Bazillus

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Bacillus
Bacillus anthracis

Bacillus anthracis

Systematik
Domäne: Bacteria
Abteilung: Firmicutes
Klasse: Bacilli
Ordnung: Bacillales
Familie: Bacillaceae
Gattung: Bacillus
Wissenschaftlicher Name
Bacillus
Cohn 1872

Bazillen (vom lateinischen bacillus für „Stäbchen“) sind eine Gattung stäbchenförmiger, in Mehrzahl beweglicher Bakterien mit derzeit 48 bekannten Arten. Sie sind grampositiv.

Umgangssprachlich werden unter dem Begriff Bazillus oder Bazille fälschlicherweise verschiedene krankheitserregende Mikroorganismen wie Bakterien, Amöben und Viren zusammengefasst.

Kennzeichnend für diese Gattung ist die Bildung von Endosporen und (im Gegensatz zu den Clostridien) fakultativ anaerobes Wachstum. Einige Arten können pathogen (krankheitserregend) sein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Sporenformen

1. Spore zentral – 2. Spore terminal mit Einschlusskörper (Protein) – 3. Spore terminal, Bakterie keulenförmig aufgetrieben – 4. Spore zentral, Bakterie spindelförmig aufgetrieben („Clostridium-Form“) – 5. Spore terminal, rund = Plectridium – 6. Spore lateral, Bakterie spindelförmig aufgetrieben.
Sie gedeihen nur unter aeroben Bedingungen auf Grundkulturmedien. Während die verschiedenen Arten in Kohlenhydrat-Verwertung und in Beweglichkeit alle verschieden sind, so haben sie doch die Lecithinase-Bildung alle gemeinsam. Des Weiteren bilden die unterschiedlichen Arten Kollagenasen, Proteasen, Hämolysine und Toxine. Diese ermöglichen eine Ausbreitung im Gewebe und schädigen es.

[Bearbeiten] Arten (Auswahl)

  • Bacillus cereus Frankland & Frankland 1887. Weit verbreiteter Bodenkeim, in verschiedenen Lebensmitteln (insbesondere Reis) häufig nachweisbar. Die beiden bekannten Enterotoxine können zur Lebensmittelvergiftung führen. Eine Variante ist B. cereus var. mycoides, welche ein pilzähnliches Wachstum auf der Nährbodenoberfläche aufweist. Es gibt „links-“ und „rechtsdrehende“ Stämme.
  • Bacillus circulans Jordan 1890 bildet kreisförmig auseinanderwachsende Kolonien (daher Name), Luftkeim
  • Bacillus polymyxa (Prazmowski 1880) Macé 1889 (früher: B. asterosporus) hat seinen Namen durch die starke Schleimbildung. Die Sporen sind im Querschnitt sternförmig
  • Bacillus stearothermophilus Donk 1920 ist aufgrund seines Wachstumsoptimums bei 50 - 65°C ein ausgesprochen thermophiler Organismus. Unter 30 °C ist kein Wachstum vorhanden. Er dient als Prüfkeim von Sterilisationsprozessen.
  • Bacillus subtilis (Ehrenberg 1835) Cohn 1872. Ein in Heuaufgüssen anreicherbarer Bacillus, auch Heubazillus genannt. Einzelne Stämme sind Antibiotikabildner (Bacitracin).

[Bearbeiten] Literatur

  • Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.): The Prokaryotes, 3. Auflage, Bd. 4: Bacteria: Firmicutes, Cyanobacteria. Springer Verlag, New York 2006, ISBN 978-0-387-25494-4 (Print), ISBN 978-0-387-30744-2 (Online), DOI 10.1007/0-387-30744-3
  • Allgemeine Mikrobiologie; Georg Thieme Verlag Stuttgart, Hans G. Schlegel, 1992, ISBN 3-13-444607-3

[Bearbeiten] Weblinks

  • J.P. Euzéby: List of Prokaryotic Names with Standing in Nomenclature - Genus Bacillus
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