Batman: Lächeln, bitte!

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Batman: Lächeln, bitte! (engl.: Batman: The Killing Joke) ist ein 1988 von Alan Moore geschriebener Comic. Die Zeichnungen fertigte Brian Bolland an. Die Geschichte erzählt davon, dass der Joker sich an seinem Erzfeind Batman zu rächen versucht. Dabei geht es auch darum, wie der Joker zu dem wurde, was er ist. Der Comic hatte große Auswirkung auf die Comicserie und andere Projekte.

Handlung[Bearbeiten]

Als Batman ins Arkham Asylum geht, stellt er fest, dass in der Zelle des Jokers nur ein geschminkter Mann sitzt. Der Joker ist geflohen und will sich nun an seinem Erzfeind Batman rächen. Er überfällt mit einigen Verbrechern Commissioner Gordons Privathaus, schießt seine Tochter Barbara nieder und nimmt den Commissioner gefangen. Er verschleppt ihn in einen heruntergekommenen Vergnügungspark und setzt ihn zahlreichen, nervenraubenden Qualen aus. Batman versucht derweil, den Plan des Jokers zu durchschauen und sagt sich dabei selbst, dass er ihn gar nicht kenne.

Der Leser erfährt währenddessen in einigen Rückblenden von dessen Vorgeschichte:

Ein junger Mann muss einen Job finden, da seine Frau ein Kind erwartet und er mit der Miete im Rückstand ist. Dafür erklärt er sich bereit, bei einem Verbrechen mitzuhelfen. Doch als er von einem Polizisten erfährt, dass seine Frau und ihr ungeborenes Kind bei einem Küchenunfall beide ums Leben gekommen sind, wollen die Gangster ihn trotzdem nicht gehen lassen. So kommt er mit ihnen in die Fabrik, in der er selbst vor kurzem noch angestellt war und tarnt sich auf deren Anweisung mit einem roten Helm und einem Umhang als „Red Hood“. Sie werden jedoch vom Wachpersonal bemerkt und die Gangster werden dabei erschossen. Als auch noch Batman erscheint, flieht der junge Mann, indem er durch ein Abflussrohr mit Chemikalien schwimmt. Als er an Land kommt, entdeckt er in einer Pfütze, dass seine Haare durch sein Bad im Giftmüll grün gefärbt, seine Haut ganz weiß gebleicht wurde und seine Lippen eine rote Farbe erhalten haben. Nun fängt er, traumatisiert von seinen jüngsten Erlebnissen, an, wie verrückt zu lachen. Das war die Geburt des Jokers.

Batman stöbert den Joker auf und kann ihn schließlich festhalten. Er meint, Commissioner Gordon habe trotz der Foltermethoden seinen Verstand behalten und bietet ihm die Chance, sein Leben zu ändern. Doch der Joker entgegnet, es sei für ihn zu spät. Er erzählt einen Irrenwitz, beide lachen. Barbara Gordon saß durch den Überfall eine lange Zeit im Rollstuhl und half Batman als Orakel weiter.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die in 48 Seiten abgeschlossene Geschichte erschien erstmals im März 1988 bei DC Comics. Zwanzig Jahre danach kam eine überarbeitete Hardcover-Ausgabe mit Kommentaren heraus. Eine deutsche Übersetzung wurde 1990 von Carlsen Comics veröffentlicht. Auch in dem 2005 erschienenen Band zu Batman in der Reihe Klassiker der Comic-Literatur, die vom Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgewählt wurden, ist die Geschichte unter dem Titel The Killing Joke enthalten.

Analyse[Bearbeiten]

Die Geschichte setzt sich auch über seine Herkunft hinaus mit dem Charakter des „Joker“ und auch des „Batman“ auseinander.[1] Sie zeigt, wie er auf ein einzelnes, ihn prägendes Ereignis reagiert hat. In ähnlicher Weise kam auch Batman zu seiner Berufung. Jedoch reagierte er, so Geoff Klock, indem er aus dem gewaltsamen Tod seiner Eltern einen Sinn für sein weiteres Leben zog. Der Joker reflektiert die Absurdität und Ungerechtigkeit des Lebens, die ihm widerfahren sind, in seinen Taten.[2] So verhalten sich, wie Alan Moore selbst über den Comic sagte, Batman und der Joker spiegelbildlich zueinander und beide gleichsam verrückt.[3]

Indem der Joker selbst zugibt, sich nur noch unsicher an sein Trauma erinnern zu können, sogar widersprüchliche Erinnerungen daran zu haben, bildet er ein Moment des unzuverlässigen Erzählens in der Geschichte.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Batman: The Killing Joke war 1989 das Beste grafische Album bei den Eisner Comic Awards und Alan Moore erhielt für den Comic den Preis in der Kategorie Bester Autor.[5]

In 1001 Comics schreibt Andy Oliver, die Geschichte biete „das Portrait des Mannes, der zu Batmans Alptraum wurde.“ Die Handlung enthalte, jenseits der Analyse der beiden bekannten Charaktere, mit dem Mord am Jahrmarktbesitzer auch die „grausamste [Szene] in der ganzen Geschichte des DC-Superhelden-Universums“. Das Ende jedoch „klappert“ etwas und sei vorhersehbar. Die Umsetzung durch Brian Bolland, mit „fotorealistischen Zeichnungen und filigranem Strich, der […] eine erstaunliche Bildschärfe verleiht“, „raffinierter Seitenarchitektur und eleganten Kameraeinstellungen“, sei brillant gelungen und das Lesen ein Genuss.[1]

Die Verwandlung des Jokers durch Giftmüll inspirierte Tim Burton bei dessen Batman-Film mit Jack Nicholson und Michael Keaton in den Hauptrollen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Paul Gravett (Hrsg.) und Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms. S. 528.
  2. Geoff Klock: How to Read Superhero Comics and Why. New York, Continuum, 2002. S. 52-53. ISBN 0-8264-1419-2.
  3. Alan Moore in Alan Moore Interview, geführt von Brad Stone, Comic Book Resources 22. Oktober 2001. Zugegriffen am 28. November 2013.
  4. David Leverenz, Gordon Hutner (Hrsg.): The Last Real Man in America: From Natty Bumppo to Batman in The "American Literary History" Reader. New York, Oxford University Press, 1995. S. 276. ISBN 0-19-509504-9.
  5. Eisner Awards 1989: Sieger und Nominierte
  6. Kommentar von Tim Burton in der dt. Ausgabe von Batman: Lächeln, bitte!