Möbelstil

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Möbelstile der europäischen Kulturgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundlagen

Nicht nur das Äußere der Häuser wurde nach bestimmten Regeln und Gesetzen gebaut. Auch die Inneneinrichtung wurde dem Stil angepasst. Zum Verständnis der Stilgeschichte des Möbels muss man sich unbedingt das Verhältnis der Möbelstile zu den Stilen der Architektur klarmachen. Sie stehen in Beziehung zueinander.

Das Möbel entlehnt sich aber seine Formen nicht unverändert und unmittelbar aus der Baukunst. Namentlich das Holzmöbel geht seinen eigenen Weg. Dieser wird bestimmt durch das Material und seine Behandlung, z. B. durch die verschiedenen Hölzer, durch die Art der Bearbeitung des Holzes mit Säge und Hobel, durch Furnier, durch gedrechselte Glieder usw., aber auch Firnisse und andere Imprägnierung.

Der Stoff der Bespannung ist gegliedert nach den großen Stilepochen, die die Mode kennzeichnen. Das sich bespannte Möbel neu tapezieren lassen, findet hier ein häufigerer Wechsel statt, und es lassen sich kürzere Stilphasen trennen.

Neben allgemeinen Ornamenten – geschnitzt, eingelegt oder gemalt – sind insbesondere die Beschläge ein wichtiges Kriterium der Stilkunde von Möbeln.

[Bearbeiten] Europäischer Raum

[Bearbeiten] Die großen Stilepochen

Klassische Antike: während des Altertums bis ca. 400 n. Chr.
Romanik: 900–1200
Gotik: 1200–1400
Renaissance: 1400–1650
Barock: 1600–1730
Régence und Rokoko: 1715–1780
Klassizismus: 1750–1830
Biedermeier: 1815–1848
Historismus: 1850–1900
Jugendstil: 1895–1910
Moderne: Bauhaus, De Stijl, Art Déco 1919–1933
Nach dem Krieg ist es üblich, einfach die Jahrzehnte anzugeben, also: 50er, 60er, 70er, 80er, 90er-Jahre, die Jahre ab etwa 2000 gelten als zeitgenössisch.

[Bearbeiten] Nationale Abweichungen

In der europäischen Kunstgeschichte bilden die Stile jedes mal eine durchgehende internationale Erscheinung, innerhalb dieser unterscheiden sich die einzelnen Länder durch gewisse Abweichungen voneinander.

Frankreich
Deutschland/Österreich
England
900-1200 Romanik 900-1200 Romanik 900-1200 Romanik
1200-1400 Gotik 1200-1400 Gotik 1200-1400 Gotik
1400-1650 Renaissance 1400-1650 Renaissance 1400-1650 Renaissance
1661-1715 Ludwig XIV. 1600-1730 Barock 1702-1714 Queen Anne
1715-1723 Régence 1715-1723 Régence 1714-1735 Georg I.
1735-1765 Ludwig XV. 1730-1770 Rokoko 1735-1770 Chippendale
1765-1790 Ludwig XVI. 1750-xxxx Früh-Klassizismus 1770-xxxx Adam/Hepplewithe
1804-1815 Empire xxxx-1830 Spät-Klassizismus xxxx-1804 Sheraton
1830-1851 Ludwig Philipp 1815-1848 Biedermeier 1755-1855 Early/Queen/Victorian

Alle diese Jahrzahlen sind allgemein zu verstehen, denn ein neuer Stil tritt nicht von heute auf morgen auf. Insbesondere Möbel reagieren recht langsam auf neue Stilentwicklungen, es dauerte immer eine gewisse Zeitspanne, bis sich ein neuer Stil durchsetzen konnte. Die verschiedenen Stile haben teilweise hundert bis zweihundert Jahre überschnitten, und zeigen auch regional deutliche Abweichungen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die Internationalisierung der Kunststile, und im gesamten europäisch-nordamerikanischen Raum, wie auch den durch die Kolonisierung kulturell verbunden Weltregionen finden sich stilähnliche Möbel.

Daneben finden sich aber in Amerika auch autochthone Stile, die auf die Wurzeln europäischer Einwanderer zurückgehen, etwa der Shaker-Stil

[Bearbeiten] Bauernmöbel

Hirschbacher Bauernmöbeln im Mühlviertler Schlossmuseum in Freistadt

Bauernmöbel ist eine Sammelbezeichnung für die Stilsprache ländlicher Regionen, die teils über viele Generationen hinweg sehr einheitlich bleibt. Diese zeichnet sich weniger durch ihre Formgebung, die sich grob an gotische, barocke oder klassizistische Formen anlehnt, sondern primär durch die Farbgebung, die als eine der Ausdrucksformen der Bauernmalerei zu sehen ist. Da viele dieser originalen Bemalungen dem Antiquitätenboom der 90er-Jahre zum Opfer gefallen sind, werden holzrohe Nachbauten heute als „bäuerlich“ empfunden und als Landhausstil angeboten.

Typischerweise klassifiziert man Bauernmöbel nach Zentren der Nebenerwerbstischlerei, etwa Bünder Stil der Ostschweiz, Antholzer Möbel in Südtirol, die sehr wertvollen grünen Tirolermöbel (Alpbacher und Zillertaler Bauernkasten) oder die blauen bayrischen Möbel. In diesem Kontext ist auch der Shakerstil Amerikas zu sehen, der als autochthone Stilentwicklung auf die Wurzeln europäischer Einwanderer zurückgeht.

[Bearbeiten] Weblinks

Europa:

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