Behaarter Knorpelbaum

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Behaarter Knorpelbaum
Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mondsamengewächse (Menispermaceae)
Gattung: Chondrodendron
Art: Behaarter Knorpelbaum
Wissenschaftlicher Name
Chondrodendron tomentosum
Ruiz & Pav.

Der Behaarte Knorpelbaum (Chondrodendron tomentosum), auch Grieswurzel oder Pareira genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Chondrodendron in der Familie der Mondsamengewächse (Menispermaceae). Wie die meisten Arten aus der Familie der Mondsamengewächse weist auch diese Art einen hohen Alkaloidgehalt auf. Der Hauptwirkstoff ist D-Tubocurarin, das Bestandteil von Curare ist, einem toxischen, von Teilen der indigenen Bevölkerung Südamerikas genutzten Pfeilgift.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Beim Behaarten Knorpelbaum handelt es sich um eine Liane, deren behaarten Sprossachsen Wuchshöhen von bis zu 30 Meter erreichen. Die wechselständige angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel weist eine Länge von 8 bis 12 cm auf. Die ledrige Blattspreite ist 10 bis 15 cm lang und etwa gleich breit. Die Blattunterseite ist weißlich behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die unauffälligen, eingeschlechtigen Blüten sind in einem hängenden, traubigen Blütenstand angeordnet. Die bei Reife schwarzvioletten, glänzenden, fleischigen Früchte enthalten halbmondförmige Samen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Behaarte Knorpelbaum ist in den westlichen Teilen Boliviens verbreitet, sowie in Peru, Ecuador, Zentralkolumbien sowie Panama.

Nutzung[Bearbeiten]

Wirkstoffe[Bearbeiten]

Die enthaltenen Wirkstoffe wirken als Neurotoxin und sind als äußerst giftig (Ia) eingestuft. Der Hauptwirkstoff der Pflanze ist hierbei das D-Tubocurarin. Außerdem enthält sie Curin, Chondocurarin, Chondocurin, Cycleanin und Norcycleanin.

Verwendung[Bearbeiten]

Bei chirurgischen Eingriffen fand reines Tubocurarin als Muskelrelaxans Anwendung. Außerdem ist der Wirkstoff Bestandteil des Curare-Pfeilgiftes.

Symptomatik[Bearbeiten]

Tubocurarin entfaltet seine Wirkung nur, wenn es in den Blutkreislauf gelangt, bei einer oralen Aufnahme oder Kontakt mit der Haut ist es nahezu inaktiv. Die LD50 für verschiedene Säugetiere liegt für das Alkaloid bei 0,23-0,70 mg/kg Körpergewicht bei einer intravenösen Applikation. Bei einer Injektion oder Verletzung mit einem entsprechend präparierten Pfeil treten Drehschwindel, Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmen, Schwäche, Übelkeit, Schmerzen und Fieber auf. Außerdem Durst, Lähmungen und Koma. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein.

Pharmakologie[Bearbeiten]

Der Wirkstoff D-Tubocurarin wirkt als Antagonist an präsynaptischen Acetylcholin-Rezeptoren der motorischen Endplatte, wodurch die Wirkung als Muskelrelaxans begründet ist. Eine Weitere Wirkung ist die Stimulierung der Histaminfreisetzung. Dies verursacht den Blutdruckabfall, die Tachykardie, den Kreislaufkollaps und die Bronchospasmen.

Erste Hilfe[Bearbeiten]

Bei einer Überdosierung erfolgt die Applikation von 2-3 mg Neostigmin in Kombination mit 0,5-1 mg Atropin. Dadurch wird die cholinerge Wirkung des Giftes auf den Kreislauf und die Bronchien neutralisiert. Bei schweren Vergiftungen ist eine Intubation und künstliche Beatmung notwendig.

Quellen[Bearbeiten]