Becicherecu Mic

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Becicherecu Mic
Klein-Betschkerek
Kisbecskerek
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Becicherecu Mic (Rumänien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 50′ N, 21° 3′ O45.83416666666721.05166666666788Koordinaten: 45° 50′ 3″ N, 21° 3′ 6″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 88 m
Fläche: 61,42 km²
Einwohner: 2.853 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307040
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Raimond Ovidiu Rusu (USL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 649
loc. Becicherecu Mic, jud. Timiș, RO–307040
Website:
Lage von Becicherecu Mic im Kreis Timiș
Josephinische Landesaufnahme

Becicherecu Mic, auch Becicherecul-Mic (zwischen 1920–1925 Țichindeal; deutsch Klein-Betschkerek oder Kleinbetschkerek, serbisch Mali Bečkerek, ungarisch Kisbecskerek) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, im rumänischen Banat, 17 km nordwestlich von Timișoara (Temeswar).

Lage[Bearbeiten]

Die Höhe über dem Meeresspiegel der Adria beträgt 79-88 m. Die Ortschaft wird von der Landstraße DN 6 Timișoara– Sânnicolau Mare durchquert und hat über die Bahnstrecke Timișoara–Cenad Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Biled Satchinez Hodoni
Iecea Mică Nachbargemeinden Dudeștii Noi
Beregsău Mic Beregsău Mare Săcălaz

Etymologie[Bearbeiten]

1232 tritt die Bezeichnung Terra Potkerequ erstmals in Erscheinung. Hundert Jahre später 1332 wurde der Ort urkundlich erwähnt. 1462 wurde die Domäne der Familie Hagymasy aus Beregsău mittels einer Schenkung zugeteilt. Während der ottomanischen Herrschaft (1552-1716) hieß der Ort Crucea. Zu Beginn der Habsburgischen Herrschaft (1717) war die Ortschaft unter der Bezeichnung Peschered (rumänisch: Pescăreț) eingetragen, was soviel wie Fischteiche (rumänisch: bălți cu pește) bedeutet. Auf der Mercykarte von 1723 erschien erstmals die Bezeichnung Becicherecu Mic, die von dem Gutsbesitzer Pechereky herrührt. 1743 erschien der Ort unter der Bezeichnung Bezsierek. Von 1920 bis 1925 hieß die Ortschaft Țichindeal nach dem rumänischen Gelehrten Dimitrie Țichindeal. Diese Bezeichnung konnte sich aber bei der Bevölkerung nicht durchsetzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Becicherecu Mic wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt. Während der Josephinischen Landesaufnahme von Claudius Florimund Mercy (1727) bestand die Ortschaft aus 36 Häusern, die von serbischen Hirten bewohnt waren. Aus diesem Grund nannte man später die Siedlung Raizisch-Klein-Betschkerek. 1748 zogen auch einige aus Siebenbürgen stammende Walachen aus Neu-Beschenowa hinzu. 1777, als Raizisch-Klein-Betschkerek schon aus 205 Häusern bestand, lebten hier auch 13 Deutsche.

1785 kam es zur Gründung Deutsch-Klein-Betschkereks. In den südlich von der raizischen Siedlung errichteten 116 Kolonistenhäusern zogen deutsche Siedler ein. 1890 kam es zum Zusammenschluss der beiden Ortschaften unter der Bezeichnung Klein-Betschkerek.

Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, wurden alle deutschstämmigen Männer im Alter von 16–45 und Frauen zwischen 18–30 zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern in Rumänien vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage. Das Nationalisierungsgesetz vom 11. Juni 1948 sah die Verstaatlichung aller Industrie- und Handelsbetriebe, Banken und Versicherungen vor, wodurch alle Wirtschaftsbetriebe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit enteignet wurden. Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe, gemäß dem "Plan zur Evakuierung von Elementen über einen Abschnitt von 25 km, deren Präsenz eine Gefahr für das Grenzgebiet mit Jugoslawien darstellen" statt. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Konfessionen[Bearbeiten]

Im Dorf gibt es drei Kirchen, eine römisch-katholische, eine serbisch-orthodoxe und eine rumänisch-orthodoxe. Der Grundstein zur römisch katholischen Kirche von Klein-Betschkerek wurde am 29. Mai 1810 gelegt und am 17. November 1811 zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariä geweiht. Mit 42 m war sie eine der höchsten Kirchen im Banat. Die katholische Kirche wurde während eines Sturms im Jahre 1998 stark beschädigt.

Demografie[Bearbeiten]

Volkszählung[2] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 3379 428 21 2395 535
1910 3666 421 95 2531 619
1930 3318 426 40 2296 558
1977 2774 1741 18 619 396
2002 2417 2062 31 48 276
2011[1] 2853 2382 43 33 395

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Rech: Hundertfünfzig Jahre deutsches Becicherecul-Mic, 1936 [3]
  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. kia.hu, (PDF; 982 kB) E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Timiș laut Volkszählungen von 1880 - 2002
  3. kleinbetschkerek.de (PDF-Datei; 2,85 MB), Johann Rech: Hundertfünfzig Jahre deutsches Becicherecul-Mic