Beatrice Weder di Mauro

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Beatrice Weder di Mauro (* 3. August 1965 in Basel) ist eine schweizerisch-italienische Wirtschaftswissenschaftlerin.

Sie ist seit 2004 im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (bekannter als "Rat der Wirtschaftsweisen"). Im Februar 2012 teilte sie mit, dort zum Monatsende auszuscheiden und in der Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS zu wechseln.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Weder di Mauro verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Guatemala, wo sie die Deutsche Schule besuchte. Im Alter von 16 Jahren kehrte sie mit ihrer Familie in die Schweiz zurück.

Nach der Matura in Münchenstein und einem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Basel promovierte sie dort 1993 mit einer Arbeit zum Thema „Wirtschaft zwischen Anarchie und Rechtsstaat“. Danach war Weder di Mauro als Ökonomin beim Internationalen Währungsfonds (1994–1996) und bei der Weltbank tätig (1996–1997). Von 1998 bis 2000 war sie an der Universität Basel Assistenzprofessorin, 2000–2001 Titularprofessorin der Nationalökonomie. Ab 1999 folgten sporadische Gastaufenthalte beim Internationalen Währungsfonds, an der Universität der Vereinten Nationen in Tokio (2000) und an der Harvard University sowie ab 2003 beim Federal Reserve Board in New York.

Seit April 2001 hat Weder di Mauro eine Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der internationalen Finanzmärkte. 2002–2004 war Weder di Mauro Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Konjunkturfragen in Bern. Seit 2003 ist sie Mitherausgeberin des „Applied Economics Quarterly“, seit 2003 „Research Affiliate“ des „Center for Economic Policy Research“ (CEPR) in London.

Im Juni 2004 wurde Weder di Mauro als Nachfolgerin Axel Webers in den deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („fünf Wirtschaftsweise“) berufen. Sie ist in dieser Position das jüngste berufene Mitglied, die erste Frau und die erste Nichtdeutsche. Im Februar 2012 wurde bekannt, dass Weder di Mauro ihre Tätigkeit als Wirtschaftsweise zum turnusgemäßen Ende der Amtszeit am 29. Februar 2012 aufgibt, weil sie für den Verwaltungsrat für die Schweizer Bank UBS nominiert wurde und einen Interessenkonflikt vermeiden möchte.[2]

Von 2005 bis 2010 war sie im Aufsichtsrat der Ergo Versicherungsgruppe, seit 2010 ist sie im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp und seit 2011 in dem der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft. Daneben gehört sie seit 2006 dem Verwaltungsrat von Hoffmann-La Roche an.[3]

Neben Beiträgen in Fachzeitschriften verfasst sie auch populärwissenschaftliche Artikel. Zudem schrieb sie Kolumnen für die Basler Zeitung (über Themen wie Konjunktur, Börse, internationale Finanzströme und Entwicklungshilfe). Des Weiteren ist sie seit 2006 Mitglied der Jury des „Postbank Finance Award“.

Weder di Mauro spricht Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch, sie kann sich auch auf Französisch und mit Einschränkungen auch auf Japanisch und Russisch verständigen. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.

[Bearbeiten] Werke

  • Five essays on economic causes of corruption – Basel : WWZ-Forum, 2002
  • Institutional reform in transition economics – Washington, DC : Internat. Monetary Fund, 2001
  • Model, myth or miracle – Tokyo : United Nations Univ. Pr., 1999. ISBN 92-808-1030-8
  • Wirtschaft zwischen Anarchie und Rechtsstaat – Chur : Rüegger, 1993. ISBN 3-7253-0469-6

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rheinische Post 4. Februar 2012
  2. Meldung in ZDF.heute, abgerufen am 3. Februar 2012.
  3. Lebenslauf, Website der Universität Mainz. Abgerufen am 29. April 2011.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Artikel

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