Bauhaus-Museum

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Bauhaus-Museum in Weimar

Das Bauhaus-Museum Weimar vermittelt einen Einblick in die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts in Weimar, in deren Mittelpunkt das Bauhaus steht. Das Museum zeigt rund 250 Exponate von Lehrern und Schülern der bedeutenden Kunstschule, darunter wegweisende Werke von Walter Gropius, Johannes Itten, Lyonel Feininger und Marcel Breuer. Die Kunstgewerbeschule Henry van de Veldes, 1907 als Vorläufer des Bauhauses gegründet, ist ebenfalls mit zahlreichen Arbeiten vertreten. Das Museum befindet sich seit 1995 in der durch Clemens Wenzeslaus Coudray entworfenen ehemaligen Wagenremise am Theaterplatz. Der Bau ist seither lediglich ein Provisorium, und schließt Teile der Ruine des ehemaligen Weimarer Zeughauses mit ein.[1]

Ausstellung[Bearbeiten]

Ausgangspunkt und Alleinstellungsmerkmal sind die historischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar zur Vorgeschichte, Geschichte und Nachwirkung des Staatlichen Bauhauses, das 1919 in Weimar gegründet wurde. Der Sammlungsbestand ist seit 1990 durch Ankäufe und Schenkungen enorm gewachsen. Mit der Gropius-Sammlung besitzt die Klassik Stiftung zudem den ältesten überhaupt existierenden Bauhaus-Bestand.

Das Bauhaus-Museum Weimar vermittelt mit mehr als 300 Exponaten einen Einblick in die Entwicklung des Staatlichen Bauhauses an seinem Gründungsort Weimar. Der Ruf dieser die Gattungen übergreifenden, internationalen Schule für Kunst, Architektur, Design und Bühne ist mehr als 70 Jahre nach ihrer Schließung weltweit von ungebrochener Aktualität.

Die pädagogischen, künstlerischen, architektonischen und gestalterischen Ideen des Bauhauses strahlen noch heute in die ganze Welt aus. Viele dieser bahnbrechenden Konzepte wurden für Weimar vorgedacht. Die Präsentation im Bauhaus-Museum Weimar zeigt Arbeiten von Walter Gropius, Gründungsdirektor des Bauhauses, sowie von berühmten Bauhaus-Meistern wie Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Johannes Itten oder Paul Klee. Darüber hinaus werden zahlreiche Schülerarbeiten, darunter Werke von Marcel Breuer oder Alma Siedhoff-Buscher, vorgestellt, die die praxisorientierte Ausbildung am Bauhaus vorzüglich belegen.

Zahlreiche ausgestellte Objekte veranschaulichen die Vielschichtigkeit, Kreativität und Lebendigkeit des schulischen Wirkens in Weimar. Ausgehend vom Manifest und Programm des Bauhauses entwickelten die Bauhaus-Meister ein neuartiges Lehrprogramm mit dem Vorkurs von Itten, der Formen- und Farbenlehre von Klee und Kandinsky und der Ausbildung in verschiedenen Werkstätten. Das Werkstattprinzip, die praxisorientierte handwerklich-künstlerische Ausbildung der durchschnittlich 150 Studierenden, war für das Bauhaus ebenso charakteristisch wie das Teamwork von Lehrenden und Lernenden. Den Übergang vom kunsthandwerklichen Einzelstück zum Prototyp für die Industrie ab 1922, entsprechend dem Motto von Gropius »Kunst und Technik – eine neue Einheit«, dokumentieren im Bauhaus-Museum Weimar die bis heute produzierten Designklassiker, wie das Bauhaus-Schach von Josef Hartwig, die Tischlampe von Carl Jakob Jucker und Wilhelm Wagenfeld oder Metallarbeiten von Marianne Brandt.

Einen weiteren Schwerpunkt der künftigen Ausstellung bildet die Präsentation der Sammlung Ludewig, die mit 1524 Objekten die Erschließung der Themen um die Entwicklung des funktionalen Gestaltens in Deutschland zwischen 1780 und 1835, in England mit der Industrialisierung und der Arts and Crafts Bewegung und die Entwicklung in Deutschland, Österreich und Belgien in der Zeit von 1895 bis 1914 ermöglicht. Darüber hinaus werden Objekte der Moderne nach dem Ersten Weltkrieg, der Internationalen Moderne nach 1945 und der Stilrichtung des »Neuen Minimalismus« ausgestellt.

Neubau[Bearbeiten]

Durch ein Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und des Landes Thüringen wird der Neubau eines neuen Bauhaus-Museums in Weimar ermöglicht. Damit wird ein Hauptprojekt des Masterplan Kosmos Weimar auf den Weg gebracht.

Es wurde ein offener, internationaler Architekturwettbewerb durch den Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar und der Stadt Weimar ausgelobt. 2.189 Architekten aus 60 Nationen hatten sich für den Wettbewerb registrieren lassen. 2.039 Anmeldungen kamen aus 32 europäischen Ländern, davon 1.151 aus Deutschland und 70 aus Thüringen.

Den internationalen Wettbewerb hat die Architektin Heike Hanada in Zusammenarbeit mit Benedict Tonon gewonnen. Der Entwurf positioniert einen minimalistischen Kubus als geometrisch einfachen Gebäudekörper am Rande des Weimarhallenparks. Die Fassade des Baukörpers ist aus gegossenem Beton und wird von horizontalen Glasbändern gegliedert, die durch schwarze Streifen unterbrochen werden. Auf rund 2.250 Quadratmetern werden die Ausstellungsbestände Platz finden.

Das Gebäude wird durch seine Positionierung zwischen dem historischen Weimarhallenpark, dem benachbarten congress centrum neue weimarhalle sowie der angrenzenden städtebaulichen Situation mit dem ab 1937 entstandenen Gauforum und einer nördlich angrenzenden Wohnungsbebauung aus den späten 1920er-Jahren vermittelt. Zusammen mit dem Neuen Museum, dem Stadtmuseum und der Ausstellung zum Gauforum formiert der Platz ein neues kulturelles Zentrum in Weimar.

Für das Jahr 2014 sind Vor- und Entwurfsplanung geplant, um baugenehmigungsfähig zu werden. Der Bau soll direkt nach den erforderlichen städtischen Baumaßnahmen auf dem Gelände begonnen werden, was für Ende 2015 vorgesehen ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Radio Lotte News: Künstlerheim-Ruine soll wieder Künstlerhaus werden 21. Mai 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

50.9811.326194444444Koordinaten: 50° 58′ 48″ N, 11° 19′ 34″ O