Battus (Ovid)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Battus ist die Hauptfigur einer gleichnamigen Kurzsage von Ovid. Der Sage nach war Battus ein Greis aus Messalien, der vom Gott Merkur geprüft wurde, ob er ein Versprechen auch dann halten kann, wenn er sich einer Versuchung ausgesetzt sieht.

[Bearbeiten] Sage

Battus erfuhr als einziger von einem Rinderherden-Diebstahl. Merkur versprach Battus eine Kuh, wenn er dies niemandem erzählen würde. Merkur verschwand danach zunächst, kam jedoch verkleidet zu Battus zurück und fragte diesen nach der besagten Herde. Als Belohnung für seine Auskunft würde Battus zusätzlich zu einer Kuh einen Stier erhalten. Er konnte diesem Angebot nicht widerstehen und verriet dem verkleideten Merkur den Ort. Daraufhin gab sich Merkur zu erkennen, fragte Battus, warum er ihn verraten habe und verwandelte Battus' Herz in Schiefergestein.

Noch heute soll dieses Gestein deshalb Verräter genannt werden.

[Bearbeiten] Moral

Ovid will damit die Versuchung des Menschen thematisieren und womöglich auch den Bruch eines Versprechens - gewichtiger scheint dabei allerdings das Moment des Ungehorsams gegenüber einem Gott (und der Bruch des Versprechens diesem gegenüber), denn einem sterblichen Menschen hätte er nicht versprechen müssen, den Diebstahl geheim zu halten, da unter Menschen (alleine) die Aussprache der Wahrheit wohl als tugendhafter eingeschätzt werden kann.

Man könnte annehmen, dass sich Battus schon in einem Konflikt befindet, als er Merkur das Versprechen gibt, das Unrecht des Diebstahls anderen gegenüber zu verheimlichen. Da er abwägen muss, ob er einem Gott gehorcht oder der Tugend der Wahrheit. Ein Grund, eher Merkur zu gehorchen, könnte darin liegen, dass der Diebstahl vielleicht Bestandteil eines göttlichen Plans ist, in den Battus, als Sterblicher keinen Einblick hat.

Siehe auch: Ovid, Metamorphosen, Goldenes Zeitalter

Persönliche Werkzeuge