue Sicherheitsbestimmungen. 1969 wurde das Kino geschlossen, und ab 1983 wurde das Etablissement unter André Engel wieder zur „Salle de spectacle“.

Heute finden im Bataclan auch Rock- und Pop-Konzerte statt, sowie andere musikalische und theatralische „Events“. Am 29. Januar 1972 fand hier der erste gemeinsame Bühnenauftritt von Lou Reed, John Cale und Nico nach der Auflösung von The Velvet Underground statt. Der Mitschnitt war jahrzehntelang nur unter der Hand als Bootleg erhältlich, bis schließlich 2004 eine offizielle CD („Le Bataclan '72“) veröffentlicht wurde.[1]

Die Saalkapazität beträgt bei Konzerten 1498 Plätze. Die Fassade des Gebäudes wurde bei der letzten Renovierung 2005 in den originalen Farben gestaltet, auf das charakteristische Pagodendach aber wurde verzichtet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lou Reed/John Cale/Nico – Le Bataclan ‘72

Literatur[Bearbeiten]

  • Nadine Beautheac, Francois-Xavier Bouchart: L'Europe exotique. Chene, Paris 1985

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bataclan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.8630555555562.3708333333333Koordinaten: 48° 51′ 47″ N, 2° 22′ 15″ O