Beilstein (Westerwald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.6108338.244167370Koordinaten: 50° 36′ 39″ N, 8° 14′ 39″ O

Beilstein
Gemeinde Greifenstein
Höhe: 370 m ü. NN
Fläche: 10,24 km²
Einwohner: 1575 (30. Jun. 2010)
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35753
Vorwahl: 02779
Beilstein (Hessen)
Beilstein

Lage von Beilstein in Hessen

Beilstein ist mit gut 1.500 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 10 Kilometer südwestlich von Herborn, 17 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Wetzlar und gut 80 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.

Er befindet sich im hessischen Teil des Westerwaldes, nahe zur Grenze nach Rheinland-Pfalz. Beilstein liegt am nördlichen Ende des Ulmbachs in einem sich weitenden Quellgebiet, dass von bewaldeten Höhenzügen umgeben wird. Der Ort liegt auf einer Höhe von etwa 370 Meter über NN.

Geschichte[Bearbeiten]

Beilstein ist aus den drei Dörfern Beilstein, Haiern und Wallendorf zusammengewachsen, von denen letzteres bereits im Jahre 774 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Beilstein gehörte, zusammen mit Mengerskirchen und Nenderoth, zur Kalenberger Zent. Beilstein selbst erhielt am 18. Februar 1321 die Stadtrechte, die dem Ort aber nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aberkannt wurden. Die Burg Beilstein ist 1129 erstmals urkundlich erwähnt und wurde um 1320 von den Grafen von Nassau ausgebaut. 1321 erwirkten sie für den Ort Stadtrecht. 1363–1561 bestand eine Linie Nassau-Beilstein des Grafengeschlechts, und 1607–20 war Beilstein erneut Residenz einer Nebenlinie des Hauses Nassau-Dillenburg unter Georg von Nassau-Beilstein.

Das Dorf Haiern gehört erst seit 1941 zu Beilstein.

Wallendorf ist der älteste Ortsteil von Beilstein und erscheint bereits im Jahre 774 erstmals urkundlich.[1] Hier wird im Jahre 1211 der Ritter Gerlach von Walderdorff[2] erwähnt, Stammvater des gleichnamigen, bis heute bestehenden Adelsgeschlechts.

Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Beilstein mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Arborn, Greifenstein, Nenderoth, Odersberg und Ulmtal per Landesgesetz zur neuen Gemeinde Greifenstein zusammengeschlossen.[3]. Bereits zuvor wurden auf freiwilliger Basis die Gemeinde Rodenroth am 31. Dezember 1971 und die Gemeinde Rodenberg am 1. Juli 1972 nach Beilstein eingemeindet.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit in Beilstein selbst ist die heute nur teilweise wieder aufgebaute Ruine der Burg Beilstein, die erstmals 1129 erwähnt wurde und nur wenige Meter über dem Ort steht. Sie ist heute ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen.

Weiter östlich gelegen kann die Burg Greifenstein mit ihrem Glockenmuseum besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Abbau von Ton und Basalt war seit Beginn des 20. Jahrhunderts der wichtigste Wirtschaftsfaktor des Ortes. Die eher extensive Landwirtschaft hat auch in der Vergangenheit keine nennenswerte Rolle gespielt. Vor dem Senckenberg-Museum in Frankfurt stehen Basalt-Säulen aus einem der Beilsteiner Steinbrüche.

Heute befinden sich einige eher kleinere verarbeitende Betriebe in Beilstein. Ferner sind einige Geschäfte des täglichen Bedarfs vorhanden.

Tourismus[Bearbeiten]

Burg Beilstein während des Ausbaus 2002

Im Ort gibt es mehrere Gaststätten mit Fremdenzimmern. Südlich von Beilstein befindet sich die im Tal des Ulmbachs gelegene recht kleine und nur etwa 1000 Meter lange Ulmbachtalsperre, an deren Ufer sich ein Campingplatz befindet.

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 45 mit den am nächsten gelegenen Ausfahrten Herborn Süd und Ehringshausen. Im Süden befindet sich die Bundesstraße 49, im Norden die B 255. Beilstein kann durch mehrere Landstraßen erreicht werden, von denen eine nördlich um den Ort als Umgehungsstraße herumführt.

Der Ort war Endpunkt der von der an der Lahn gelegenen Kleinstadt Leun nach Norden bis Beilstein geführten Ulmtalbahn, die 1925 in erster Linie zum Abtransport des Ton und dem Basaltgestein errichtet wurde und in ihrer kurzen Bestehenszeit keinen nennenswerten Personenverkehr aufweisen konnte. Eine geplante Verlängerung der Strecke zur Westerwaldquerbahn wurde durch den Zweiten Weltkrieg nicht mehr umgesetzt. Bereits vor mehreren Jahrzehnten wurde erst der Personenverkehr (1976) und dann Ende der Achtziger der Güterverkehr eingestellt. Im Laufe der 1990er-Jahre wurden die Schienen komplett entfernt. Heute soll auf Teilen der Strecke ein Radwanderweg entstehen.

Die nächsten Regionalbahnhöfe befinden sich in Weilburg, Leun, Wetzlar und Herborn.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.greifenstein.de
  2. Oculus memorie der Abtei Eberbach im Rheingau
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 293

Weblinks[Bearbeiten]