Baumspinat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baumspinat
Baumspinat (Chenopodium giganteum)

Baumspinat (Chenopodium giganteum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Gattung: Gänsefüße (Chenopodium)
Art: Baumspinat
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium giganteum
D.Don
Baumspinat kurz vor der Blüte
obere Blätter der Kulturform 'Magentagreen'

Baumspinat (Chenopodium giganteum), auch Riesengänsefuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße (Chenopodium).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Baumspinat ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu 3 Meter erreicht. Die Sprossachse steht aufrecht und ist im oberen Teil stark verzweigt. Der kräftige Stängel ist rötlich-grün oder rötlich-purpurn gestreift und durchmisst an der Basis bis zu 5 Zentimeter.

Die oberseits hellgrünen, unterseits dunkelgrünen Laubblätter sind gestielt. Sie sind fast kahl oder oberseits mehlig. Die Spreiten sind rhombisch bis eiförmig und messen bis zu 20 Zentimeter in der Länge und 16 Zentimeter in der Breite. Der Blattgrund ist breit keilförmig und der Blattrand unregelmäßig wellig gezähnt. Die Spitze ist in der Regel stumpf. Die oberen Blätter sind eiförmig oder eiförmig-lanzettlich und jung mit gold-gelben oder rötlichen Blasenhaare bedeckt, die den Blättern ein bemehltes Aussehen verleihen.

Der Baumspinat blüht von Juli bis September. Der Blütenstand besteht aus großen, endständigen, bemehlten Rispen, die zur Fruchtreife herabhängen. Die zwittrigen Blüten sitzen zu mehreren in Knäueln oder einzeln. Die Blütenhülle besteht aus fünf grünen oder dunkel-purpurnen, eiförmigen Tepalen mit häutigem Rand. Es sind funf Staubblätter vorhanden.

Die Frucht ist linsenförmig, mit häutiger Fruchtwand. Der horizontale Same erreicht einen Durchmesser von 1,5 mm. Die schwarze oder rötlich-schwarze Samenschale zeigt netzartige Linien.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 54.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Baumspinats liegt vermutlich ursprünglich in Indien, ist aber nicht genau bekannt. Archäophytisch breitete die Art sich in Nepal, der heutigen Volksrepublik China und ganz Südostasien aus. Neophytisch ist sie heute in allen gemäßigten Gebieten anzutreffen. Auch auf Madagaskar wurde der Baumspinat eingeschleppt.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Chenopodium giganteum erfolgte 1825 durch David Don.[2]

Synonyme für Chenopodium giganteum D.Don sind Chenopodium album subsp. amaranthicolor H.J.Coste & A.Reyn., Chenopodium album var. centrorubrum Makino, Chenopodium album var. purpurascens (Jacq.) Kuntze, Chenopodium amaranticolor (H.J.Coste & A.Reyn.) H.J.Coste & A.Reyn., Chenopodium atriplicis L.f., Chenopodium bonariense Moq. (nom. invalid.), Chenopodium centrorubrum (Makino) Nakai, Chenopodium elegantissimum Koidz., Chenopodium leucospermum Schrad., Chenopodium mairei H.Lév., Chenopodium punctulatum Scop., Chenopodium purpurascens Jacq., Chenopodium purpurascens Gadec. und Chenopodium rubricaule Schrad. ex Moq.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Blätter des Baumspinats können wie Spinat (Spinacia oleracea) verwendet gekocht oder als Salat gegessen werden. Allerdings enthalten die Pflanzen in geringen Mengen Saponine und größere Mengen Oxalsäure, die der Verträglichkeit abträglich sein können. Auch die Samen können gekocht verzehrt werden.[4]

Die kräftigen Stängel werden als Wanderstöcke verwendet.[4]

Wegen der auffälligen Blattfärbung wird die Art auch gelegentlich als Zierpflanze angebaut. Beliebt ist vor allem die Kulturhybride Chenopodium giganteum 'Magentagreen', die etwas niedriger bleibt und besonders auffällige Blätter hat.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodium giganteum. In:  Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2003, ISBN 1-930723-27-X, S. 382., PDF-Datei (Abschnitte Beschreibung, Verwendung).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Karol Marhold: IAPT/IOPB chromosome data 1. In: Taxon. 55, Nr. 2, Mai 2006, S. 443–445 (PDF-Datei).
  2. David Don: Prodromus Florae Nepalensis. J. Gale, London 1875, S. 75, Digitalisat
  3. Eintrag bei The Plant List, abgerufen 25. Jan. 2012
  4. a b Eintrag bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baumspinat Chenopodium giganteum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien