Bedarf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Ausdruck Bedarf (nur Einzahl[1], Plural Bedarfe nur in Fachsprachen[2]) ist mehrdeutig. Er bedeutet

  • allgemein ein Bedürfnis, ein Erfordernis, eine erforderliche Menge oder einen Verbrauch, eine Nachfrage;
  • in der Wirtschaftswissenschaft das mit Kaufkraft (Geld) verbundene Bedürfnis;
  • im Familienrecht bestimmt die Bedürftigkeit über die Berechtigung, Unterhaltszahlungen von anderen Familienangehörigen oder Ehegatten einen bestimmten Bedarf in Form von Geld oder Naturalien verlangen zu können;
  • im Fürsorgerecht das sozialrechtliche Existenzminimum, das ein Betroffener vom Staat beanspruchen kann, wenn er es nicht selbst erwirtschaften oder sonst decken kann.

Wirtschaftswissenschaft[Bearbeiten]

In der Wirtschaftswissenschaft wird terminologisch der Bedarf vom Bedürfnis unterschieden. Bedarf ist ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis. Ein Bedarf setzt voraus, dass jemand zur Bedürfnisbefriedigung Kaufkraft einsetzen will und kann. Der Bedarf tritt auf dem Markt als Nachfrage nach einem Wirtschaftsgut (Waren, Dienstleistungen) auf.

Bedarf in der Betriebswirtschaftslehre

Einige Beispiele für Bedarfsarten in der Betriebswirtschaftslehre:

Familienrecht[Bearbeiten]

Eine Person gilt im Familienrecht nach § 1577 Abs. 1 BGB als bedürftig, wenn und soweit sie nicht in der Lage ist, ihren Bedarf selbst zu decken. In den Anspruch auf Unterhalt gehen Fragen nach Unterhaltsgrund, Bedarf, Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit ein.

Fürsorgerecht[Bearbeiten]

Der Bedarf ist derjenige Betrag, den der Berechtigte zur angemessenen finanziellen Deckung seines Lebensunterhalts vom Staat beanspruchen kann. Die Höhe des zu gewährenden Arbeitslosengeld II bzw. der Sozialhilfe hängt von der Bedürftigkeit ab. Hierbei wird in Deutschland von einer Bedarfsgemeinschaft ausgegangen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bedarf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. z.B. Bertelsmann/vorm. Knaur Die neue Rechtschreibung München 1996, S. 239
  2. Bedarf. In: duden.de. Abgerufen am 21. Mai 2015.