Bayern-Kaserne

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DeutschlandFlag of Germany (state).svg Bayern-Kaserne
Das Gelände der Bayern-Kaserne im Mai 2012

Das Gelände der Bayern-Kaserne im Mai 2012

Land Deutschland
Gemeinde München
Koordinaten: 48° 12′ N, 11° 36′ O48.20129511.593339Koordinaten: 48° 12′ 4,7″ N, 11° 35′ 36″ O
Erbaut 1936
Besitzer Stadt München
Alte Kasernennamen
1936–1945
1945–1968
1969–2006
General-Wever-Kaserne
Henry-Kaserne
Bayern-Kaserne
Deutsches ReichWar Ensign of Germany 1938-1945.svg
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
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Ehemals stationierte Einheiten
24. US-Infanteriedivision
Feldjägerbataillon 760
Fernmeldekompanie 760
Nachschubkompanie 760
Instandsetzungskompanie 760
AusbKp StDst/MKF 852
Panzergrenadierbataillon 561
Panzerartilleriebataillon 565
Nachschubkompanie 560
Instandsetzungskompanie 560
Jägerbataillon 661
Fahrschulgruppe München 6
FachAusbKp München
Pionierlehrbataillon 220
Stab WBK VI/1. GebDiv
Landeskommando Bayern
BwFachS-/ZAW-BeSt B MCH
Vereinigte StaatenFlag of the United States.svg
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Bayern-Kaserne (Bayern)
Bayern-Kaserne

Lage der Bayern-Kaserne in Bayern

BW

Die Bayern-Kaserne ist eine ehemalige militärische Liegenschaft in München, die im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht zwischen 1936 und 1938 als General-Wever-Kaserne für die Luftwaffe errichtet wurde. Die Kaserne wurde an die Landeshauptstadt München verkauft und befindet sich derzeit in der Abwicklung. Momentan dient sie als Lager für minderjährige Flüchtlinge.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1945 waren auf dem Gelände Flakeinheiten der Wehrmacht untergebracht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Areal von der US Army übernommen. Die Kaserne erhielt zu Ehren des 1944 bei Luchem gefallenen Soldaten Robert T. Henry[1] den Namen Henry-Kaserne. In den 1960er Jahren waren dort Einheiten der 24th Infantry Division (Mechanized) der 7. US-Armee stationiert. 1968 räumten die Amerikaner die Kaserne. Seit der Übernahme durch die Bundeswehr am 9. Oktober 1969 führt sie den heutigen Namen.

Stationiert waren in der Anlage bis Anfang der 1990er Jahre unterstellte Truppenteile des damaligen Wehrbereichskommandos VI:

  • die 1. und 3. Kompanie des Feldjägerbataillons 760 (1./ und 3./FJgBtl 760),
  • die Fernmeldekompanie 760 (FmKp 760),
  • die Nachschubkompanie 760 (NschKp 760),
  • die Instandsetzungskompanie 760 (InstKp 760) und
  • die Ausbildungskompanie Stabsdienst / Militärkraftfahrer 852 (AusbKp StDst/MKF 852).

Außerdem waren von der Heimatschutzbrigade 56

  • das Panzergrenadierbataillon 561 (PzGrenBtl 561) und
  • das Panzerartilleriebataillon 565 (PzArtBtl 565) sowie
  • die Nachschubkompanie 560 (NschKp 560) und
  • die Instandsetzungskompanie 560 (InstKp 560)

in der Kaserne beheimatet, ebenso bis 1992 die Fachausbildungskompanie München (FachAusbKp MCH) sowie von 1990 bis 1994 das Pionierlehrbataillon (PiLehrBtl) 220

sowie von der Heimatschutzbrigade 66

  • das Jägerbataillon 661, eine Geräteeinheit.

Für die Ausbildung von Militärkraftfahrern gab es in der Liegenschaft die Fahrschulgruppe München 6, die sanitätsdienstliche Versorgung erfolgte im Sanitätsbereich 65/20, in dem auch eine Zahnarztgruppe untergebracht war.

1994 bezog das aus der 1. Gebirgsdivision und dem ehemaligen Wehrbereichskommando VI zusammengelegte Wehrbereichskommando VI / 1. Gebirgsdivision die Kaserne, das 2001 im Wehrbereichskommando IV - Süddeutschland aufging. Ebenso waren das Landeskommando Bayern (LKdoBY), das katholische und evangelische Militärdekanat und die Bundeswehrfachschule-/Zivile Aus- und Weiterbildungsbetreuungsstelle B München (BwFachS-/ZAW-BeSt B MCH) in der Kaserne stationiert. Letztere ist seit 2006 die Nachfolgeinstitution der bis 2005 in der Luitpoldkaserne und im Anschluss in der Bayern-Kaserne untergebrachten Ausbildungskompanie Fach-/Fachschulausbildung München. Diese entstand wiederum 1992 aus der Verschmelzung der Fachausbildungskompanie München mit der Fachschulkompanie München.

Lage und Besitzverhältnisse[Bearbeiten]

Das Kasernenareal umfasst eine Fläche von 48 Hektar und liegt im Münchner Norden (Stadtteil Freimann) südlich der Heidemannstraße.

Teile der Liegenschaft waren bereits vermietet, bevor das Areal Ende 2007 durch die Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb an die Stadt München veräußert wurde; die letzten militärischen Einrichtungen haben bis Ende 2011 das Areal verlassen.[2]

Nutzung als Flüchtlingslager[Bearbeiten]

Nach Abzug des Militärs wurden in der Bayern-Kaserne unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht, im März 2013 waren es etwa 140 Jugendliche.[3] Die Wohnverhältnisse sind prekär, über 140 Jugendliche aus verschiedenen Ländern leben auf engem Raum zusammen.[4] Sie erhalten nur eine minimale sozialpädagogische Betreuung und es kommt häufig zu Auseinandersetzungen mit dem Wachpersonal.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. henrykaserne.com: Private Robert Henry
  2. Stadt erwirbt Bayernkaserne vom Bund, Pressemeldung der Stadt München, 21. Dezember 2007.
  3. Kinder Zweiter Klasse (PDF; 955 kB), Bericht an den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, Bundesfachverband UMF, März 2013
  4. Junge Asylbewerber: Staatlich gewollte Kasernierung, Kommentar Süddeutsche Zeitung, 19. März 2013
  5. Flüchtlinge in der Bayernkaserne alleingelassen, Süddeutsche Zeitung 17. März 2013