Bay

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Dieser Artikel behandelt die Pflanzenart Pimenta racemosa. Für weitere Bedeutungen siehe Bay (Begriffsklärung).
Bay
Bayrum o malagueta.JPG

Bay (Pimenta racemosa)

Systematik
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Myrteae
Gattung: Pimenta
Art: Bay
Wissenschaftlicher Name
Pimenta racemosa
(Mill.) J.W.Moore

Bay, Bayrumbaum[1] oder Westindischer Lorbeer (Pimenta racemosa) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Sie ist auf den karibischen Inseln Anguilla, Antigua und Barbuda, Barbados, Kuba, Dominica, Grenada, Guadeloupe, Hispaniola, Martinique, Montserrat, Puerto Rico, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad sowie den Jungferninseln beheimatet[1] und kommt in Guyana sowie Venezuela vor. Beispielsweise auf Hawaii und Fidschi wird er angebaut und ist dort verwildert.[2] Englischsprachige Trivialnamen sind: Bayrum tree und West Indian bay.[3]

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Blütenstände und Laubblätter.

Pimenta racemosa wächst natürlich als immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von meist 4 bis 12 Meter. Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 3 bis 10 mm lang. Die einfache, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von meist 4 bis 10 (1,5 bis 12,5) Zentimeter und einer Breite von 2,5 bis 6 Zentimeter verkehrt-eiförmig bis verkehrt-lanzettlich oder elliptisch mit stumpfer oder spitzer Spreitenbasis. Es sind fünf bis sechs Paare relativ undeutlicher Seitennerven und dazwischen eine feine Netznervatur vorhanden. Die Blattoberseite ist glänzend und die Blattunterseite hell sowie matt.[2]

Auf einem Blütenstandsschaft steht ein zymöser Blütenstand. Die weißen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 10 Millimeter radiärsymmetrisch. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die bei Reife schwarzen Früchte sind mit einer Länge von 7 bis 12 Millimeter eiförmig.[2]

Nutzung[Bearbeiten]

Der Westindische Lorbeer wird zur Ölproduktion[4] als Strauch auf maximal 4 Meter geschnitten, damit er leichter beerntet werden kann.[5] Verwendet werden die Blätter, die ätherisches Öl enthalten, das durch Destillation gewonnen wird. Hauptkomponente des Öls ist Eugenol, das auch in der Gewürznelke (Syzygium aromaticum) zu finden ist. Zusätzlich enthält es Estragol. Bayöl wurde um 1900 zur Pflege der Kopfhaut verwendet und galt als Haarwuchsmittel. Bayblatt-Destillat wird unter der Bezeichnung Bay Rum als After Shave verkauft.

Bay-Öl zeichnet sich durch einen starken, würzigen Duft aus, der an Nelkenöl erinnert. Die antiseptische Wirkung ist nachgewiesen, und daher wird das Öl häufig bei Erkältungen zusammen mit Eukalyptusöl für Inhalationen und Bäder verwendet. Eine beruhigende Wirkung auf das neuro-vegetative Nervensystems wird dem Öl ebenfalls nachgesagt.

Die Früchte sind ähnlich wie die von Piment, jedoch von schlechterer Qualität und daher weniger als Gewürz geeignet.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstveröffentliung erfolgte 1768 unter dem Namen (Basionym) Caryophyllus racemosus Mill. durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary: ..., 8. Auflage, Nummer 5. Diese Art wurde im Laufe der Zeit in mehrere Gattungen gestellt. Die heute akzeptierte Neukombination zu Pimenta racemosa (Mill.) J.W.Moore erfolgte 1933 durch John William Moore in Bernice P. Bishop Museum Bulletin, Volume 102, S 33.[6] Das Artepitheton racemosa bedeutet traubig.

Pimenta racemosa ist auf den karibischen Inseln Anguilla, Antigua und Barbuda, Barbados, Kuba, Dominica, Grenada, Guadeloupe, Hispaniola, Martinique, Montserrat, Puerto Rico, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad sowie den Jungferninseln beheimatet[1] und kommt in Guyana sowie Venezuela vor. Beispielsweise auf Hawaii und Fidschi wird er angebaut und ist dort verwildert.[2]

Es gibt fünf Varietäten von Pimenta racemosa (Mill.) J.W.Moore:[7]

  • Pimenta racemosa var. grisea (Kiaersk.) Fosberg (Syn.: Pimenta acris var. grisea Kiaersk., Amomis caryophyllata var. grisea (Kiaersk.) Kiaersk., Amomis grisea (Kiaersk.) Britton): Sie kommt von der Dominikanischen Republik bis zu den Jungferninseln vor.
  • Pimenta racemosa var. hispaniolensis (Urb.) Landrum (Syn.: Amomis hispaniolensis Urb., Pimenta hispaniolensis (Urb.) Burret, Amomis pauciflora Urb., Pimenta pauciflora (Urb.) Burret, Pimenta crenulata Alain): Es ist ein Endemit auf Hispaniola.
  • Pimenta racemosa var. ozua (Urb. & Ekman) Landrum (Syn.: Amomis ozua Urb. & Ekman, Pimenta ozua (Urb. & Ekman) Burret, Amomis anisomera Urb. & Ekman, Pimenta anisomera (Urb. & Ekman) Burret): Es ist ein Endemit des nordlichen-zentralen Hispaniola.
  • Pimenta racemosa var. racemosa (Syn.: Myrtus caryophyllata Jacq. nom. illeg., Myrtus acris Sw., Myrtus citrifolia Poir., Myrcia acris (Sw.) DC., Myrcia pimentoides DC., Myrtus tabasco Willd. ex Schltdl. & Cham., Eugenia tabasco (Willd. ex Schltdl. & Cham.) G.Don, Myrtus pimentoides (DC.) T.Nees, Pimenta acris (Sw.) Kostel., Pimenta citrifolia (Poir.) Kostel., Pimentus cotinifolia Raf., Amomis oblongata var. occidentalis O.Berg, Amomis acris (Sw.) O.Berg, Amomis acris var. grandifolia O.Berg, Amomis acris var. obtusata O.Berg, Amomis acris var. parvifolia O.Berg, Amomis oblongata O.Berg, Amomis pimento O.Berg, Amomis pimento var. jamaicensis O.Berg, Amomis pimento var. surinamensis O.Berg, Amomis pimentoides O.Berg, Pimenta officinalis var. tabasco (Willd. ex Schltdl. & Cham.) O.Berg, Pimenta acris var. pimentoides (DC.) Griseb., Pimenta pimento Griseb., Pimenta acuminata Bello, Amomis caryophyllata Krug & Urb., Pimenta dioica var. tabasco (Willd. ex Schltdl. & Cham.) Standl., Pimenta tabasco (Willd. ex Schltdl. & Cham.) Lundell): Sie kommt auf Karibischen Inseln und im nördlichen Venezuela vor.
  • Pimenta racemosa var. terebinthina (Burret) Landrum (Syn.: Pimenta terebinthina Burret): Es ist ein Endemit der nordöstlichen Dominikanischen Republik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Pimenta racemosa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Mai 2013.
  2. a b c d Datenblatt bei Pacific Island Ecosystems at Risk = PIER.
  3. Internationale Trivialnamen bei Multilingual Multiscript Plant Name = M.M.P.N.D..
  4. V. S. Pragadheesh, Anju Yadav, S. C. Singh, Namita Gupta & C. S. Chanotiya: Leaf Essential Oil of Cultivated Pimenta Racemosa (Mill.) J.W. Moore from North India: Distribution of Phenylpropanoids and Chiral Terpenoids, In: Medicinal & Aromatic Plants, 2.1, 2013: PDF.
  5. Bay-Anbau auf Dominica bei A Rum Site. (engl.) zuletzt abgerufen am 21. Mai 2013.
  6. Pimenta racemosa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 21. Mai 2013.
  7. R. Govaerts, N. Sobral, P. Ashton, F. Barrie, B. K. Holst, L. L. Landrum, K. Matsumoto, F. Fernanda Mazine, E. Nic Lughadha, C. Proença & al.: World Checklist of Myrtaceae, 2008, S. 1-455. Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew.: online in World Checklist of Selected Plant Families, Kew, UK. zuletzt abgerufen am 21. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westindischer Lorbeer (Pimenta racemosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien