Bayon (Band)

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Bayon
BAYON 2011 mit Reinmar Henschke
BAYON 2011 mit Reinmar Henschke
Allgemeine Informationen
Genre(s) Folklore, Klassik, Jazz
Gründung 1971
Website www.bayonmusic.de
Gründungsmitglieder
Christoph Theusner
Roland Wölfel
Luis Bayard
Sam Ay Neou
Michael Lenhardt
Aktuelle Besetzung
Christoph Theusner
Cello, Gitarre, Gesang, Perkussion
Sonny Thet
Perkussion, Flöte
Justo Gabriel Perez
Schlagzeug, Perkussion
Denis Stilke
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Sam Ay Neou
Reinhard Pätzold
Schlagzeug, Perkussion
Ringo W. Stilke
Violine, Schlagzeug, Perkussion
Sany Tong
Bassgitarre
Roland Wölfel
Flöte, Perkussion
Luis Bayard
Perkussion
Norbert Jäger
Cello
Li Song Leng
Kim Sannipong
Gesang, Gitarre
Michael Lenhardt

Bayon ist eine Musikgruppe, die 1971 in der DDR gegründet wurde. Ihre Musik bewegt sich zwischen Folklore, Klassik, Jazz und Rock. Der meditative Charakter der überwiegend rein instrumentalen Kompositionen soll die Fantasie der Zuhörer anregen. Aus diesem Grund wurde auch auf aussagekräftige Titel für die Stücke verzichtet. Viele von ihnen tragen allgemeine Namen wie Suite oder Nocturne.

Bayon spielt mit wechselnden Besetzungen, wobei der „harte Kern“ aus dem Gründungsmitglied Christoph Theusner (DDR/Deutschland) und Sonny Thet (Kambodscha) besteht.

Name der Band[Bearbeiten]

Der Name der Gruppe leitet sich von der historischen Tempelanlage Bayon in Kambodscha ab.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Christoph Theusner wurde von seinem Vater Egon Theusner schon früh in Gitarre und Laute unterrichtet. Während seines Architekturstudiums in Weimar lernte er Sonny Thet kennen, der von Prinz Sihanouk nach Weimar geschickt worden war, um dort klassische Musik zu studieren. Bayon entstand im April 1971[1] aus der Formation Garage Players (auch GP-Combo genannt), die eher Bluesrock im Repertoire hatte. Der Fortbestand beruht auf dem Entschluss von Sonny Thet, nach dem Umsturz in Kambodscha nicht in seine Heimat zurückzukehren. Tatsächlich wurden der größte Teil seiner Familie und der ehemalige Bayon-Cellist Li Song Leng von den Roten Khmer umgebracht[2].

Ab 1971 nahmen sie Musik für den Rundfunk auf, was auf die Initiative der Produzentin Luise Mirsch zurückging (etwa die Suite Nr. 1 im Stil des Progressive Rock). Zeitweise standen bei Bayon-Konzerten bis zu elf Musiker auf der Bühne, da auch eine komplette Bläsersektion eingesetzt wurde. Etwa ab 1976 kristallisierte sich die kammermusikalische Quartettbesetzung heraus. Erst 1977 erschien ihre erste LP Bayon mit Klassikadaptionen und eigenen Kompositionen wie der Suite Nr. 3. Das Cover zeigt den Tempelturm von Bayon, wobei die steinernen Köpfe die Gesichtszüge der vier wichtigsten Musiker tragen:

Bereits in den 1970er-Jahren begannen Bayon auch Musik für das Theater zu machen, so 1979 für eine Inszenierung von Der Traktor/Die Schlacht von Heiner Müller, später auch für Aufführungen des Urfaust und von Ulrich Plenzdorf (Bühnenfassung von Legende vom Glück ohne Ende). Im Jahr 1981 schrieb Bayon die Filmmusik für die Literaturverfilmung des Fernsehens der DDR, Tiefer blauer Schnee. In den 1980er-Jahren hatte die Gruppe gemeinsame Auftritte mit der Berliner Pantomimin und Tänzerin Anke Gerber. Im Jahr 2006 wurde im Soundtrack des Spielfilms Das Leben der Anderen das Lied Stell Dich mitten in den Regen neu veröffentlicht, in dem Bayon das Gedicht Versuch es von Wolfgang Borchert als Text verwenden.

Im Jahr 2010 wurde Bayon mit der Ehren-RUTH, dem deutschen Preis für Weltmusik, ausgezeichnet.[3]

Besetzung 2012[Bearbeiten]

  • Christoph Theusner (Gitarre, Flöte, Klavier, Perkussion)
  • Sonny Thet (Violoncello, Gitarre, Perkussion)
  • Justo Gabriel Perez (Flöte, Perkussion)
  • Denis Stilke (Schlagzeug)

in erweiterter Besetzung:

Diskografie[Bearbeiten]

Langspielplatten[Bearbeiten]

  • 1977: Bayon (Amiga)
  • 1980: Suite (Amiga)
  • 1986: El Sonido (Amiga)
  • 1989: Echos - Klangbilder (Solo-LP von Christoph Theusner/Amiga)

CDs[Bearbeiten]

  • 1992: Rock aus Deutschland OST – Vol.18 – Bayon (Zusammenstellung)
  • 1995: Walkin’ Home (Zusammenstellung)
  • 1996: Movens In Carmine – Nach Texten von Herder
  • 1997: Die Suiten
  • 1997: Gespräch über den Dächern – Nach Texten von Wolfgang Borchert
  • 2000: First recordings 1971-1973
  • 2002: Live
  • 2005: Das Beste (Zusammenstellung)
  • 2008: Tanz der Apsara

Singles[Bearbeiten]

  • 1977: Lautensuite / Haus der Kindheit (Amiga)

DVDs[Bearbeiten]

  • 2009: Zwischen(T)raumzeit - Eine Konzertdokumentation

Literatur[Bearbeiten]

  •  H. P. Hofmann: Beat Lexikon. Interpreten, Autoren, Sachbegriffe. VEB Lied der Zeit Musikverlag, Berlin (Ost) 1977.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. H.P. Hofmann: Beat Lexikon, Berlin 1977, S. 68.
  2. Booklet der CD Die Suiten, S. 5.
  3. Website des RUTH-Preises, abgerufen am 9. Mai 2010