Beatrijs von Nazareth

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Beatrijs von Nazareth, OCist (* 1200 in Tienen (heutiges Belgien); † 29. August 1268 im Kloster Nazareth) war eine flämische Mystikerin.

Ihre Lebensgeschichte ist bekannt durch eine mittelalterliche lateinische Vita, die "Vita Beatricis", verfasst von einem unbekannten Geistlichen, der sich dafür auf verlorengegangene Aufzeichnungen Beatrijs’ stützte.

Beatrijs’ wohlhabender Vater stiftete nach dem Tod seiner Frau im Laufe der Zeit drei Klöster, Bloemendaal, Magdendaal und Nazareth, und trat schließlich selbst in den Zisterzienserorden ein. Auch seine Kinder wurden Ordensleute. Beatrijs hatte zuvor bei Beginen in Zoutleeuw und bei den Schwestern in Bloemendaal eine gute Schulbildung erhalten. In Bloemendaal wurde sie dann selbst Zisterzienserin. Während eines Aufenthaltes im Kloster in Rameia/Rameige/La Ramee, wo sie die Anfertigung von kunstvollen Handschriften lernte, schloss sie Freundschaft mit Ida von Nivelles. 1236 kam sie in das Kloster Nazareth. Dort wurde sie zur Priorin gewählt, ein Amt, das sie bis zu ihrem Tod ausübte.

Beatrijs verfasste ein mystisches Werk in flämischer Sprache ("Seven manieren van minne", also "Sieben Arten der Liebe"), das sich mit verschiedenen Aspekten spiritueller Erfahrung beschäftigt. In dieser Schrift lassen sich u.a. Einflüsse der Liebesmystik Bernhards von Clairvaux nachweisen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Dinzelbacher: Mittelalterliche Frauenmystik. Paderborn, 1993.
  • Kurt Ruh: Geschichte der abendländischen Mystik Band II, Frauenmystik und franziskanische Mystik der Frühzeit. München 1993, S. 138-157.