Beijerinckiaceae

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Beijerinckiaceae
Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Bakterien
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Alphaproteobacteria
Ordnung: Rhizobiales
Familie: Beijerinckiaceae
Wissenschaftlicher Name
Beijerinckiaceae
(Garrity et al., 2006)

Die Beijerinckiaceae sind eine Familie von Bakterien. Der Name bezieht sich auf den holländischen Mikrobiologen Martinus Willem Beijerinck (1851–1931). Die Beijerinckiaceae zählen zu der Gruppe der Proteobacteria. Der Gramtest fällt, wie für die Proteobakterien typisch, negativ aus.

Merkmale[Bearbeiten]

Alle Vertreter der Beijerinckiaceae sind aerob, sie benötigen freien Sauerstoff. In dieser Gruppe sind, was den Stoffwechsel angeht, sehr verschiedene Arten zusammengefasst. So sind Beijerinckia und Methylocella Stickstofffixierer, sie besitzen die Fähigkeit, elementaren, molekularen Stickstoff (N2) zu binden, indem sie ihn zu Ammoniak (NH3) bzw. Ammonium (NH4+) reduzieren und damit dem biologischen Stoffwechsel verfügbar machen. Man spricht hierbei von der Stickstofffixierung.

Charakteristisch für die meisten Mitglieder der Familie sind große Einschlusskörper von Poly-β-Hydroxybutyrat. Oft sind an beiden Enden der meist stäbchen- bis birnenförmigen Zellen jeweils einer dieser Einschlüsse vorhanden.

Mit Arten von z.B. Methylocella und Methylocapsa sind auch methanotrophe Bakterien in der Gruppe enthalten. Methanotrophen Bakterien können Methan und Methanol als einzige Kohlenstoffquelle für den Aufbau der Zellsubstanz (Assimilation) und zum Energiegewinn zu nutzen.[1][2]

Die Gattung Beijerinckia gedeiht gut in sauren Böden. Sie kommt vor allem in tropischen Böden vor.

Das Genom von Methylocella silvestris wurde vollständig sequenziert.

Systematik[Bearbeiten]

Folgende Gattungen sind in der Familie Beijerinckiaceae enthalten:[3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Johannes C. G. Ottow: Mikrobiologie von Böden: Biodiversität, Ökophysiologie und Metagenomik, Springer Verlag, Heidelberg New York 2011, ISBN 3642008232.
  2. Hanson RS, Hanson TE (1996) Methanotrophic bacteria. Microbiol Rev 60: 439–471
  3. J.P. Euzéby: List of Prokaryotic Names with Standing in Nomenclature Beijerinckiaceae. Stand 30. Januar 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • George M. Garrity: Bergey's manual of systematic bacteriology. 2. Auflage. Springer, New York, 2005, Volume 2: The Proteobacteria, Part B: The Gammaproteobacteria