Bega (Werre)

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Bega
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Die Bega in Bad Salzuflen kurz vor der Mündung in die Werre

Die Bega in Bad Salzuflen kurz vor der Mündung in die Werre

Daten
Gewässerkennzahl DE: 462
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Werre → Weser → Nordsee
Quelle Südlich von Barntrup
51° 58′ 21″ N, 9° 7′ 48″ O51.9724166666679.1298611111111248
Quellhöhe ca. 248 m ü. NN[1]
Mündung In Bad Salzuflen in die Werre52.0774305555568.740402777777871Koordinaten: 52° 4′ 39″ N, 8° 44′ 25″ O
52° 4′ 39″ N, 8° 44′ 25″ O52.0774305555568.740402777777871
Mündungshöhe ca. 71 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 177 m
Länge 43,9 km[2]
Einzugsgebiet 376,727 km²[2]
Abfluss am Pegel Lindemannsheide[3]
AEo: 316,67 km²
Lage: 4,11 km oberhalb der Mündung
NNQ (11.10.1959)
MNQ 1956/2008
MQ 1956/2008
Mq 1956/2008
MHQ 1956/2008
HHQ (15.01.1968)
485 l/s
1,16 m³/s
3,73 m³/s
11,8 l/s km²
37,8 m³/s
72,9 m³/s
Verlauf der Bega

Die Bega ist ein 43,9 km langer, orografisch rechter bzw. östlicher Zufluss der Werre zur Weser im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie fließt im Lipper Bergland und liegt im Einzugsgebiet der Weser. Ihr Einzugsgebiet umfasst 376,7 km².

Name[Bearbeiten]

Urkundlich ist der Name der Bega im Jahr 1345 erstmals „twisschen der Beghe“ erwähnt, und für 1405 „up de süd der Beghe“, dann Anfang des 17. Jahrhunderts als „Die Bege“, „bey der Bege“ (1614), „in die Bege“, „die Bege hinauf“ (1635). Belege des frühen 13. Jahrhundert (und weitere in den folgenden Jahrhunderten) sind mit dem Ortsnamen Bega verbunden. Die Bedeutung des Namens geht auf die germanische Form *baki- durchsichtig für „Bach“ zurück altsächsische und niederdeutsche Ableitungen insbesondere in der lippischen Mundart sind die Formen beki, beke, bi(e)ke. Die Schreibungen der älteren und ältesten Belegformen mit -g- und -gh- stehen für ein verschobenes germanisches -k- zu -ch- wie die mitteldeutsche Formen *bechi, beche zeigen.[4]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Bega entspringt im Ostteil des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge südöstlich der Kernstadt von Barntrup. Ihre Quelle liegt im Nordteil des Blomberger Stadtwaldes zwischen dem nahen Steinberg (281,6 m ü. NN) im Nordwesten und dem Birkenberg (296,2 m ü. NN) im Süden auf rund 238 m ü. NN.

Zunächst fließt die überwiegend in Ostsüdost-Westnordwest-Richtung verlaufende Bega nach Norden parallel zum Verlauf der Bundesstraße 1. Nach wenigen Flusskilometern etwa in Höhe von Oesterröden wendet sich dem Fluß nach Westen und fließt erst südlich an Barntrup vorbei und dann durch die westsüdwestlichen Ortsteile.

Hiernach passiert die Bega den Kirchort Bega der Gemeinde Dörentrup, tangiert den Dörentruper Ortsteil Humfeld im Süden, passiert die Wendlinghausener Ortslage Sporkholz im Süden und den Dörentruper Kernort im Norden.

Auf Lemgoer Stadtgebiet nimmt die Bega nördlich des Ortsteils Voßheide die Passade auf und durchfließt den Lemgoer Kernort. Nach Einmünden der von Norden kommenden Ilse tangiert sie südlich den Ortsteil Lieme, wo sie von Süden kommend der Oetternbach gespeist wird.

Ab hier fließt die Bega in Richtung Nordwesten und durchfließt dabei den Bad Salzuflener Stadtteil Schötmar, um in der Bad Salzuflener Kernstadt nach Aufnahme der von Norden heran fließenden Salze etwas südsüdwestlich der Innenstadt beim Werre-Flusskilometer 30,3 in den dort von Süden kommenden Weser-Nebenfluss Werre auf etwa 71 m ü. NN zu münden.

Umwelt[Bearbeiten]

Im Oberlauf mäandriert die Bega stark und ist in naturnahem Zustand. Neben ausgedehnten Buchenbeständen und weiteren Quellebereichen finden sich seltene Pflanzen und Tiere. Daher wurde 1996 das Begatal unter Naturschutz gestellt.

Es umfasst den etwa 21 km langen Gewässerabschnitt und Talraum der Bega mit einer Größe von 497 ha von den Quellbereichen im Blomberger Stadtwald bis zum Schloss Brake in Lemgo[5]. Die Bega ist nahezu im gesamten Verlauf mäßig belastet und wird daher der Gewässergüteklasse II zugeordnet. Lediglich zwischen dem Lemgoer Gewerbegebiet westlich der Kernstadt und der Mündung der Ilse ist die Wasserqualität etwas schlechter. Die Bega zeigt sich hier kritisch belastet (Gewässergüteklasse II-III)[6].

Hochwasserschutz[Bearbeiten]

An der Bega können schnell auflaufende, heftige Hochwasser auftreten. Daher wurde im Jahre 1997 südöstlich von Bad Salzuflen ein Hochwasserrückhaltebecken mit einer Speicherkapazität von 2.582.000 m³ angelegt. Es hält Wasser aus einem 294 km² großen Einzugsgebiet zurück und soll Bad Salzuflen und Schötmar vor Überflutungen schützen.[7]

Tourismus[Bearbeiten]

In der Nähe liegen das Weser-Renaissance-Schloss Brake und das Mühlenmuseum am Schloss Brake.

Kurioses[Bearbeiten]

Ab der Mündung der Bega in die Werre in Bad Salzuflen müsste die Werre fortan eigentlich "Bega" genannt werden, denn die Bega hat bis zu diesem Punkt eine größere Flussstrecke – nämlich 43,9 km – als die Werre – 41,6 km – zurückgelegt und führt auch durchschnittlich etwas mehr Wasser als die Werre.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl von Bega-Zuflüssen – aufgelistet in der Reihenfolge von der Quelle zur Mündung. Genannt ist jeweils die orografische Lage, die Mündungsposition mit Angabe des Stationierungskilometers[2], die Länge[2], die Größe des Einzugsgebietes[2], die Mündungshöhe[1] und die Gewässerkennzahl[2].

Name
Lage
Position
[km]
Länge
[km]
Einzugsgebiet
[km²]
Mündungshöhe
[m. ü. NN]
DGKZ
N.N. rechts 42,4 1,0 192 462111
N.N. links 42,1 1,5 187 4621114
Hahnenbach links 40,7 1,9 184 4621116
Selbecke links 39,7 2,2 174 4621118
Eichelbach rechts 39,1 2,8 162 462112
Bentruper Bach links 37,7 3,2 152 4621132
N.N. rechts 37,1 1,8 148 4621134
N.N. (Hume) rechts 34,8 4,2 5,352 140 462114
N.N. rechts 33,3 3,6 3,499 135 462116
Diebkebach links 32,3 3,8 4,122 133 46212
N.N. links 32,1 1,35 130 462132
Hillbach rechts 28,7 5,1 14,013 123 46214
Maibolte rechts 27,4 4,4 6,149 119 46216
Passade links 23,8 15,1 68,016 104 4622
N.N. rechts 23,0 2,2 103 4623112
Bornsiekbach rechts 22,6 3,9 102 4623114
N.N. rechts 21,7 2,6 100 4623116
N.N. rechts 21,6 3,0 99 4623118
Langenkampsbach links 19,6 3,1 96 462312
N.N. links 16,8 1,1 90 4623192
Alter Fluss rechts 15,6 5,7 89 4623194
Linnebach links 14,4 7,4 13,984 87 46232
Ilse rechts 12,0 15,04 53,014 84 4624
Oetternbach links 12 16,7 34,948 83 4626
Haustenbach links 8,6 3,0 80 462712
Rhienbach rechts 4,6 5,7 16,451 75 46272
Moddenbach links 4,4 3,2 6,161 74 46274
Brederbach rechts 3,0 4,2 74 462792
N.N. rechts 1,7 3,1 71 462794
Salze rechts 0,3 15,0 49,098 70 4628

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Deutsche Grundkarte 1:5.000
  2. a b c d e f Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  4. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-,Siedlungs- und Flurnamen. de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-019039-7, S. 54.
  5. BUND Lemgo
  6. Gewässergütekarte Kreis Lippe 2008
  7. Bezirksregierung Detmold

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bega – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien