Beclean

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Beclean im Kreis Bistrița-Năsăud. Für die gleichnamige Gemeinde im Kreis Brașov siehe Beclean (Brașov).
Beclean
Bethlen
Wappen von Beclean
Beclean (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Bistrița-Năsăud
Koordinaten: 47° 11′ N, 24° 11′ O47.177524.18263Koordinaten: 47° 10′ 39″ N, 24° 10′ 48″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 263 m
Fläche: 45,36 km²
Einwohner: 10.628 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 425100
Telefonvorwahl: (+40) 02 63
Kfz-Kennzeichen: BN
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 3 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Coldău, Figa, Rusu de Jos
Bürgermeister: Nicolae Moldovan (PSD)
Postanschrift: Aleea Ghiocelului nr. 6
loc. Beclean, jud. Bistrița-Năsăud, RO-425100
Website:

Beclean (auch Beclean pe Someș, deutsch und ungarisch Bethlen) ist eine Stadt im Kreis Bistrița-Năsăud in Rumänien. Zu ihr gehören neben der eigentlichen Stadt Beclean auch die Dörfer Coldău, Figa und Rusu de Jos.

Lage[Bearbeiten]

Beclean liegt im Norden Siebenbürgens am Fluss Someșul Mare (Großer Somesch). Die Kreishauptstadt Bistrița befindet sich etwa 25 km östlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist 1235[2] erstmals urkundlich erwähnt. Zur Abwehr von Tatareneinfällen wurde eine Burg angelegt, die zunächst aus Erdwällen, später aus Steinmauern bestand. 1438 wurde die Burg Stammsitz der ungarischen Adelsfamilie Bethlen, der unter anderem der siebenbürgische Fürst Gábor Bethlen entstammte. Während der Kuruzenkriege zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Beclean von habsburgischen Truppen erobert und die Burg zur Vorbeugung weiterer Erhebungen geschleift.

Nachdem Bethlen/Beclean seit seiner Entstehung zum Königreich Ungarn gehört hatte, kam es nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien. Von 1940 bis 1944 kam der Ort infolge des Zweiten Wiener Schiedsspruches vorübergehend wieder zu Ungarn. 1968 wurde Beclean zur Stadt erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Beclean wurde zunächst von seiner vorwiegend ungarischen Bevölkerung geprägt. Im Zuge der zunehmenden Besiedlung Siebenbürgens durch Rumänen kam es im Ort spätestens im 19. Jahrhundert zu einer rumänischen Bevölkerungsmehrheit. Bei der offiziellen Volkszählung im Jahr 1850 waren etwa 60 Prozent der Bewohner Rumänen, 20 Prozent Ungarn, die übrigen Juden, Zigeuner und Deutsche. Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 kam es in Siebenbürgen zu einem ausgeprägten Magyarisierungsdruck, der sich in Beclean bei der Volkszählung von 1910 in einer relativen ungarischen Bevölkerungsmehrheit niederschlug. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil der Rumänen kontinuierlich an. Bei der Volkszählung 2002 bezeichneten sich von damals 10.878 Bewohnern 8.700 als Rumänen, 1.814 als Ungarn, 328 als Zigeuner, 19 als Deutsche, 8 als Ukrainer, 3 als Italiener, 1 als Türke; 5 weitere gaben eine andere Nationalität an.[3] Im Jahr 2002 lebten in der Stadt selbst 9.330 Einwohner, in den drei Katastralgemeinden 1.548.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Beclean liegt an der Nationalstraße 17, die von Dej nach Suceava führt. Am Stadtrand zweigt die Nationalstraße 17C ab, die Siebenbürgen mit der Maramureș verbindet.

Die Stadt ist außerdem ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Von der Bahnstrecke Dej–Bistrița zweigt hier die Linie nach Rodna ab, die eine wichtige Funktion in der Verbindung zwischen Siebenbürgen einerseits und der Maramureș und der Bukowina andererseits erfüllt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Beclean
  • insgesamt drei Schlösser der Familie Bethlen
  • Reste der Burg
  • ungarisch-reformierte Kirche aus dem 15. Jahrhundert
  • rumänisch-orthodoxe Kirche von 1800–1808

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beclean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. * Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  3. Volkszählungen in Siebenbürgen 1850-2002 (ung.)
  4. www.kia.hu (PDF; 677 kB)