Beat ’em up

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Screenshot von OpenMortal, einem freien Wettkampf-Beat-’em-up. Oben sind die Lebensbalken und die verbleibende Kampfzeit zu sehen.

Beat ’em up (englisch für „Schlag sie zusammen“), oft auch Prügelspiel genannt, ist ein Computerspiel-Genre, das den Einsatz von direkter körperlicher Gewalt in Form von verschiedenen, oft asiatisch inspirierten Kampfkunst-Stilen thematisiert. Die Spielfiguren kämpfen dabei je nach Thematik eventuell mit Blankwaffen. Das Spielgeschehen ist dabei in der Regel nicht realistisch und die Kämpfer verfügen meist über fantastische Fähigkeiten.[1]

Zwei bekannte Spielformen unter dem Lemma sind wettkampfbasierte Prügelspiele, im Englischen sogenannte “fighting games”, auch “versus fighting games” oder „competitive fighting games“ genannt, bei denen zwei ebenbürtige Gegner im Zweikampf gegeneinander antreten (beispielsweise Street Fighter oder Samurai Shodown), und levelstrukturierte Beat ’em ups, früher meist horizontal oder diagonal scrollend (z. B. Double Dragon, God Hand , Final Fight), in denen ein oder mehrere Spieler oft gemeinsam gegen verschiedene, schwächere Gegner kämpfen müssen. Um in den nächsten Level zu gelangen muss in der Regel ein zäherer Endgegner besiegt werden.

Abzugrenzen sind echte Sportsimulationen wie etwa Boxspiele, ferner Actionspiele, Action-Rollenspiele, Hack & Slay-basierte Spiele und andere Titel in denen der waffenlose Kampf nicht zentraler Inhalt ist, wie Jump ’n’ Runs, wobei jedoch oft Genreüberschneidungen auftreten können.

Eines der ersten (wettkampfbasierten) Beat ’em ups war Karate Champ (09/1984).[2] Drei Monate später erschien mit Kung-Fu Master das erste horizontal scrollende Beat ’em up. Kampfspiele gibt es seit 1979 (Arcade-Spiel Warrior).

Wettkampf-Beat-’em-up[Bearbeiten]

Street Fighter II (Arcade-Version)

In diesem Subgenre steht der sportliche Wettkampf zwischen der Spielfigur und einer Vielzahl von Gegnern im Vordergrund. Spielhintergrund ist meist eine Form von Turnier, das der Spieler gewinnen muss. Üblicherweise stehen dem Spieler mehrere Spielfiguren zur Auswahl, die alle über bestimmte Fähigkeiten verfügen. Hat man die Wahl getroffen, muss man alle Teilnehmer des Wettkampfes bezwingen. Um das Ziel zu erreichen, stehen dem Spieler neben einfachen Schlagtechniken (Hoher Schlag, Tiefer Schlag, Hoher Tritt, Tiefer Tritt in Kombination mit Ducken und Springen sowie Abwehr) meist so genannte Special Moves zur Verfügung, mit denen spezielle Fähigkeiten der Figur aktiviert werden können (oft Zauberkräfte: Feuerbälle, Teleport etc.). Die Special Moves setzen sich aus Kombinationen der Grundtechniken zusammen und erfordern ein gewisses Maß an Geschick beziehungsweise müssen erst entdeckt werden. Den Feuerball in der Serie Street Fighter führt man z. B. aus indem man eine Vierteldrehung des Steuerkreuzes in Richtung des Gegners ausführt und sofort danach Schlag drückt

Die Konfrontation mit einem Gegner findet in einer Runde statt. Beide Kontrahenten haben ein gewisses Maß an Lebensenergie. Verloren hat, wer als erster k.o. geht oder wer nach Ablauf von meist 99 Sekunden weniger Energie hat. Es werden in vielen Spielen mindestens zwei Runden gekämpft, drei, wenn nach der zweiten ein Unentschieden steht. Gekämpft wird in verschiedenen Arenen, die oft ebenfalls Auswirkungen auf den Spielverlauf haben – in einer Löwengrube taucht zum Beispiel ab und zu ein Löwe auf und raubt einem unvorsichtigen Kämpfer Lebensenergie. Hat man sich durch alle wählbaren Spielfiguren geprügelt, warten Sondergegner, bis man am Schluss gegen den Champion und meist auch bösen Antagonisten antreten muss.

Das Wettkampf-Beat-'em-up eignet sich gut als Spiel für zwei menschliche Spieler, die gegeneinander kämpfen; da spielbedingt meist beide Figuren auf dem Bildschirm sind, kann das Spiel auch in diesem Fall an einem einzigen Rechner/Konsole gespielt werden.

Wettkampf-Beat-'em-up sind ein weit verbreitetes Genre. Da sie handlungsmäßig eher einfach gestrickt sind, werden sie gerne verwendet, um die überragenden Hardwarefähigkeiten einer neuen Konsole zu demonstrieren (z. B. Virtua Fighter 5)

Chronik[Bearbeiten]

Das erste Kampfspiel für zwei Personen (gleichzeitig) war das Vektor-Arcade-Spiel Warrior (1979). Dieses ist ein Schwertkampf aus der Draufsicht. Das weniger bekannte Apple-II-Spiel Swashbuckler (1982) stellte bereits die typische 2D-Seitenperspektive dar, gilt aber meist als Adventure oder Actionspiel und konnte nur von einem Spieler gespielt werden. Im September 1984 folgte Karate Champ (Data East), welches als erste Beat ’em up gilt.

Das Arcade-Spiel Kung-Fu Master (Irem 12/84, lizenziert auch an Data East) war das erste horizontal-scrollende Beat ’em up. Die maximal zwei Spieler wechseln sich dort ab und kämpfen gegen Computergegner.

Sehr erfolgreich waren später Street Fighter II (1991), Mortal Kombat (1992) und Tekken (ab 1994). King of Fighters (1995) Nach den 2D-Beat ’em ups der 1980er und 1990er Jahren erscheinen nun vorwiegend 3D-Spiele. Es gibt sogar mit Infinity Online ein Massive Multiplayer Online Game (MMO).

Als eines der Negativbeispiele für Beat ’em ups gilt Rise of the Robots (1994).

Bekannte Beat-’em-ups[Bearbeiten]

Es gibt mehrere bekannte und vielfach fortgesetzte Beat-’em-up-Reihen, dazu gehören:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dobrovka: Computerspiele, S. 39, ISBN 9783826609206
  • ysrnry.co.uk: The YS Complete Guide To Beat-'em-ups – Transkription eines Artikels im Computerspiel-Magazin Your Sinclair, Ausgabe 53 vom Mai 1990 (englisch, aufgerufen am 9. Juni 2008)

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. spieleratgeber-nrw.de: Definition eines Beat ’em up (aufgerufen am 9. Juni 2008)
  2. homecomputermuseum.de