Beat Feuz
| Beat Feuz |
|||||||||||||||||||||
| Nation | |||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 11. Februar 1987 | ||||||||||||||||||||
| Geburtsort | Schangnau | ||||||||||||||||||||
| Größe | 172 cm | ||||||||||||||||||||
| Gewicht | 80 kg | ||||||||||||||||||||
| Beruf | Skirennfahrer / Maurer | ||||||||||||||||||||
| Karriere | |||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Disziplin | Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Super-Kombination |
||||||||||||||||||||
| Verein | SC Schangnau | ||||||||||||||||||||
| Status | aktiv | ||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | |||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
| Platzierungen im alpinen Skiweltcup | |||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
| letzte Änderung: 24. November 2012 | |||||||||||||||||||||
Beat Feuz (* 11. Februar 1987 in Schangnau) ist ein Schweizer Skirennfahrer. Er ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert und gehört seit 2011 der Nationalmannschaft von Swiss-Ski an.[1] Seine bisher grössten Erfolge sind der Gewinn von drei Goldmedaillen bei der Juniorenweltmeisterschaft 2007, der Sieg in der Abfahrt von Wengen am Lauberhorn 2012, sowie der zweite Platz im Gesamtweltcup der Saison 2011/12.
Inhaltsverzeichnis |
Biografie [Bearbeiten]
Jugend und Juniorenzeit [Bearbeiten]
Feuz, der Sohn eines Landwirts, erlernte das Skifahren in seiner Heimatgemeinde Schangnau im hinteren Emmental. Sein erstes Kinderrennen gewann er im Alter von sieben Jahren. Im Februar 1995, einen Tag vor seinem achten Geburtstag, brach er sich beim Schanzenspringen an einem JO-Rennen in Adelboden zwei Fersen und war daraufhin während drei Monaten auf einen Rollstuhl angewiesen.[2] 2002 gewann er den Slalom beim Trofeo Topolino. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre als Maurer.[3]
Als 15-Jähriger bestritt Feuz im Dezember 2002 seine ersten FIS-Rennen, wobei er zunächst hauptsächlich in den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom antrat. Die ersten Einsätze im Europacup folgten im November 2004. Weiterhin erwies sich der Slalom als seine stärkste Disziplin. In dieser gewann Feuz bei der Juniorenweltmeisterschaft 2005 in Bardonecchia die Bronzemedaille. Ende Dezember 2005 gelang ihm der erste Sieg in einem FIS-Rennen, einem Slalom in Sörenberg. 2006 ehrte ihn die Schweizer Sporthilfe als besten Nachwuchsathleten des Jahres.[4]
Lange Verletzungspause [Bearbeiten]
Am 10. Dezember 2006 nahm Feuz auf der Reiteralm erstmals an einem Weltcup-Rennen teil und klassierte sich in der Super-Kombination auf Platz 33. Zunehmend begann er auch Abfahrten und Super-Gs zu bestreiten. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2007 erwies sich Feuz als der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer: In Altenmarkt gewann er die Goldmedaille in der Abfahrt und im Super-G, in Flachau wurde er Dritter im Slalom und Elfter im Riesenslalom. Darüber hinaus gewann er die Goldmedaille in der aus Abfahrt, Riesenslalom und Slalom zusammengesetzten Kombinationswertung. Feuz durfte daraufhin am Weltcupfinale in der Lenzerheide teilnehmen und holte am 14. März 2007 mit Platz 14 in der Abfahrt sogleich die ersten Weltcuppunkte. Aufgrund seiner kleinen und damals etwas molligen Statur sowie seiner Schnelligkeit erhielt er von den Teamkollegen den Spitznamen «Kugelblitz».[5]
Im September 2007 zog sich Feuz während des Trainings auf dem Theodulgletscher in Zermatt einen Kreuzbandriss zu und musste als Folge davon die gesamte Saison 2007/08 ausfallen lassen.[6] 2008 zeichnete ihn die Sporthilfe zum zweiten Mal als Nachwuchssportler des Jahres aus, was vor ihm nur dem Radsportler Fabian Cancellara gelungen war.[4] Auch in der Saison 2008/09 konnte Feuz kein einziges Rennen bestreiten, nachdem er sich am 28. November 2008 im Abschlusstraining zur ersten Weltcupabfahrt in Lake Louise eine weitere Knieverletzung (Korbhenkelriss am Meniskus) zugezogen hatte.[7]
Aufstieg an die Weltspitze [Bearbeiten]
Nach einer über zweijährigen Verletzungspause griff Feuz zu Beginn der Saison 2009/10 wieder ins Weltcupgeschehen ein. Im Gegensatz zur Juniorenzeit konzentrierte er sich nun vollends auf die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G, wobei er sich vorerst im Mittelfeld etablieren konnte. Im Januar 2010 fuhr er bei den Lauberhornrennen in Wengen auf Platz 12 in der Super-Kombination, gleichbedeutend mit seinem bis dahin besten Weltcupergebnis.
Ähnlich verlief zunächst auch die Saison 2010/11 mit mehreren Platzierungen im Mittelfeld. Ende Februar 2011 stiess er in Kitzbühel und Chamonix erstmals unter die besten zehn vor. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen erreichte Feuz einen neunten Platz in der Abfahrt. In der Kombinationsabfahrt fuhr er auf den zweiten Platz, schied dann aber im Slalom kurz vor dem Ziel aus und vergab eine realistische Chance auf einen Medaillengewinn.[8] Der endgültige Durchbruch an die Weltspitze gelang ihm am 11. März 2011 mit seinem ersten Weltcupsieg, als er auf dem Olympiabakken in Kvitfjell die Abfahrt gewann[9], gefolgt von einem dritten Platz in der Abfahrt einen Tag später. Zum Saisonabschluss gewann er den Schweizer Meistertitel in der Super-Kombination.
Die erste Weltucp-Podestplatzierung in einem Super-G erzielte Feuz am 3. Dezember 2011 mit Platz 3 auf der Birds of Prey in Beaver Creek.[10] Am 16. Dezember folgte auf der Saslong in Gröden der erste Sieg in dieser Disziplin. Bei den Lauberhornrennen in Wengen stand er am 13. Januar 2012 als Zweiter der Super-Kombination erstmals auch in dieser Disziplin auf dem Podest. Einen Tag später entschied er die prestigeträchtige Lauberhornabfahrt für sich.[11] Im Verlaufe der Saison 2011/12 zeichnete sich zwischen Beat Feuz, dem Österreicher Marcel Hirscher und dem Kroaten Ivica Kostelić immer mehr ein Dreikampf um den Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung ab. Mit insgesamt vier Podestplätzen klassierte sich Feuz in der Kombinationswertung auf dem zweiten Platz hinter Kostelić. Da der Kroate daraufhin eine vierwöchige Verletzungspause einlegen musste, lieferte sich Feuz mit Hirscher nun ein Duell. Er gewann die Abfahrt auf der Rosa Chutor in Krasnaja Poljana (bei Sotschi) sowie den Super-G in Kvitfjell. Das Weltcupfinale in Schladming, von den Medien zum großen „Showdown“ hochstilisiert, nahm er mit 55 Punkten Vorsprung in Angriff. Diesen baute er in der letzten Abfahrt der Saison zwischenzeitlich auf 135 Punkte aus; in der Disziplinenwertung musste er sich um 7 Punkte Klaus Kröll geschlagen geben.[12] Nach Feuz’ Ausfall und Hirschers überraschendem dritten Platz im letzten Super-G lag der Vorteil wieder auf der Seite des Österreichers. Im letzten Riesenslalom blieb Feuz ohne Punkte, während Hirscher siegte und ihn in der Gesamtwertung überholte. Da Feuz auf den abschliessenden Slalom verzichtete, stand Hirscher somit als Gesamtsieger fest.[13]
Nach Ende der Saison 2011/12 liess sich Feuz einen Knochenabriss im linken Knie fixieren, beim Sommertraining in Chile erlitt er im selben Knie einen Knorpel- und Meniskusschaden.[14] Auf einen Start beim Auftaktrennen der Weltcupsaison 2012/13 verzichtete Feuz, kurz darauf musste er wegen einer Entzündung im linken Knie neuerlich in ärztliche Behandlung. Am 21. November 2012 gab er bekannt, aufgrund der anhaltenden Knieprobleme im gesamten Winter 2012/13 keine Rennen bestreiten zu können.[15]
Erfolge [Bearbeiten]
Weltmeisterschaften [Bearbeiten]
- Garmisch-Partenkirchen 2011: 9. Abfahrt
Juniorenweltmeisterschaften [Bearbeiten]
- Bardonecchia 2005: 3. Slalom, 8. Kombination, 10. Super-G, 11. Riesenslalom, 35. Abfahrt
- Québec 2006: 4. Abfahrt, 4. Super-G, 17. Riesenslalom
- Altenmarkt/Flachau 2007: 1. Abfahrt, 1. Super-G, 1. Kombination, 3. Slalom, 11. Riesenslalom
Weltcupwertungen [Bearbeiten]
- Saison 2010/11: 7. Abfahrtsweltcup
- Saison 2011/12: 2. Gesamtweltcup, 2. Abfahrtsweltcup, 2. Kombinationsweltcup, 3. Super-G-Weltcup
Weltcupsiege [Bearbeiten]
- 15 Podestplätze, davon 5 Siege:
| Datum | Ort | Land | Disziplin |
|---|---|---|---|
| 11. März 2011 | Kvitfjell | Norwegen | Abfahrt |
| 16. Dezember 2011 | Gröden | Italien | Super-G |
| 14. Januar 2012 | Wengen | Schweiz | Abfahrt |
| 11. Februar 2012 | Krasnaja Poljana | Russland | Abfahrt |
| 2. März 2012 | Kvitfjell | Norwegen | Super-G * |
* zeitgleich mit Klaus Kröll
Weitere Erfolge [Bearbeiten]
- 1 Schweizer Meistertitel (Super-Kombination 2011)
- 9 Siege bei FIS-Rennen
- Nachwuchsathlet der Jahre 2005 und 2007
Weblinks [Bearbeiten]
- Website von Beat Feuz
- Statistik auf der FIS-Website (englisch)
- Beat Feuz bei Ski-db (englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ 40 Athletinnen und 43 Athleten für Swiss-Ski Kader selektioniert. Swiss-Ski, 20. April 2011, abgerufen am 5. Mai 2011
- ↑ Vom Rollstuhl auf den Thron! Blick, 15. Januar 2012, abgerufen am 16. Januar 2012.
- ↑ Beat Feuz' grosse Stunde. Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2011, abgerufen am 14. März 2012.
- ↑ a b Ehre für Lara Gut und Beat Feuz. Schweizer Sporthilfe, 18. April 2008, abgerufen am 18. Oktober 2008.
- ↑ Beat Feuz oder die Leichtigkeit des Seins. Neue Zürcher Zeitung, 2. Dezember 2011, abgerufen am 14. März 2012.
- ↑ Sporthilfe wünscht Beat Feuz gute Besserung! news.ch, 5. Oktober 2007, abgerufen am 6. Oktober 2007.
- ↑ Beat Feuz fällt drei Monate aus. Neue Zürcher Zeitung, 1. Dezember 2008, abgerufen am 2. Dezember 2008.
- ↑ Es bricht eine kleine Welt zusammen. Basler Zeitung, 14. Februar 2011, abgerufen am 14. März 2012.
- ↑ Weltcup in Kvitfjell: Feuz überrascht und gewinnt erste Abfahrt. skiinfo.de, 11. März 2011, abgerufen am 6. Dezember 2011.
- ↑ Viletta die Sensation, Feuz die Bestätigung: Cuche kommt unter Druck. skionline.ch, 3. Dezember 2011, abgerufen am 7. Dezember 2011.
- ↑ Feuz triumphiert am Lauberhorn. skionline.ch, 14. Januar 2012, abgerufen am 14. März 2012.
- ↑ Beat Feuz im Gesamt-Weltcup nun 135 Punkte vorne. Die Südostschweiz, 14. März 2012, abgerufen am 14. März 2012.
- ↑ Feuz verzichtet auf den Slalom-Start. 20 Minuten, 17. März 2011, abgerufen am 17. März 2012.
- ↑ Der Arzt: Das sind die drei Probleme des Beat Feuz. skionline.ch, 21. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
- ↑ Beat Feuz gibt auf: Keine Rennen in diesem Winter! skionline.ch, 21. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Feuz, Beat |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Skirennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1987 |
| GEBURTSORT | Schangnau, Schweiz |