Befehlshaber der U-Boote

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Befehlshaber der U-Boote (BdU) war im Ersten Weltkrieg die aus der U-Bootsinspektion[1] und dem Führer der U-Boote am 5. Juni 1917[2] entstandene oberste Befehlsstelle der U-Boote, deren Abteilungen von einen FdU geführt wurden. Grund für die Entstehung war die Bildung größerer U-Bootgruppen in Flandern und dem Mittelmeer, denen jeweils ein FdU Flandern (KKpt Karl Bartenbach) und Mittelmeer (KKpt Püllen und KKpt Kurt Graßhoff) vorstanden. Einziger BdU der Kaiserlichen Marine war KptzS/Kommodore Andreas Michelsen.

In der Kriegsmarine der deutschen Wehrmacht bezeichnete sie sowohl eine Dienststellung als auch die Dienststelle. Die Bezeichnung entstand am 19. September 1939 aus der Dienststelle Führer der U-Boote (FdU). Leiter dieser Dienststelle war seit Januar 1936 Kapitän zur See Karl Dönitz mit dem Titel Führer der U-Boote.

Ab dem 19. September 1939 war der inzwischen zum Konteradmiral beförderte Dönitz Inhaber dieser Dienststellung mit dem Titel Befehlshaber der U-Boote (BdU). Dönitz behielt diese Stellung auch, als er am 31. Januar 1943 zum Großadmiral und Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine befördert wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Dienststelle nicht weitergeführt.

Die Dienststelle war zunächst in Kiel untergebracht, dann ab Sommer 1940 kurzzeitig in Paris dann ab November[3] in Lorient, wo auch eine Kriegsmarinewerft und große U-Bootbunker errichtet wurden. Bis 1942 leitete Karl Dönitz von einer Villa[4] auf der Landzunge von Kernével aus die Unternehmungen der U-Bootwaffe.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Michelsen: Der U-Bootskrieg 1914–1918. K. F. Koehler, Leipzig 1925, S. 43, DNB 575122404.
  2. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen 1996, ISBN 3-86070-036-7, S. 135–142.
  3. Lars Hellwinkel: Hitlers Tor zum Atlantik. Die deutschen Marinestützpunkte in Frankreich 1940–1945. Ch. Links, Berlin 2012, ISBN 978-3-86153-672-7, S. 57.
  4. diese Villa gehörte einem Konservenfabrikanten und wurde daher „Sardinenschlösschen“ genannt