Bauerbach (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bauerbach
Bauerbach (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bauerbach hervorgehoben
50.49833333333310.391666666667379Koordinaten: 50° 30′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Salzbrücke
Höhe: 379 m ü. NN
Fläche: 6,04 km²
Einwohner: 272 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036945
Kfz-Kennzeichen: SM
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 003
Adresse der Gemeindeverwaltung: Dorfstr. 57
98617 Bauerbach
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Rosemarie Fickel (FW)
Lage der Gemeinde Bauerbach im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Karte
Kirche Bauerbach

Bauerbach ist eine Gemeinde in Thüringen südlich von Meiningen, in der Nähe der Grenze zu Bayern. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Salzbrücke.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Bauerbach liegt inmitten einer Hügellandschaft am Übergang von der Rhön zum Grabfeld an der Schwelle zu Franken.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden (alle im Landkreis Schmalkalden-Meiningen) sind Grabfeld, Henneberg, Ritschenhausen, Sülzfeld, Untermaßfeld und Wölfershausen.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Ort wurde erstmals 887 erwähnt. Zu dieser Zeit war der Ort eine Grundherrschaft des Klosters Fulda.

Besondere Bedeutung erlangte er 1782/1783, als Friedrich Schiller auf der Flucht vor dem württembergischen Herzog Karl Eugen auf dem Gutshof der Familie Wolzogen für ein halbes Jahr als Dr. Ritter Unterschlupf fand. Die Familie hatte er durch einen Kameraden bei der Militärakademie Hohe Karlsschule in Stuttgart kennen gelernt. Dessen Mutter, Henriette von Wolzogen, die im Gutshaus in Bauerbach wohnte, fand Gefallen an den literarischen Talenten des jungen Schiller und hatte ihm schon früher die Unterkunft im Fall einer Gefahr angeboten. In seiner Zeit in Bauerbach arbeitete Schiller in Meiningen als Bibliothekar und schrieb an seinen Werken Kabale und Liebe und Don Carlos. Auch verliebte er sich unglücklich in die Tochter des Hauses, Charlotte von Wolzogen, was auch eine der Hauptursachen für seine überstürzte Abreise am 24. Juli 1783 war.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich im Ort viele jüdische Familien niedergelassen, die ein Drittel der Einwohner ausmachten. Sie legten einen jüdischen Friedhof auf einer Anhöhe außerhalb des Ortes an, der mit seinen 365 erhaltenen Grabsteinen zu den größten in Südthüringen zählt. Er wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet.

In der Zeit des Nationalsozialismus entging die Synagoge an der Hauptstraße 58 der Vernichtung, weil sie 1937 in „arischen“ Besitz übergegangen und zum Wohnhaus umgebaut worden war. Die 1933 noch elf jüdischen Einwohner emigrierten oder wurden Opfer der NS-Vernichtungspolitik. Während des Zweiten Weltkriegs mussten 13 Frauen und Männer aus Polen, Serbien und der Ukraine auf Bauernhöfen Zwangsarbeit verrichten.[2]

1959, zum 200. Geburtstag Schillers, wurde das Arbeiter- und Bauerntheater Friedrich Schiller gegründet, das vorrangig Schiller-Stücke in einem Naturtheater am Ortsrand aufführt. Seit 1990 wird es von den 130 Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins Dorftheater „Friedrich Schiller“ Bauerbach e. V. betrieben und von professionellen Regisseuren geleitet.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 342
  • 1995: 333
  • 1996: 328
  • 1997: 320
  • 1998: 311
  • 1999: 304
  • 2000: 307
  • 2001: 302
  • 2002: 307
  • 2003: 292
  • 2004: 291
  • 2005: 283
  • 2006: 277
  • 2007: 271
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

[Bearbeiten] Politik

Der Gemeinderat setzt sich aus 4 Mitgliedern der Freien Wählervereinigung Bauerbach und 2 Mitgliedern der Sportgemeinschaft Bauerbach zusammen.

Schillerhaus

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neben dem bereits erwähnten Naturtheater gibt es in Bauerbach ein Schillermuseum im ehemaligen Wohnhaus des Dichters, das in einem ansehnlichen Fachwerkhaus untergebracht ist. Daneben ist noch der Gasthof Zum braunen Roß zu erwähnen, in dem noch das Ambiente aus Schillers Zeiten erhalten ist. Das Gasthaus wurde 1992 saniert und nebenan wurde eine Theaterscheune eingerichtet.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Bauerbach liegt etwa 8 km von der Autobahnabfahrt Meiningen Süd der A71 entfernt. Außerdem ist Bauerbach über das an der Landesstraße L3019 gelegene Henneberg erreichbar.


[Bearbeiten] Literatur

  • Gerd Kanke: Friedrich Schiller im Sperrgebiet - tragikomische Irrfahrt auf der Suche nach Schillers Zufluchtsort Bauerbach im Jahre 1987. Wenzel, Marburg 2000 (ISBN 3-88293-135-3)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 248, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Bauerbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


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