Batterie (Militär)

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Als Batterie bezeichnet man eine militärische Einheit der Artillerie mit vier bis acht Geschützen, aber auch Einheiten, die mit Raketenwaffen ausgerüstet sind, sowie Einheiten der Heeresflugabwehr. Eine weitere Bedeutung des Begriffs Batterie im militärischen Kontext bezeichnet damit befestigte Artilleriestellungen, z. B. solche der Festungs- oder Küstenartillerie.

Bei den Seestreitkräften bezeichnete eine Batterie zunächst jeden gedeckten Raum, in dem mehr als drei Geschütze standen,[1] später die Gesamtheit der Geschütze auf einer Seite eines Kriegsschiffs. Panzerschiffe wurden insgesamt als Schwimmende Batterie bezeichnet.[1]

Ursprung und Geschichte[Bearbeiten]

Zum 200. Jahrestag der Schlacht von Austerlitz nachgestellte napoleonische Batterie
Eine Postkarte mit einer marschierenden Batterie im Krieg von 1870/71
Schwimmende Batterie Fulton (vormals Demologos) der US-Marine (1815).

Da in den Anfangszeiten die Feuerrate und die Treffergenauigkeit der Artillerie stark begrenzt waren, wurden die Geschütze zu Gruppen zusammengefasst. Diese Gruppen nannte man Batterie, sinngemäß: "Was zum Schlagen erforderlich ist" (aus lat.: battuere, frz.: battre = schlagen, vergleiche auch: bataille = Schlacht, daraus entstanden: Bataillon).

Mit Feldbatterie bezeichnete man eine Batterie der früher üblichen Feldartillerie. Im Heer des Deutschen Reiches im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde unterschieden in

  • fahrende Batterie, bei der die Kanoniere während des Marsches auf dem Geschütz und der Protze saßen;
  • reitende Batterie, bei der die Kanoniere während des Marsches neben dem Geschütz ritten. Durch das somit leichtere Geschütz wurde Marschgeschwindigkeit und die Beweglichkeit im Gelände erhöht.
  • Fußartillerie, bei der die Kanoniere ursprünglich neben dem Geschütz marschierten. Inzwischen wurden damit die Einheiten der Festungsartillerie bezeichnet.

Heute[Bearbeiten]

Heute ist eine Batterie der Artillerie das Äquivalent zur Kompanie als allgemeiner Begriff für die Größe einer militärischen Einheit.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Die Batterie ist bei der Artillerie der Bundeswehr normalerweise in zwei schießende Züge zu vier Geschützen oder Werfern und, bei der Rohrartillerie, in die Beobachtungsstaffel mit sechs Beobachtern gegliedert. Hinzu kommen Batterieführungstrupp und ein zusätzlicher Vermessungstrupp. Im Einsatz erhält die Batterie noch Unterstützungskräfte für Nachschub und einen Sanitätstrupp zugewiesen. Siehe auch Raketenartilleriebataillon.

Bei der Heeresflugabwehr der Bundeswehr bestand eine Batterie neben dem Führungstrupp und diversen anderen Gruppen und Trupps entweder aus drei Zügen mit je fünf Waffenträgern Wiesel 2 Ozelot oder aus zwei Zügen mit je drei Flugabwehrkanonenpanzern Gepard.

Situation in der Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweizer Armee gibt es vier verschiedene Artilleriebatterien.

  • Flt Bttr (Feuerleitbatterie)
  • Art Bttr (Geschützbatterie)
  • Log Bttr (Logistikbatterie)
  • FFZ Bttr (Feuerführungszentrum Batterie)

Die Art Batterie besteht aus:

  • dem schießenden Zug, dem Geschützzug (Gesch Z) mit 6 Geschützen (des Typs Panzerhaubitze M109 KAWEST),
  • dem Nachschubszug (Ns Z) und
  • dem Kommandozug (Kdo Z).

Der Nachschubszug ist verantwortlich für die Aufmunitionierung der Geschütze. Diese wird an sogenannten Aufmunitionierungspunkten vollführt, wobei die Standortwahl dieser Punkte von entscheidender Bedeutung für den Gefechtsverlauf und die Bereitschaftszeit ist. Die Munition wird entweder mit Lastwagen verteilt (meist auf Stufe Abteilung), in sogenannten „Racks“ (Kombinationslade aus Geschossen, Zündern und Ladungen) oder im Gelände mit den ungepanzerten Raupenfahrzeugen M548.

Der Kommandozug beinhaltet den Kommandanten (Hauptmann) und seinen Trupp, den Erkundungstrupp, die Kommandogruppe, die Feuerleitgruppe und den rückwärtigen Dienst.

Geführt werden alle Züge von Subalternoffizieren (Leutnant, Oberleutnant).

Historisch bedingt heißen die Kompanien der Fliegerabwehr der Schweizer Luftwaffe ebenfalls Batterien, die in Abteilungen zusammengefasst sind.

Situation in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich besteht die (Panzerhaubitz-)Batterie im Wesentlichen aus:

1. Geschützstaffel (GsSta) mit zwei Geschützzügen (GsZg) zu jeweils 4 Haubitzen unter dem Kommando des 1. Offiziers (1.O)
2. Kommandogruppe mit Kommandotrupp (KdoTrp) und Feuerleittrupp (FLTrp) unter dem Kommando des Batteriekommandanten (BtKdt) beziehungsweise Feuerleitoffiziers (FLO)
3. Beobachtungsgruppe (BGrp) mit drei Beobachtungstrupps (BTrp)
4. Munitionsgruppe (MunGrp)
5. Erkundungs- und Vermessungsgruppe (EVGrp)
6. Versorgungsgruppe (VersGrp) mit Sanitätstrupp (SanTrp), Wartungstrupp (WTrp), u.a.
7. Rechentrupp (ReTrp)
8. Wettertrupp

Während des Feuerkampfs befinden sich neben der GsSta auch ReTrp, SanTrp und WTrp sowie zeitweise MunGrp und EVGrp im sog. Feuerstellungsraum (FStR), über den der 1. Offizier das Kommando hat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 447-448.

Siehe auch[Bearbeiten]