Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
| Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg BSU |
|
|---|---|
| Staatliche Ebene | Freie und Hansestadt Hamburg |
| Stellung der Behörde | Oberste Landesbehörde |
| Hauptsitz | Hamburg |
| Behördenleitung | Jutta Blankau, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt |
| Website | http://www.hamburg.de/bsu/ |
Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (in der Abkürzung BSU) ist eine von zehn Fachbehörden des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und die Behörde/ das Ministerium zuständig für die Stadtentwicklungs- und Umweltpolitik der Hansestadt.
Die Behördenleitung und die meisten Dienststellen haben ihren Sitz im ehemaligen Stadthaus an der Stadthausbrücke 8 in Hamburg-Neustadt.
Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ist seit dem 23. März 2011 Jutta Blankau (SPD).[1] Staatsräte sind Michael Sachs und Holger Lange. Derzeitiger Oberbaudirektor ist Jörn Walter.
Geschichte[Bearbeiten]
Bereits seit der Einführung moderner Behördenstrukturen gab es in Hamburg eine Baubehörde, die zunächst Baudeputation hieß und in die jeweils ein Senator als Präses entsandt wurden. Vereinzelt wurden auch mehrere Senatoren in die Behörde entsandt. Diese war sowohl für die Stadt- und Landschaftsplanung als auch für das staatliche Bauwesen ansich zuständig. Der für die Stadt- und Landesplanung zuständigen Behörde ist seit jeher auch der Oberbaudirektor zugeordnet.
Neben der Baubehörde wurde ab 1. Dezember 1978 für das neu entstandene Politikfeld „Umwelt“, das bisher auf verschiedene Ressorts aufgeteilt war, die Behörde für Bezirksangelegenheiten, Naturschutz und Umweltgestaltung gebildet, die seit 1985 die Bezeichnung „Umweltbehörde“ trug. Diese übernahm 1987 auch die Bereiche Wasserwirtschaft, Energie und Stadtentsorgung aus der Baubehörde. Nachdem die SPD bei der Bürgerschaftswahl 1991 die absolute Mehrheit erreicht hatte, wurde im Rahmen einer Neustruktierung der Hamburger Behördenlandschaft auch das Landesplanungsamt aus der Baubehörde herausgelöst und zu einer eigenständigen Behörde erhoben, um Querschnittsaufgaben besser gegenüber den einzelnen Fachbehörden wahrnehmen zu können.
Mit der Bildung eines bürgerlichen Senats unter Ole von Beust nach der Bürgerschaftswahl 2001 wurde die Stadtentwicklungsbehörde wieder in die Baubehörde integriert. Zudem wurde das Amt für Verkehr aus der Wirtschaftsbehörde herausgelöst und der Baubehörde zugeordnet, die nunmehr die Bezeichnung „Behörde für Bau und Verkehr erhielt“. Die bisher eigenständige Umweltbehörde wurde mit dem Gesundheitsressort aus der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales zur „Behörde für Umwelt und Gesundheit“ vereinigt. Nach der der Bürgerschaftswahl 2004 wurde die vielfach als künstlich empfundene Vereinigung des Umwelt- mit dem Gesundheitsressort wieder aufgehoben. Der Umweltbereich wurde mit der Behörde für Bau und Verkehr zur bis heute bestehenden Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt vereinigt. Ohne, dass der Name der Behörde verändert wurde, musste die Behörde nach dem Regierungswechsel infolge der Bürgerschaftswahl 2011 die Zuständigkeit für den Verkehrsbereich nach zehn Jahren wieder an die Wirtschaftsbehörde abgeben.[2]
Senatoren seit 1919[Bearbeiten]
Seit der Wahl des ersten Senats nach dem Ersten Weltkrieg durch die Hamburgische Bürgerschaft am 28. März 1919 wurden folgende Senatoren als Präses in die für die Bereiche Bauwesen, Stadtentwicklung und Umwelt zuständigen Behörden entsandt, bzw. ab 1997 durch den Ersten Bürgermeister ernannt. Wurden mehrere Senatoren in die Baubehörde entsandt, so war der in der nachfolgenden Liste als „zusätzlich neben ...“ genannte Senator Vertreter des Präses.[3]
Baubehörde (bis 2001)[Bearbeiten]
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 28. März 1919 – 22. September 1920 | John von Berenberg-Gossler | ohne | |
| 23. September 1920 – 4. April 1928 | Max Schramm | ohne, ab 1925: DVP | |
| 5. April 1928 – 8. März 1933 | Johannes Hirsch | DVP | |
| 8. März 1933 − 18. Mai 1933 | Max Stavenhagen | DNVP | |
| 18. Mai 1933 – 8. November 1934 | Wilhelm Amsinck Burchard-Motz | NSDAP | |
| während der NS-Zeit | Heinrich Schluckebier | Heinrich Schluckebier ( † 1957), dessen genaue Amtszeit bisher unklar ist, wird in der Literatur mehrfach als „Leiter der Hamburger Bauverwaltung“ bezeichnet. So z.B. in „Die nationalsozialistische Verfolgung Hamburger Sinti und Roma“ (Hrsg.: Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 2006, ISBN 3-92 97 28-73-7) auf Seite 56. Das Hamburger Abendblatt bezeichnet ihn in einem Artikel über seine Witwe am 19. Juli 1985 ausdrücklich als „früheren Bausenator“. | |
| 15. Mai 1945 – 23. Februar 1946 | Max Leuteritz | SPD | |
| 26. Februar 1946 – 15. November 1946 | Gerd Bucerius | ohne, ab 1946: CDU | |
| 15. November 1946 – 2. Dezember 1953 | Paul Nevermann | SPD | |
| 15. November 1946 – 1. November 1949 | Johannes Büll | FDP | zusätzlich neben Nevermann |
| 2. Dezember 1953 – 21. Dezember 1957 | Johannes Büll | FDP | |
| 2. Dezember 1953 – 2. November 1954 | Paul Wilken | CDU | zusätzlich neben Büll |
| 15. Dezember 1954 – 31. Dezember 1955 | Josef von Fisenne | CDU | zusätzlich neben Büll |
| 1. Januar 1956 – 21. Dezember 1957 | Ewald Samsche | CDU | zusätzlich neben Büll |
| 21. Dezember 1957 – 31. Dezember 1960 | Paul Nevermann | SPD | |
| 21. Dezember 1957 – 27. April 1966 | Rudolf Büch | SPD | zusätzlich neben Nevermann, Drexelius und Müller-Link |
| 1. Januar 1961 – 13. Dezember 1961 | Wilhelm Drexelius | SPD | |
| 13. Dezember 1961 – 27. April 1966 | Peter-Heinz Müller-Link | FDP | |
| 27. April 1966 – 30. April 1974 | Caesar Meister | SPD | |
| 30. April 1974 – 28. Juni 1978 | Rolf Bialas | FDP | |
| 28. Juni 1978 – 30. Juni 1982 | Volker Lange | SPD | |
| 1. Juli 1982 – 2. Februar 1983 | Günter Apel | SPD | |
| 2. Februar 1983 – 31. Oktober 2001 | Eugen Wagner | SPD | |
| 2. Februar 1983 – 20. Januar 1987 | Jörg Kuhbier | SPD | zusätzlich neben Wagner, zuständig für die Bereiche Wasserwirt- schaft, Energie und Stadtentsorgung |
Umweltbehörde (1978 – 2001)[Bearbeiten]
(bis 31. Dezember 1984: Behörde für Bezirksangelegenheiten, Naturschutz und Umweltgestaltung)
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei |
|---|---|---|
| 1. Dezember 1978 – 7. August 1986 | Wolfgang Curilla | SPD |
| 7. August 1986 – 20. Januar 1987 | Christine Maring | SPD |
| 20. Januar 1987 – 26. Juni 1991 | Jörg Kuhbier | SPD |
| 26. Juni 1991 – 12. November 1997 | Fritz Vahrenholt | SPD |
| 12. November 1997 – 31. Oktober 2001 | Alexander Porschke | GAL |
Stadtentwicklungsbehörde (1991 – 2001)[Bearbeiten]
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei |
|---|---|---|
| 26. Juni 1991 – 25. November 1993 | Traute Müller | SPD |
| 15. Dezember 1993 – 12. November 1997 | Thomas Mirow | SPD |
| 12. November 1997 – 31. Oktober 2001 | Willfried Maier | GAL |
Behörde für Bau und Verkehr (2001 – 2004)[Bearbeiten]
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei |
|---|---|---|
| 31. Oktober 2001 – 17. März 2004 | Mario Mettbach | Schill |
Behörde für Umwelt und Gesundheit (2001 – 2004)[Bearbeiten]
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei |
|---|---|---|
| 31. Oktober 2001 – 17. März 2004 | Peter Rehaag | Schill |
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (seit 2004)[Bearbeiten]
| Amtszeit | Amtsinhaber | Partei |
|---|---|---|
| 17. März 2004 – 16. Januar 2007 | Michael Freytag | CDU |
| 17. Januar 2007 – 7. Mai 2008 | Axel Gedaschko | CDU |
| 7. Mai 2008 – 29. November 2010 | Anja Hajduk | GAL |
| 30. November 2010 – 7. März 2011 | Herlind Gundelach | CDU |
| seit 23. März 2011 | Jutta Blankau | SPD |
Oberbaudirektoren[Bearbeiten]
Als leitender Fachbeamter gehört der Oberbaudirektor der Behördenleitung an. Er wird an allen Entscheidungen und bei allen Vorhaben beteiligt, die für das Stadtbild und die Stadtgestaltung eine besondere Bedeutung haben. Deshalb gehört er bei städtebaulichen Wettbewerben im Regelfall als stimmberechtigter Fachpreisrichter der Jury an. Bei besonderen Großvorhaben, wie derzeit zum Beispiel der HafenCity oder zuvor der Messeerweiterung, sowie bei der Entwicklung der Innenstadt kommt ihm eine besondere Koordnierungsfunktion zu.[4]
Als bedeutendster Oberbaudirektor Hamburgs gilt bis heute Fritz Schumacher, der in seiner Amtszeit nicht nur den Stadtpark gestaltete und unzählige öffentliche Solitärbauten entwarf, sondern auch die Masterpläne für die großen Wohnquartiere der 1920er Jahre unter anderem in Barmbek, auf dem Dulsberg, in der Jarrestadt und auf der Veddel schuf.[5]
| Amtszeit | Amtsinhaber |
|---|---|
| 1841 – 1845 | Carl Ludwig Wimmel |
| 1872 – 1908 | Carl Johann Christian Zimmermann |
| 1909 – 1933 | Fritz Schumacher |
| 1933 – 1936 | Karl Köster[6] |
| 1949 – 1952 | Otto Meyer-Ottens |
| 1952 – 1964 | Werner Hebebrand |
| 1964 – 1971 | Otto Sill[7] |
| 1972 – 1980 | Klaus Müller-Ibold[8] |
| 1981 – 1999 | Egbert Kossak |
| seit 1999 | Jörn Walter |
Organisation[Bearbeiten]
Amt für zentrale Aufgaben und Recht (ZR)[Bearbeiten]
- Zentralverwaltung (Z)
- Rechtsamt (R)
Amt für Bauordnung und Hochbau (ABH)[Bearbeiten]
- Bundesbauabteilung (ABH 1)
- Oberste Bauaufsicht (ABH 2)
- Bautechnik, Baustatik und Gebäudetechnik (ABH 3)
- Öffentlicher Hochbau (ABH 4)
- Landesbau (mit Hochbaudienststellen) (ABH 5)
Amt für Verkehr und Straßenwesen (V)[Bearbeiten]
(war bis zum 23. März 2011 bei der BSU, inzwischen in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, BWVI)
Amt für Wohnen, Stadterneuerung und Bodenordnung (WSB)[Bearbeiten]
- Wohnungsbauförderung (WSB 1)
- Stadterneuerung und Wohnen (WSB 2)
- Bodenordnung (WSB 3)
Amt für Landes- und Landschaftsplanung (LP)[Bearbeiten]
- Projektgruppe HafenCity
- Projektgruppe IBA / IGS
- Landes- und Stadtentwicklung (LP 1)
- Landschafts- und Grünplanung (LP 2)
- Regionalabteilung Nord (LP 3)
- Regionalabteilung Süd (LP 4)
Amt für Umweltschutz (U)[Bearbeiten]
- Gewässerschutz (U 1)
- Bodenschutz / Altlasten (U 2)
- Abfallwirtschaft (U 3)
- Geologisches Landesamt (U 4)
- Wassergütestelle (U 5)
Amt für Natur- und Ressourcenschutz (NR)[Bearbeiten]
- Nachhaltigkeit (NR 1)
- Energie (NR 2)
- Naturschutz (NR 3)
- Leitstelle Klimaschutz (LSK)
Amt für Immissionsschutz und Betriebe (IB)[Bearbeiten]
- Betrieblicher Umweltschutz (IB 1)
- Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung (IB 2)
- Abwassertechnik (IB 3)
Weblinks[Bearbeiten]
- Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) Homepage
- Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) Umweltseiten
- Klimaportal Hamburg Klimaseiten
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Pressemeldung des Senats vom 17. März 2011.
- ↑ Bezeichnungen der Behörden und Aufgabenzuschnitt wurden den entsprechenden Senatsdrucksachen bzw. Bürgerschaftsprotokollen entnommen.
- ↑ Die Amtszeiten der einzelnen Senatoren wurden den entsprechenden Senatsdrucksachen bzw. Bürgerschaftsprotokollen entnommen.
- ↑ Hamburg-Handbuch 2012/13, Seite 91.
- ↑ Hermann Hipp, Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, DuMont Buchverlag, Köln 1990, Seite 76 ff., ISBN 3-7701-1590-2
- ↑ Jörg Hackhausen: Stadtplanung in Hamburg. Kontinuitäten und Wandel, Norderstedt 2005. [1]
- ↑ Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte, Medien-Verlag Schubert Hamburg, 4. Auflage 2006, S. 42, ISBN 3-929229-41-2
- ↑ Hamburger Grundeigentum, Heft 7/2009, S. 256
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