Beggar’s Opera

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Beggars Opera
Allgemeine Informationen
Genre(s) Progressive Rock
Gründung 1969
Auflösung 1974
Neugründung 1975
Website http://www.beggarsopera.co.uk
Gründungsmitglieder
Martin Griffiths
Alan Park
Raymond Wilson
Ricky Gardiner
Marshall Erskine
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug, Perkussion
Colin Fairlie
Mellotron, Gesang
Virginia Scott
Gesang
Linnie Paterson
Bass, Akustische Gitarre, Gesang
Gordon Sellar

Beggar’s Opera (ab dem zweiten Album Beggars Opera) ist eine Progressive-Rock-Gruppe aus Schottland, die vor allem in den 1970ern erfolgreich war. Der Bandname bezieht sich auf das satirische Singspiel The Beggar's Opera von John Gay.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die 1969 in Glasgow gegründete Band unterzeichnete einen Plattenvertrag bei Vertigo Records, veröffentlichte vier Alben und trennte sich bereits 1974 wieder. Mitte der 1970er Jahre vereinigte Gordon Sellar die Band erneut und nahm einige Alben auf, die nur in Deutschland erschienen. Beggars Opera schafften es zwischen 1970 und 1973, mit drei Alben ihr Kapitel der Rockgeschichte zu schreiben. Act One war sehr stark von klassischer Musik beeinflusst und enthält eine Bearbeitung der Ouvertüre von Franz von Suppés Operette Light Cavalry. Waters of Change erhielt durch den Einsatz (am Mellotron) ein folkloristisches Flair. Der größte Erfolg der Band war der acht Minuten lange Song Time Machine; dieses Lied fand auch in den Beatclubs Beachtung und es wurde gerne dazu getanzt. Das Lied über die Zeitreise entsprach sicherlich sehr stark dem damaligen Lebensgefühl eines Teiles der jungen Menschen, vor allem in Deutschland. Auf Pathfinder, dem dritten Album, gab es neben zarten Spinettklängen und rockigen Grooves wie gewohnt verträumten, melodischen Rock zu hören. In der Folge schaffte es Beggars Opera nicht mehr, Alben einzuspielen, die eine vergleichbare Beachtung fanden. Linnie Patterson ersetzte Martin Griffiths. Inmitten der Aufnahmen zu Get Your Dog Off Me! übernahm Colin Fairlie die Schlagzeugstöcke von Raymond Wilson.

Nach der endgültigen Auflösung der Gruppe blieben ein Teil der ehemaligen Mitglieder weiterhin Bestandteil des internationalen Rock-Zirkus. Der erste Bassist, Marshall Erskine, arbeitete 1979 bei Rockclown Jango Edwards, im gleichen Jahr tauchte sein Nachfolger Gordon Sellar bei der Alex Harvey Band auf. Der Keyboarder Alan Park war seit den 1980er Jahren musikalischer Direktor bei Cliff Richard. 1975 heirateten Virginia Scott und Ricky Gardiner und realisierten in den folgenden Jahren verschiedene Projekte, teils alleine, teils gemeinsam. Virginia Scott wandte sich der klassischen Musik zu, sie wurde für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Ricky Gardiner arbeitete zeitweise mit Iggy Pop und David Bowie zusammen. Eines Morgens ging er mit der Gitarre in den Garten und fügte dort vier Akkorde auf recht ansprechende Art zusammen. Der Gitarrenriff zum Song The Passenger, mit dem Iggy Pop seinen größten Hit hatte, war geboren. Gardiner und Scott beschäftigten sich aber auch mit Meditationsmusik und mit dem Computer als Musikinstrument. Es mag als grausame Ironie des Schicksals erscheinen, dass sich Ricky Gardiner seit einigen Jahren kaum noch modernen elektronischen Apparaturen nähern kann, da er eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Elektrosmog entwickelt hat. Er muss unter anderem PCs, UKW-Radios und Handys fern bleiben, selbst in modernen Autos zu fahren oder im Flugzeug zu fliegen ist ihm nicht mehr möglich.

Der Sohn des Sängers Martin Griffiths, Philip Griffiths, singt in der Mannheimer Progrock-Band Alias Eye. Auf dem ersten Album der Gruppe, das im Jahr 2001 erschien, befindet sich auch ein Duett mit Vater und Sohn. Neben seinem Engagement bei Alias Eye singt Philip Griffiths auch bei der Band Poor Genetic Material. Auf deren 2010 veröffentlichtem Album Island Noises (einer Vertonung von Shakespeares The Tempest) wirkt Martin Griffiths als Erzähler mit und hat auch das Artwork gestaltet. 2011 veröffentlicht Alias Eye die CD In-Between, die den Beggar's Opera-Hit Time Machine enthält und bei dem Martin Griffiths und Philip Griffiths gemeinsam mitwirken.

Über Ray Wilson, den wilden Mann im Kilt, ist nichts bekannt. Mehrere der ehemaligen Mitglieder der Band üben jetzt andere Berufe aus und musizieren nur noch als Hobby oder bei regionalen Veranstaltungen.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1970 Act One
  • 1971 Waters of Change
  • 1972 Pathfinder
  • 1973 Get Your Dog Off Me!
  • 1974 Sagittary
  • 1975 Beggar's Can't Be Choosers
  • 1980 Lifeline
  • 1996 The Final Curtain
  • 2001 Time Machine - Best (1970-73, Label: Zounds, alle Titel digital remastert, CD-Text)
  • 2011 Lose a Life
  • 2012 Nimbus: The Vertigo Years Anthology

Weblinks[Bearbeiten]