Beichlingen (Adelsgeschlecht)

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Der Wappenschild derer von Beichlingen
Die ab 1519 von der Familie von Werthern erweiterte Burg Beichlingen

Die Herren, Freiherren und Grafen von Beichlingen waren ein thüringisches Adelsgeschlecht, das seinen Stammsitz auf dem Schloss Beichlingen hatte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Grafen von Beichlingen[Bearbeiten]

Thietmar von Merseburg erwähnte 1014 erstmals Reinhilde von Beichlingen, eine vermutliche Tochter Hermann Billungs. 1080 wird als Herrin von Beichlingen eine Kunigunde urkundlich erwähnt, die Stammmutter dieses Geschlechtes ist. Die Grafen von Beichlingen hatten große Gebiete an der Hainleite, am Kyffhäuser, im Südharz sowie in der Goldenen Aue im Besitz. Albrecht von Beichlingen († 1371) war Weihbischof in Erfurt. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts verloren die Grafen von Beichlingen an Einfluss. Im Jahre 1519 verkaufte Graf Adam von Beichlingen das Schloss und die Grafschaft Beichlingen an Hans von Werthern. Am Ende des 16. Jahrhunderts starben die Grafen von Beichlingen aus.

Die Beichlingen aus Kölleda[Bearbeiten]

An die lange Tradition der Grafen von Beichlingen knüpfte eine aus Kölleda stammende Familie an, die im 17. Jahrhundert versuchte, ihre Herkunft von diesem Grafengeschlecht abzuleiten. Gottfried Hermann von Beichlingen (1638–1703), der 1671 durch Eheschließung mit Perpetua Margaretha von Lüttichau die Güter Zschorna und Dallwitz erworben hatte, ließ sich 1700 von Kaiser Leopold eine entsprechende Abstammung bestätigen und den Grafenstand "erneuern". Sein Sohn Graf Wolf Dietrich von Beichlingen war Großkanzler und Oberhofmarschall des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen und gehörte zu den größten Grundbesitzern Kursachsens, unter anderem als Herr der Standesherrschaft Hoyerswerda und des Gutes Bernsdorf. Mit dem Tod seines Neffen († 1735), des Kapitänleutnants Adolph Siegfried Graf von Beichlingen, erlosch diese Familie im Mannesstamm.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Auf Rot zwei silberne Querbalken oder viermal von Rot und Weiß geteilt. Auf dem gekrönten Helm mit Rot-Silbernen Decken, ein hoher spitzer, wie der Schild gezeichneter und tingierter Hut, der mit einem Pfauenspiegel besteckt ist oder fünf Spickeln wie den Schild tingiert.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]

Margarete von Beichlingen, Fürstäbtissin von Essen, auf dem von ihr in Auftrag gegebenen Altarbild

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Rein: Die letzten Grafen von Beichlingen, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, 1854, 1. Bd., S. 381-387

Weblinks[Bearbeiten]