Baukosten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bauwerkskosten)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Baukosten sind Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung (Architektur und Statik) und die Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für das Bauwerk (reine Baukosten genannt) sowie den Kosten für Außenanlagen und den sonstigen Kosten (auch Baunebenkosten genannt).

Begrifflichkeit[Bearbeiten]

Der Begriff Baukosten wird seit September 1971 in der DIN 276 nicht mehr verwendet. Gleichwohl arbeitet die Zweite Berechnungsverordnung (II. BV) weiterhin mit dem Begriff Baukosten. Im August 2005 ist vom Normenausschuss Bauwesen ein Entwurf zu einer überarbeiteten Ausgabe der DIN 276-1 der Öffentlichkeit zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegt worden. Der Titel der Norm wird danach Kosten im Bauwesen heißen. Damit soll die Norm über den Hochbau hinaus auch anderen Bereichen des Bauwesens (Ingenieurbau, Verkehrsbau) geöffnet werden.

Gesamtkosten[Bearbeiten]

Die Gesamtkosten eines Bauwerks werden nach DIN 276 in insgesamt 7 Kostengruppen gegliedert. Sie entsprechen den Errichtungskosten, inkl. den Kosten für den Grunderwerb.

Kostengruppen[Bearbeiten]

Die Baukosten teilen sich nach DIN 276 (Kostenermittlung im Hochbau) in folgende Kostengruppen:

Kostengruppen
100 Grundstück
200 Herrichten und Erschließen
300 Bauwerk – Baukonstruktionen
400 Bauwerk – Technische Anlagen
500 Außenanlagen
600 Ausstattung und Kunstwerke
700 Baunebenkosten

Die dreistellige Nummerierung der Kostengruppen erlaubt es, durch Hinzufügen von Untergruppen (Ebenen) den Kostenanschlag genauer zu veranschlagen.

Bauwerkskosten[Bearbeiten]

Bauwerkskosten sind die Herstellungskosten eines Gewerks, abzüglich der Kosten für Aufschließung, Außenanlagen und Einrichtung.

Herstellungskosten[Bearbeiten]

Die Herstellungskosten setzen sich demnach aus den Kosten der allgemeinen Bauarbeiten, der Rohbauarbeiten und Ausbauarbeiten zusammen. Zu den allgemeinen Bauarbeiten gehört die Baustelleneinrichtung, Abbrucharbeiten, Trümmer- und Schuttabfuhr, Außergewöhnliche Gründungen, Arbeiten außerhalb des Gebäudes, Außenanlagen, Aufschließungsarbeiten, sowie behördliche Gebühren. Rohbauarbeiten sind alle konstruktiven Arbeiten, wie z. B. die Erd-, Maurer-, Beton-, Zimmerer- und Isolierarbeiten, sowie die Deckung, Blitzschutzanlagen und Innenkanalisation. Als Ausbauarbeiten bezeichnet man alle übrigen Arbeiten bis zur Fertigstellung, das sind Schalungen, Verputz, Verkleidungsarbeiten, Innenwände, Böden und Bodenaufbauten, sowie Haustechnik.

Bauwerkskosten ergeben sich nach DIN 276-1:2006-11 – Kosten im Bauwesen aus den Kosten der Kostengruppen:

  • 300 Bauwerk – Baukonstruktionen und
  • 400 Bauwerk – Technischen Anlagen.

Baunebenkosten[Bearbeiten]

Zu den Baunebenkosten (geregelt in § 22 Abs. 2 WertV) gehören:

Die Baunebenkosten sind somit die Kosten, die neben den „eigentlichen“ Baukosten und Kosten für das Grundstück, für Planung und Ausführung des Bauvorhabens auftreten.

In der Regel können für die Errichtung eines Bauwerks etwa 15 % der ermittelten Baukosten als Baunebenkosten angesetzt werden. Genauere Angaben enthalten z. B. die NHK 2000 und andere empirische Auswertungen.

In der Gliederung nach DIN 276 werden die Baunebenkosten als Kostengruppe 700 geführt.

Die Baunebenkosten sollten nicht mit den Kaufnebenkosten verwechselt werden. Die Kaufnebenkosten fallen beim Erwerb des Grundstückes inklusive seiner immobilen Bestandteile an, unabhängig davon an ob man nach dem Erwerb baut oder nicht. Die Kaufnebenkosten bestehen aus der Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Gebühren für die Grundbucheintragung und Maklerprovisionen und betragen insgesamt etwa 5 bis 13 % der Erwerbskosten. Unter bestimmten Umständen (Erbschaft, Schenkung, kein Makler, ...) können die Kaufnebenkosten auch geringer ausfallen. [1]

Überschreitung von Baukosten[Bearbeiten]

Das erhebliche Überschreiten von Baukosten kann bei Privatleuten oder Unternehmen zum wirtschaftlichen Ruin führen. Es kann auch dazu führen, dass Bauwerke nicht wie geplant zu Ende geführt werden – oder gar nicht (dann auch "Investitionsruine" genannt). Bei Bauwerken der öffentlichen Hand führen Baukostenüberschreitungen oft zu öffentlichen Diskussionen.

Einige besonders markante "Kostenexplosionen" seien hier aufgelistet:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dietrich-Alexander Möller: Grundlagen der wirtschaftlichen Bauplanung. Planungs- und Bauökonomie Band 1, R. Oldenbourg Verlag, München und Wien, ISBN 3-486-58171-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaufnebenkosten