Beers-Liste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Beers-Liste ist eine Auflistung von Medikamenten, die Patienten über 65 Jahre nicht erhalten sollten. Sie wurde 1991 von dem amerikanischen Geriater Mark H. Beers erstellt. 2003 wurde die Liste aktualisiert. Es handelt sich vor allem um Medikamente, bei denen es insbesondere bei älteren Menschen vermehrt zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen kommen kann, oder für die Alternativpräparate mit weniger Nebenwirkungen verfügbar sind.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Für Deutschland existierte lange keine vergleichbare Auflistung von Medikamenten, auch wenn dies aufgrund der abweichenden Marktsituation und der unterschiedlichen Verschreibungspraxis wünschenswert gewesen wäre. 2005 bekamen 20 % der über 65-jährigen Patienten in Deutschland mindestens ein Medikament aus der Beers-Liste verordnet. Im Jahr 2010 wurde von einem Forscherteam um die Wuppertaler Pharmakologin Petra A. Thürmann die Priscus-Liste veröffentlicht,[1][2] mit der versucht wird, die Beers-Liste an die nationalen Besonderheiten Deutschlands anzupassen.

Ein Thema der Beers-Liste sind Wechselwirkungen zwischen mehreren Medikamenten. Der Arzneimittelreport 2013 bringt aktuelle Zahlen zum Medikamentengebrauch bei Menschen über 65 Jahre und weist besonders auf Probleme durch Polypharmazie in dieser Altersgruppe hin.[3]

Monitor der Arzneimittelverordnungen[Bearbeiten]

Seit März 2012 stellt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) in Kooperation mit der PMV- Forschungsgruppe der Universität Köln Kennzahlen zur Verordnung potentiell inadäquater Medikation (PIM) für ältere Menschen zur Verfügung.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. H. Beers u. a.: Explicit criteria for determining inappropriate medication use in nursing home residents. In: Arch Intern Med. 1991 Sep;151(9), S. 1825–1832.
  • D. M. Fick u. a.: Updating the Beers criteria for potentially inappropriate medication use in older adults: results of a US consensus panel of experts. In: Arch Intern Med. 2003 Dec 8-22;163(22), S. 2716–2724.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PRISCUS-Liste (PDF; 542 kB), abgerufen am 2. Januar 2013.
  2. Stefanie Holt u. a.: Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen: Die PRISCUS-Liste. In: Dtsch Arztebl Int. 2010; 107(31-32), S. 543–551.
  3. BARMER GEK Arzneimittelreport 2013 auf den Internetseiten der BARMER GEK (Link geprüft am 12. Juni 2013).
  4. ZI stellt Monitor der Arzneimittelverordnungen für multimorbide Menschen ab 65 Jahren vor. Pressemitteilung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) vom 5. März 2012.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!