Beerenberg (Jan Mayen)

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Beerenberg
Beerenberg auf Jan Mayen

Beerenberg auf Jan Mayen

Höhe 2277 m
Lage Jan-Mayen-Insel (Norwegen)
Dominanz 598,84 km → Dansketinden (Stauningalpen)[1]
Koordinaten 71° 4′ 55″ N, 8° 10′ 43″ W71.08185-8.17856944444442277Koordinaten: 71° 4′ 55″ N, 8° 10′ 43″ W
Beerenberg (Jan Mayen) (Arktis)
Beerenberg (Jan Mayen)
Typ aktiver Stratovulkan
Gestein Basalt
Letzte Eruption 1985
Erstbesteigung 11. August 1921 von James Wordie, Paul-Louis Mercanton, Thomas Charles Lethbridge und drei Begleiter
Besonderheiten nördlichster aktiver Vulkan der Erde
Österreichische Karte aus den 1880er Jahren

Österreichische Karte aus den 1880er Jahrenbdep2

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Der Beerenberg ist der nördlichste über dem Meeresspiegel gelegene aktive Vulkan der Erde. Sein höchster Punkt auf der westlichen Seite des Kraterrands liegt 2277 m über dem Meeresniveau und ist nach dem norwegischen König Haakon VII. benannt.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Weyprecht-Gletscher mit Haakon VII Topp (rechts) und Hakluyttoppen (Mitte)

Der zum Typ Stratovulkan gehörende Berg liegt auf der zu Norwegen gehörenden Insel Jan Mayen in der Grönlandsee. Er befindet sich auf einer tektonischen Bruchzone (Jan-Mayen-Transformstörung), die zwei Abschnitte des mittelatlantischen Rückens miteinander verbindet. Die gesamte Region wird dem Hotspot-Vulkanismus zugerechnet.

Der Beerenberg bildet den gesamten Nordteil der Insel (Nord-Jan). Er ist stark vergletschert, seine Eiskappe bedeckt eine Fläche von 114,2 km². Von den in alle Himmelsrichtungen verlaufenden Gletscherströmen kalben fünf direkt ins Meer. Der größte Gletscher ist der Sørbreen mit einer Fläche von 15 km² und einer Länge von 8,7 km. Vom Hauptkrater des Beerenbergs aus erstreckt sich der mächtige Weyprecht-Gletscher bis an die Nordwestküste der Insel.

Die erste bekannte Besteigung des Beerenbergs erfolgte am 11. August 1921 durch James Wordie und fünf weitere Männer seiner Expedition.[3]

Im April 1944 wurde der Aufstieg durch Per Wexels und Magne Råum wiederholt, die zur Besatzung der norwegischen meteorologischen Station gehörten, die während des Zweiten Weltkriegs auf Jan Mayen eingerichtet war.

Aktivität[Bearbeiten]

Der früheste dokumentierte Ausbruch erfolgte 1616. In den Jahren 1732 und 1818 gab es ebenfalls Ausbrüche. Bis zum erneuten Ausbruch 1970 galt der Vulkan als erloschen; 1984/85 war die bisher letzte Aktivitätsphase zu verzeichnen.

Augenzeugenbericht von 1732[Bearbeiten]

Der erste Bericht über einen Ausbruch stammt von einem Hamburger Kapitän Johann Jacob Laab, welcher auf der Reise nach Grönland um den 17. Mai 1732 wegen widriger Windverhältnisse unweit der Insel ankern musste.

Als kurz darauf der Ausbruch mit dumpfen Grollen begann, bemerkte die Mannschaft Flammen und Blitze, dann zog Nebel auf. Die Mannschaft geriet in Todesangst. Nachdem das Schiff am Folgetag endlich Segel setzen konnte und bereits etwa 15 Seemeilen von der Insel entfernt war, ging über dem Schiff ein kalter Ascheregen nieder. Es gelang jedoch, unbeschadet zu entkommen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beerenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beerenberg, auf Peakbagger.com (englisch)
  2. Artikel Haakon VII Topp in The Place Names of Svalbard; Norsk Polarinstitutt; Oslo 1942–2010; ISBN 82-90307-82-9 (Ausgabe 2001) (englisch/norwegisch)
  3. M. P.-L. Mercanton: La premiere ascension du Beerenberg de Jan Mayen. In: L'Echo des Alpes 8, 1924, 269–292.
  4.  John Green, Thomas Astley: Beschreibung der Insel Jean Mayen oder Dreyeinigkeits-Insel. In: Allgemeine Historie der Reisen zu Wasser und zu Lande oder Sammlung aller Reisebeschreibungen …. 19.Bd., Verlag Arkstee und Merkus, Leipzig 1769, S. 64-65. Digitalisat