Bee Gees

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Bee Gees
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Barry, Robin und Maurice Gibb (1968)
Barry, Robin und Maurice Gibb (1968)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop, R&B, Rock, Disco
Gründung 1958
Auflösung 2003, 2012[1]
Neugründung 2009
Website www.beegees.com
Gründungsmitglieder
Robin Gibb († 2012)
Gesang, Leadgitarre
Barry Gibb
Gesang, Bass, Keyboard
Maurice Gibb († 2003)
Ehemalige Mitglieder
Rhythmusgitarre
Vince Melouney
Colin Petersen
Stern der Bee Gees auf dem Walk of Fame in Hollywood (verliehen am 12. Januar 1979)

Die Bee Gees waren eine englischsprachige Popgruppe der Brüder Barry, Maurice und Robin Gibb, die 1958 als Kinderband in Australien mit Beatmusik ihre musikalische Karriere begann. Die Familie Gibb kehrte 1966 nach Großbritannien zurück, nachdem die Band einen Vertrag mit Polydor unterschrieben hatte. Danach wurden die Bee Gees weltweit bekannt. 1969 trennte die Gruppe sich im Streit, wurde jedoch bereits wenige Monate später wieder vereinigt. Mit dem 1977 erschienenen Soundtrack zum Film Saturday Night Fever feierte die Gruppe ihren größten kommerziellen Erfolg.

In der „Millennium Edition“ des Guinness-Buchs der Rekorde sind die Bee Gees als „erfolgreichste Familienband der Welt“ verzeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste musikalische Schritte[Bearbeiten]

Die Brüder Barry (* 1. September 1946), Robin (* 22. Dezember 1949; † 20. Mai 2012) und Maurice (* 22. Dezember 1949; † 12. Januar 2003) Gibb wurden auf der Isle of Man geboren und verbrachten dort bis Anfang der 1950er Jahre ihre frühe Kindheit. Die Familie zog dann zunächst nach Manchester und 1958 nach Australien, wo sie australische Staatsbürger wurden.

Schon im Alter von sechs Jahren standen die Zwillinge Robin und Maurice und der drei Jahre ältere Bruder Barry Gibb unter verschiedensten Namen wie The Rattlesnakes, Wee Johnny Hayes & the Blue Cats oder Barry & the Twins auf der Bühne. Sie wurden beeinflusst von dem Skiffle-König Lonnie Donegan sowie dem Rock ’n’ Roller Tommy Steele. Später trat die Gruppe auch unter den Namen B.G.s und Gibb Brothers auf.

Die Brüder Gibb erhielten 1960 ihre erste dreißigminütige Fernsehshow im australischen Regionalfernsehen. 1963 erschien ihre erste Single Three Kisses of Love. Ihren ersten Top-Ten-Hit in Australien hatten sie 1965 mit Wine and Women. Im selben Jahr wurde Barry Gibb – der bereits seit Anfang der 1960er Jahre für eine Vielzahl von Künstlern Songs schrieb – als bester Songwriter ausgezeichnet (für I Was a Lover a Leader of Men). Als die Bee Gees – mittlerweile Teenie-Stars – 1966 mit Spicks and Specks ihren ersten Nummer-eins-Hit in Australien hatten, waren sie bereits mit dem Schiff auf dem Weg nach Großbritannien, wo Robert Stigwood sie unter Vertrag nahm.

1967–1968: Beginn des transnationalen Erfolges[Bearbeiten]

Verstärkt durch den Gitarristen Vince Melouney und den Schlagzeuger Colin Petersen hatten sie im Frühjahr 1967 ihren ersten weltweiten Millionen-Erfolg mit der düsteren Ballade New York Mining Disaster 1941. Es folgten zahlreiche weitere Hits wie To Love Somebody, Massachusetts, World, Words, I’ve Gotta Get a Message to You.

Die Bee Gees wurden innerhalb kürzester Zeit als größte Konkurrenz der Beatles gehandelt. Vor allem bei den Medien waren die Bee Gees sehr beliebt, da sie – im Gegensatz zu den Beatles oder Rolling Stones – das Image von wohlerzogenen Musikern fernab von Drogen hatten. Barry Gibb, der 1968 unter anderem zum schönsten Mann der Welt gewählt wurde, galt in dieser Zeit als Sexsymbol.

Von den Kritikern 1967 zunächst noch hochgelobt, fielen die Brüder Gibb – je kommerziell erfolgreicher sie wurden – vor allem bei den britischen Musikfachzeitschriften zunehmend in Ungnade. Ihre Texte wurden als surreal bis unsinnig bezeichnet (zum Beispiel „Now, I found, that the world is round and of course it rains everyday.“ World) und die oftmals mit großem Orchester und Chor arrangierten Songs als kitschig kritisiert.

1969–1975: Auflösung und Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Ende 1969 löste sich die Gruppe auf, nachdem sich die Brüder zerstritten hatten. Als erster verließ Vince Melouney die Gruppe, dann Robin Gibb und dann Colin Petersen. Erwähnenswert ist, dass nach der Trennung von Robin ein Fernsehauftritt in England folgte, bei dem Schwester Lesley Gibb als Vertreterin von Robin auftrat. Es blieb jedoch bei diesem einen Versuch. Als Duo wirkten die Brüder Barry und Maurice im englischen Fernsehfilm Cucumber Castle mit und brachten das gleichnamige Album unter anderem mit den Songs Don’t Forget to Remember und I.O.I.O. heraus. Nachdem auch sie sich getrennt hatten, versuchte es jeder der Gibb-Brüder mit eigenen Projekten. Als Solokünstler war lediglich Robin Gibb (die Singles Saved by the Bell, August, October, One Million Years und das Album Robins Reign) erfolgreich, wobei er jedoch stark von Maurice unterstützt wurde.

Bereits Mitte 1970 konnte der Streit zwischen den Brüdern beigelegt werden und es kam zu einer Wiedervereinigung der Band. Sie bestand aber nur noch aus Barry, Maurice und Robin Gibb; Vince Melouney und Colin Petersen waren nicht mehr dabei. Unmittelbar nach ihrer Wiedervereinigung hatten die Bee Gees vor allem in den USA eine Reihe von Hits, zwei davon mit Goldstatus (Lonely Days und How Can You Mend a Broken Heart[2]).

In Europa wurden die Bee Gees Anfang der 1970er Jahre zunehmend bedeutungslos (einziger Top-Ten-Hit in Deutschland bis 1978: I.O.I.O. (1970)[3], in Großbritannien bis 1975 Run to Me (1972)[4]). Doch auch in den USA ließ der Erfolg nach; ihre Platten erreichten in den Jahren 1973 und 1974 nur noch mit Mühe die Top 100. Zu dieser Zeit konnten die Bee Gees lediglich in Südostasien Hits landen (Nummer eins unter anderem in Hongkong und Japan mit Melody Fair, Wouldn’t I Be Someone, Saw a New Morning).

1975–1979: Das erste Comeback und die Disco-Welle[Bearbeiten]

Doch bereits 1975 erlebten sie weltweit ein überraschendes Comeback, indem sie einen neuen Sound mit verstärkten R&B-Elementen, Falsettgesang und pulsierenden Disco-Beats präsentierten. Mit den LPs Main Course, Children of the World und Here at Last … und den daraus ausgekoppelten Single-Hits (u. a. Jive Talkin' , Nights on Broadway, You Should Be Dancing) waren sie laut der US-Zeitschrift Billboard bereits Ende 1977 die erfolgreichste Band der 1970er Jahre. Doch erst der Soundtrack zum 1977 erschienenen Film Saturday Night Fever, mit Welthits wie Stayin’ Alive, Night Fever und How Deep Is Your Love, machte sie, nun auch in Deutschland, zu Mega-Stars. Das Album ist bis heute der zweitmeistverkaufte Soundtrack in den USA – nur Bodyguard von Whitney Houston ging dort öfter über den Ladentisch.[5] Saturday Night Fever wird seit 2002 auch als Musical aufgeführt, mit zahlreichen Aufführungen in Deutschland.

Der unverkennbare dreistimmige Falsettgesang wurde für die Bee Gees und die gesamte Disco-Ära ein Markenzeichen. Vor allem in den USA grassierte die „Bee-Gee-Mania“: Im Sommer 1978 waren für einige Wochen die ersten drei Plätze der US-Charts in fester Hand der Brüder Gibb. Gleichzeitig waren sie mit zwei weiteren Hits in den Top-Ten (Plätze 5 und 7) vertreten und sind somit gemeinsam mit den Beatles die einzige Gruppe, die gleichzeitig fünf Songs in den Top-Ten halten konnte. Allein in den Jahren 1978 und 1979 verbuchten sie in den USA sechs Nummer-eins-Hits in Folge.[2]

1980–1987: Das Ende der Disco-Musik[Bearbeiten]

Nach dem Hoch kam der Fall der Disco-Musik. Die 1981 veröffentlichte Single He’s a Liar erreichte nur noch Platz 30 – die schlechteste Position seit ihrem Tiefpunkt 1974. Zwischen 1981 und 1987 erschienen neben dem Soundtrack zum Film Staying Alive einige Solo-Platten von Barry (Shine Shine erreichte Platz 37 in den USA) und Robin Gibb, der vor allem in Europa mit Hits wie Another Lonely Night in New York (1983), Juliet (1983) oder Boys Do Fall in Love (1984) recht erfolgreich war.

1987–2001: Das zweite Comeback[Bearbeiten]

Ende der 1980er Jahre feierten die Brüder Gibb ein erneutes Comeback mit dem Hit You Win Again (1987) und bewiesen, dass sie auch ohne Falsett-Gesang wieder erfolgreiche Musik machen konnten. 1988 starb ihr jüngster Bruder Andy Gibb, der bis dahin als Solokünstler bekannt war, an Herzversagen. Dies war kurz vor der Veröffentlichung ihres Albums One (1989). Mit der gleichnamigen Single-Auskopplung verbuchten sie ihren ersten Top-Ten-Hit in den USA seit 10 Jahren.[2]

1989 wurden die Bee Gees während eines Auftrittes in Los Angeles auf der Bühne von einem Attentäter beschossen. Die Polizei verhaftete den Täter kurz darauf.

Auf dem letzten Studioalbum der drei Brüder (This Is Where I Came In), welches 2001 erschien, fanden sie zu ihrem ursprünglichen Stil zurück.

2003–2006: Das Ende der Band[Bearbeiten]

Am 12. Januar 2003 starb Maurice Gibb wenige Tage nach einer Darmoperation. Das bedeutete noch nicht sofort das Ende der Bee Gees, aber es gab keine gemeinsamen Projekte mehr. Während Barry Gibb das Album Guilty Pleasures mit Barbra Streisand herausbrachte und auch mit Cliff Richard zusammenarbeitete, unternahm Robin Gibb einige Solo-Tourneen. Offiziell wurde das Ende der Bee Gees im September 2006 bekanntgegeben. Mit dem neuen Vertrag, den Barry und Robin Gibb mit der Warner Media Group (WMG) schlossen, wurde deutlich, dass es in Zukunft kein Bee-Gees-Album mehr geben würde. Die Brüder haben für alle gemeinsamen künftigen Projekte den Vertrag nicht unter dem alten Namen der Band, sondern als Brothers Gibb (2006) abgeschlossen. 2009 taten sich Barry und Robin nochmals zu Liveauftritten zusammen.[6]

Barry Gibb lebt seit langem in Florida, USA, während Robin Gibb seinen Wohnsitz in Oxfordshire, England, hatte. Im Mai 2004 erhielten Barry und Robin Gibb die Ehrendoktorwürde der Universität von Manchester. Robin nahm außerdem die posthum an seinen verstorbenen Zwillingsbruder Maurice verliehene Ehrendoktorwürde entgegen.

Robin Gibb starb am 20. Mai 2012 infolge einer langjährigen Krebserkrankung.

Zusammenarbeit mit anderen Künstlern[Bearbeiten]

Die Bee Gees arbeiteten als Produzenten und Komponisten oft mit anderen Künstlern zusammen. Zu nennen sind hier insbesondere:

Die Kooperation mit diesen Künstlern war zum Teil sehr erfolgreich (mehrere Nummer-eins-Hits). Auch damit bewiesen sie, dass sie zu den erfolgreichsten Songwritern der Pop-Geschichte gehören. Auch in den 2000er-Jahren erzielten Interpreten mit Coverversionen ihrer Songs Hitparaden-Erfolge.

Diskografie (Alben)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bee Gees/Diskografie
  • 1965: Barry Gibb & the Bee Gees Sing and Play 14 Barry Gibb Songs
  • 1966: Spicks and Specks (Album + Single)
  • 1967: Turn Around, Look at Us
  • 1967: Bee Gees 1st
  • 1968: Horizontal
  • 1968: Rare Precious and Beautiful (Kompilation)
  • 1968: Idea
  • 1969: Best of Bee Gees (Kompilation)
  • 1969: Odessa
  • 1969: Rare Precious and Beautiful 2 (Kompilation)
  • 1970: Rare Precious and Beautiful 3 (Kompilation)
  • 1970: Cucumber Castle
  • 1971: Melody (Soundtrack)
  • 1971: 2 Years On
  • 1971: Trafalgar
  • 1972: To Whom It May Concern
  • 1973: Life in a Tin Can
  • 1973: Best of Bee Gees Vol. 2 (Kompilation)
  • 1973: A Kick in the Head Is Worth Eight in the Pants (unveröffentlicht)
  • 1974: Mr. Natural
  • 1975: Main Course
  • 1976: Bee Gees Gold (Kompilation)
  • 1976: All This and World War II (Soundtrack)
  • 1976: Children of the World
  • 1977: Here at Last … Bee Gees … Live (Live)
  • 1977: Saturday Night Fever: The Original Movie Sound Track
  • 1978: Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Soundtrack)
  • 1978: Bee Gees Greatest (Kompilation)
  • 1979: Spirits Having Flown
  • 1979: Bee Gees Greatest
  • 1981: Living Eyes
  • 1983: Stayin’ Alive (Soundtrack)
  • 1987: E.S.P.
  • 1989: One
  • 1990: The Very Best of the Bee Gees (Kompilation)
  • 1990: Tales from the Brothers Gibb (Kompilation)
  • 1991: High Civilization
  • 1993: Size Isn’t Everything
  • 1997: Still Waters
  • 1997: Alone [Single]
  • 1998: One Night Only (Live)
  • 1998: Brilliant from Birth (2CD)
  • 2001: This Is Where I Came In
  • 2001: Their Greatest Hits – The Record (Kompilation)
  • 2003: Unforgettable Hits [Import] (Kompilation)
  • 2003: Claustrophobia [Single]
  • 2004: Number Ones (Kompilation)
  • 2005: Love Songs (Kompilation)
  • 2006: The Studio Albums 1967–1968
  • 2007: Greatest
  • 2009: The Ultimate Bee Gees 50th Anniversary Collection (Kompilation)
  • 2010: Mythology (Kompilation)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Bee Gees unterstützten über lange Zeit die Arbeit wohltätiger Organisationen (u. a. UNICEF, Childline, Children in Need).

Film[Bearbeiten]

  • Keppel Road – The Bee Gees. Leben und Musik der Bee Gees. (OT: Keppel Road: The Life and Music of the Bee Gees.) Musikdokumentation, USA, 1996, 93 Min., Buch und Regie: Tony Cash, Produktion: Irish Screen Entertainment, The South Bank Show, Bravo, RM Arts, Inhaltsangabe von arte
  • This Is Where I Came In - The Official Story of the Bee Gees (2000)
  • Bee Gees: In Our Own Time. (2010), ausgestrahlt auf BBC One, April 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • André Boße: Robin Gibb und die Bee Gees. Hannibal, Höfen 2010, ISBN 978-3-85445-333-8
  • Andrew Môn Hughes, Melinda Bilyeu und Hector Cook, mit Unterstützung von Joseph Brennan und Mark Crohan: Die ultimative Biographie der Bee Gees – Geschichten der Brüder Gibb. Star Cluster Verlag, 2007, ISBN 978-3-925005-66-4 (deutsch).
  • Melinda Bilyeu, Hector Cook, Andrew Môn Hughes with assistance from Joseph Brennan and Mark Crohan: The Ultimate Biography of the Bee Gees: Tales of the Brothers Gibb. Omnibus Press, 2000, ISBN 0-7119-7917-0 (englisch).
  • Michael Henkels: Bee Gees – Die Superstars der 1970er Jahre. Taurus Press 1979, ISBN 3-9800079-5-2 (deutsch).
  • Paul Sahner: Bee Gees. Bastei-Lübbe 1979, ISBN 3-404-01237-2 (deutsch).
  • David Leaf: Wir – die Bee Gees. Deutsche Original-Ausgabe von Bee Gees – The Authorized Biography. Rocky Buch 1979.
  • Poster Press Production: Die phantastische Story von Barry, Maurice, Robin – Bee Gees. IPV Inland Presse Vertrieb 1979.
  • Petra Seitz: Bee Gees. Serie VIP-Music Pabel-Verlag 1992, ISBN 3-8118-3098-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bee Gees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bruce Eder: Allmusic: Bee Gees (Biography). In: Allmusic. Abgerufen am 15. Dezember 2011. 
  2. a b c Joel Whitburn: The Billboard Book of Top 40 Hits. 7. Auflage. Billboard Books, New York 2000, ISBN 0-8230-7690-3, S. 56.
  3. Günter Ehnert (Hrsg.): Hit-Bilanz, Deutsche Chart Singles 1956–1980. Taurus-Press, Hamburg 1990, ISBN 3-922542-24-7, S. 25.
  4. everyhit.com, Suchmaske: „Bee Gees“
  5. Top 100 Albums, RIAA
  6. Bee Gees to re-form for live comeback
  7. Rock and Roll Hall of Fame The Bee Gees in der Rock and Roll Hall of Fame
  8. „Bee Gees“ werden als Pop-Ikonen gefeiert, 2007