Bełchatów

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Bełchatów
Wappen von Bełchatów
Bełchatów (Polen)
Bełchatów
Bełchatów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Łódź
Landkreis: Bełchatów
Fläche: 35,00 km²
Geographische Lage: 51° 22′ N, 19° 22′ O51.36666666666719.366666666667Koordinaten: 51° 22′ 0″ N, 19° 22′ 0″ O
Einwohner: 59.469
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 97-400
Telefonvorwahl: (+48) 44
Kfz-Kennzeichen: EBE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WarschauBreslau
Nächster int. Flughafen: Łódź
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 35,00 km²
Einwohner: 59.469
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1699 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1001011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Marek Chrzanowski
Adresse: ul. Kościuszki 1
97-400 Bełchatów
Webpräsenz: www.belchatow.pl

Bełchatów [bɛwˈxatuf]?/i(deutsch Belchatow, 1943–1945 Belchental)[2] ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Łódź südlich von Łódź.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortes erfolgte 1391. Das Stadtrecht erhielt Bełchatów 1737. Preußen bekam den Ort 1793 unter seine Herrschaft. 14 Jahre später gehörte der Ort zum Herzogtum Warschau und 1815 zum Königreich Polen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchs die Textilindustrie zu einem wichtigen Wirtschaftszweig heran, nicht zuletzt durch die Nähe zu Łódź.

Nach der Wiedererrichtung des polnischen Staates wurde der Ort 1919 wieder polnisch, und 1925 erhielt er sein zwischenzeitlich verlorenes Stadtrecht wieder. Die Stadt wurde während des deutschen Überfalls auf Polen am 6. September 1939 von der Wehrmacht besetzt. Es wurde ein Ghetto errichtet, in dem etwa 5.000 Juden leben mussten. Dieses wurde im August 1942 „liquidiert“, die meisten Einwohner wurden in das Vernichtungslager Kulmhof gebracht und dort ermordet. 1943 wurde die Stadt in Belchental umbenannt (gem. Anordnung des Reichsstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943)[2]. Am 19. Januar 1945 marschierte die Rote Armee in den Ort ein. Bei Kriegsende war Bełchatów zu 50 % zerstört. 1965 wurde der Ort Hauptstadt eines eigenen Powiats. Diesen Status verlor er 1975 bei einer Gebietsreform wieder. Der Ort entwickelte sich durch entdeckte Braunkohlevorkommen gut. Das Kraftwerk Bełchatów ist mit 4.320 MW Leistung das größte europäische Braunkohlekraftwerk.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1860 lebten in der Stadt 1.899 Menschen, davon waren mit 1.139 die Juden die größte Gruppe, erst mit großem Abstand kamen die Polen mit 352 und die Deutschen mit 35 Menschen. 1931 ergab sich ein anderes Bild. Hier waren die Polen mit 4.160 Menschen am stärksten vertreten, allerdings dicht gefolgt von den Juden mit 3.970. Die deutschen Einwohner machten gerade mal 800 aus.

Jahr 1808 1820 1827 1857 1860 1897 1921 1931 1975 1995 2000 2005
Einwohnerzahl[3] 155 352 729 1.506 1.899 3.859 6.249 [4] 8.932 10.836 59.900 61.200 62.192

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Bełchatów zu der die gleichnamige Stadt nicht gehört, setzt sich aus folgenden 40 Ortsteilen mit einem Schulzenamt zusammen:

Adamów
Augustynów
Bukowa
Dobiecin
Dobiecin-Kolonia
Dobrzelów
Domiechowice
Grocholice (1943–1945 Grauchel)[5]
Helenów
Huta
Janina
Janów
Józefów
Kałduny
Kielchinów
Korczew
Księży Młyn
Kurnos Drugi (1943–1945 Kurnes)[5]
Kurnos Pierwszy
Ludwików
Ławy
Łękawa (1943–1945 Lenkau)[5]
Mazury
Mokracz
Myszaki
Niedyszyna
Oleśnik
Podwody
Podwody-Kolonia
Poręby
Postękalice
Rząsawa
Wielopole
Wola Kruszyńska
Wola Mikorska
Wólka Łękawska
Zawadów
Zawady
Zdzieszulice Górne
Zdzieszulice Dolne
Zwierzchów

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

Anastazów
Apolinów
Bernardów
Borki
Borowa
Bugaj
Bukowa-Kolonia
Chrojszcza
Dobiecin-Osada
Emilin
Góry Borowskie
Kalisko
Kanada
Karolew
Kąsie
Leonów
Łęg
Marianka
Mazury-Kolonia
Michałów
Mikorzyce
Morgi Rząsawskie
Morgi Zawadowskie
Niwy Postękalickie
Nowy Świat
Parasolka
Postękalice-Kolonia
Słok
Spólne
Studzianki
Wawrzkowizna
Wielopole-Osada
Wiktorów
Wizytka
Wygoda
Wygwizdów
Zalesna
Zawadów-Kolonia
Zawały
Zdzieszulice Górne-Osada

Sport[Bearbeiten]

Die Fußballer des Sportklubs GKS Bełchatów spielen in der 1. Liga (Orange Ekstraklasa/Vizemeister der Saison 2006/2007). Siehe auch GKS-Stadion.

Der Volleyballverein SKRA Bełchatów ist fünfmaliger polnischer Meister und erzielte Erfolge in Champions League.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bełchatów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Dezember 2014.
  2. a b  Nr. 62: Anordnung über die Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland. In: Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau. Nr. 12, Posen 18. Mai 1943, S. 98 (PDF, 1.8 MB, http://www.gross-wartenberg.de/vob/vob.pdf, abgerufen am 23. Januar 2011).
  3. aktuelle Daten: Główny Urząd Statystyczny: Ludność. Stan i struktura w przekroju terytorialnym.
  4. Virtuelles Schtetl, Geschichte und jüdische Gemeinschaft Bełchatóws.
  5. a b c Quelle: Deutsche Heereskarte, Europa 1:300 000, Q 52 Litzmannstadt, Ausgabe Nr. 3, Druck XII 1944, Folie D/414