Bauen UR
| UR ist das Kürzel für den Kanton Uri in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bauen zu vermeiden. |
| Bauen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Uri (UR) |
| Bezirk: | (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.) |
| BFS-Nr.: | 1204 |
| Postleitzahl: | 6466 |
| Koordinaten: | 686887 / 19899746.9363868.579719436Koordinaten: 46° 56′ 11″ N, 8° 34′ 47″ O; CH1903: 686887 / 198997 |
| Höhe: | 436 m ü. M. |
| Fläche: | 3.77 km² |
| Einwohner: | 178 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 47 Einw. pro km² |
| Website: | www.bauen-ur.ch |
|
Bauen UR |
|
| Karte | |
Bauen ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Uri in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Das Dorf liegt am Westufer des Urnersees am Fuss der Bauenstöcke. Zur Gemeinde gehört auch der zwei Kilometer südöstlich des Dorfs liegende Weiler Isleten auf dem Delta des Isenthalerbachs.
Bloss 11 ha oder 2,9 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Davon sind 10 ha Gebäude- oder Industrieareal und 1 ha Verkehrsfläche. Bedeutender ist die Landwirtschaftsfläche mit 51 ha oder einem Anteil von 13,5 %. Darunter befinden sich kaum Alpgebiete, sondern hauptsächlich Wies- und Ackerland sowie Obstanbaugebiete. Ausserdem sind 284 ha oder 74,9 % des Gemeindeareals von Wald und Gehölz bedeckt. Darunter alleine 259 ha Wald. Dies ist der höchste Anteil an Waldgebieten im ganzen Kanton. Unproduktives Gebiet bedecken den Rest des Gemeindegebiets, nämlich 33 ha oder 8,7 %. Es handelt sich dabei teilweise um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation) wie auch um Gewässerflächen.
Bauen grenzt im Norden und Westen an Seelisberg, im Osten an den Vierwaldstättersee und im Süden an Isenthal.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Die Einwohnerzahl schwankte 1850 bis 1960 stark. Der Tiefpunkt war 1888 mit 139, der Höhepunkt 1941 mit 208 Bewohnern. Insgesamt gab es im Jahrhundert zwischen 1860 (184 Einwohner) und 1960 (185 Bewohner) ein Nullwachstum. Die Gemeinde war insgesamt zu abgeschieden für Zu- wie für Abwanderung. Doch gerade diese Abgeschiedenheit war der Grund für die Abwanderung von jungen Leuten zwischen 1941 und 1970 (1941–1970: -24,5 %). Wegen der besseren Verkehrsanbindung und der schönen Lage setzte zwischen 1970 und 2000 ein starkes Wachstum ein (1970–2000: +45,2 %). Seither sinkt die Einwohnerschaft wieder markant (2000–2005: -15,8 %) – bleibt aber dennoch deutlich über den Einwohnerzahlen früherer Jahre.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1860 | 184 |
| 1888 | 139 |
| 1900 | 167 |
| 1920 | 189 |
| 1941 | 208 |
| 1960 | 185 |
| 1970 | 157 |
| 2000 | 228 |
| 2005 | 192 |
Sprachen [Bearbeiten]
Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 99 % Deutsch und je 0,44 % Italienisch und Tschechisch als Hauptsprache an.
Religionen – Konfessionen [Bearbeiten]
Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 196 Personen waren katholisch (86 %). Daneben gab es 8 % evangelisch-reformierte Christen und 5,26 % Konfessionslose. Zwei Personen machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.
Herkunft – Nationalität [Bearbeiten]
Von den Ende 2005 192 Bewohnern waren 182 (94,79 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland, Österreich und Luxemburg) und aus Südeuropa (Italien). Bei der Volkszählung 2000 waren 209 Personen (91,67 %) Schweizer Bürger; davon besassen elf Personen die doppelte Staatsbürgerschaft.
Altersstruktur [Bearbeiten]
Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an jüngeren Leuten. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren knapp 30 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind nur knapp 20 % Senioren (60 Jahre und älter). Dies ist eine Folge der Zuwanderung zwischen 1970 und dem Jahr 2000. Doch fällt das Fehlen junger Erwachsener (20–29 Jahre) auf.
Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:
| Alter | 0–6 Jahre | 7–15 Jahre | 16–19 Jahre | 20–29 Jahre | 30–44 Jahre | 45–59 Jahre | 60–79 Jahre | 80 Jahre und mehr |
| Anzahl | 24 | 33 | 11 | 18 | 59 | 38 | 35 | 10 |
| Anteil | 10,53 % | 14,47 % | 4,82 % | 7,89 % | 25,88 % | 16,67 % | 15,35 % | 4,39 % |
Politik [Bearbeiten]
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative und tritt meistens zweimal jährlich zusammen. Der Gemeinderat, die Exekutive, ist nebenamtlich tätig.
Wappen [Bearbeiten]
Beschreibung: In Schwarz ein rot flammendes goldenes Zehnender-Geweih.
Wirtschaft [Bearbeiten]
1851 errichtete Carl Emanuel Müller auf der Isleten, dem damaligen Industriegebiet und einer Fraktion von Bauen, eine Papierfabrik. Rund 20 Jahre später gründeten der schwedische Chemiker Alfred Nobel, der Stifter des Nobelpreises, und Karl Müller junior am selben Standort eine Sprengstoff-Fabrik, um auf der Basis von Nitroglycerin Dynamit herzustellen. Es war die weltweit elfte Fabrik dieser Art, und sie lieferte aufgrund vertraglicher Verpflichtung exklusiv an die Eidgenossenschaft. Benötigt wurde der Sprengstoff in der Schweiz für zivile Zwecke, hauptsächlich für den 1872 begonnenen Bau des Gotthardtunnels sowie für die Tunnels durch den Axen und im Urner Oberland. In den beiden Weltkriegen zählte auch die Schweizer Armee zu den Kunden der Fabrik, die damals 100 bis 150 Arbeiter beschäftigte. Ab 1875 stellt das Unternehmen die von Nobel erfundene Sprenggelatine her, die gegenüber Dynamit 50 Prozent mehr Sprengkraft besitzt. Nachdem die Fabrik zweimal den Besitzer gewechselt hatte, wurde die Produktion von Sprengstoff auf der Isleten 2003 eingestellt.
2005 gab es acht Landwirtschaftsbetriebe, die 16 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschäftigten in drei Arbeitsstätten 7, der Dienstleistungsbereich in sieben Betrieben 44 Personen (Beschäftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die Volkszählung 2000 ergab acht Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 25 Beschäftigten. Die Betriebszählung 2001 kam auf drei Industrie- und Gewerbebetriebe mit 23 und acht Dienstleistungsunternehmen mit 52 Beschäftigten.
Von den im Jahr 2000 106 erwerbstätigen Personen Bauens arbeiteten 44 (41,51 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 73 Leuten Arbeitsplätze an, von denen 44 (60 %) Einheimische waren.
Klima [Bearbeiten]
Durch seine Lage am See und durch den häufigen Föhn hat Bauen ein sehr mildes Klima, so dass Feigen und Palmen gedeihen.
Sonstiges [Bearbeiten]
Oberhalb der Kirche, die der heiligen Idda von Toggenburg geweiht ist, steht ein Denkmal für Pater Alberich Zwyssig, den Komponisten der Schweizer Nationalhymne „Trittst im Morgenrot daher“.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
Altdorf | Andermatt | Attinghausen | Bauen | Bürglen | Erstfeld | Flüelen | Göschenen | Gurtnellen | Hospental | Isenthal | Realp | Schattdorf | Seedorf | Seelisberg | Silenen | Sisikon | Spiringen | Unterschächen | Wassen
Kanton Uri | Bezirke des Kantons Uri | Gemeinden des Kantons Uri
