Bedarf

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Der Ausdruck Bedarf (nur Einzahl[1], Plural Bedarfe trotzdem im Rechtsdeutsch[2]) ist mehrdeutig. Er bedeutet

  • allgemein ein Bedürfnis, ein Erfordernis, eine erforderliche Menge oder einen Verbrauch, eine Nachfrage;
  • in der Wirtschaftswissenschaft das mit Kaufkraft (Geld) verbundene Bedürfnis;
  • in Systemen der sozialen Sicherung eine Anspruchsberechtigung auf einen Betrag, eine Menge oder ein Volumenden.

Wirtschaftswissenschaft[Bearbeiten]

In der Wirtschaftswissenschaft wird terminologisch der Bedarf vom Bedürfnis unterschieden. Bedarf ist ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis. Ein Bedarf setzt voraus, dass jemand zur Bedürfnisbefriedigung Kaufkraft einsetzen will und kann. Der Bedarf tritt auf dem Markt als Nachfrage nach einem Wirtschaftsgut (Waren, Dienstleistungen) auf.

Bedarf in der Betriebswirtschaftslehre

Einige Beispiele für Bedarfsarten in der Betriebswirtschaftslehre:

Soziale Sicherung[Bearbeiten]

Der Bedarf ist derjenige Betrag, den der Berechtigte zur angemessenen finanziellen Deckung seines Lebens beanspruchen kann. Der Betrag kann auch operationalisert werden und über Einzelprodukte definiert sein, die z.B. ein Mensch in einem fixierten Zeitraum objektiv bzw. durch politische Festlegung benötigt.

Eine Person gilt im Familienrecht nach § 1577 Abs. 1 BGB als bedürftig, wenn und soweit sie nicht in der Lage ist, ihren Bedarf selbst zu befriedigen. In den Anspruch auf Unterhalt gehen Fragen nach Unterhaltsgrund, Bedarf, Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit ein.

Auch die Höhe der Gewährung von Sozialhilfe hängt von der Bedürftigkeit ab. Hierbei wird in Deutschland von einer Bedarfsgemeinschaft ausgegangen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. z.B. Bertelsmann/vorm. Knaur Die neue Rechtschreibung München 1996, S. 239
  2. vgl. z.B. § 28 des SGB XII

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bedarf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen