Beinhaus von Douaumont

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Das Beinhaus von Douaumont (franz. Ossuaire de Douaumont) ist eine französische nationale Grabstätte für die Gefallenen der Schlacht um Verdun auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Douaumont. Es befindet sich auf dem Thiaumont-Rücken, in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Befestigungsanlage Thiaumont, etwas über einen Kilometer südwestlich des Fort Douaumont und etwa fünf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Verdun. In ihm werden die Gebeine von über 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt. Das Gebäude wurde von den Architekten Léon Azéma,[1] Jacques Hardy und Max Edrei entworfen und nach zwölf Jahren Bauzeit 1932 offiziell eingeweiht.

Anlage[Bearbeiten]

An der Außenseite des eindrucksvollen Bauwerkes befinden sich unter anderem die Wappen aller Städte, die Geld zum Bau des Ossuaire beisteuerten.

Im Inneren des 137 m langen Gebäudes, unter einem Tonnengewölbe, befinden sich Gräber unbekannter Soldaten von allen Teilen des Schlachtfeldes von Verdun, Gedenksteine und Grabplatten für gefallene Franzosen, deren Namen bekannt sind, sowie eine Kapelle. Eine Madonnenstatue, die sich im ursprünglichen Ossuaire, einer einfachen Holzbaracke, befand, steht heute links neben dem Eingang. Im Turm befindet sich ein kleines Museum und im Untergeschoss ein Raum für Filmvorführungen sowie ein Souvenirladen. Die Knochenkammern, die sich ebenfalls im Untergeschoss befinden, sind an der Hinterseite des Gebäudes von außen durch Fensterscheiben einsehbar.

Nach einer Interpretation symbolisiert das Beinhaus ein Schwert, das bis zur Parierstange in die Erde gerammt ist und von dem nur der Griff (Turm) emporragt. Alternativ kann der Turm auch als Symbol für eine Granate betrachtet werden, die mit Kreuzen als Zeichen des Friedens bedeckt ist.

Der 46 m hohe, besteigbare Turm des Beinhauses enthält eine Glocke, die dreimal täglich läutet, sowie rotierende Scheinwerfer, die nachts das Schlachtfeld beleuchten. Seit einiger Zeit werden die Scheinwerfer nicht mehr angeschaltet; der Grund dafür ist unbekannt.

Eine Gedenkplatte erinnert an das Treffen von Mitterand und Kohl 1984.

Außenanlagen[Bearbeiten]

Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit 15.000 Gräbern französischer Soldaten. Neben christlichen Kreuzen gibt es ein Feld mit Grabstellen für muslimische Gefallene, die nach Osten (gen Mekka) ausgerichtet sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1920 besuchte Bischof Charles-Marie-André Ginisty das provisorische Ossarium, in dem bis dahin die gefundenen Gefallenen bestattet worden waren. Er beschloss, den Toten eine würdigere Begräbnisstätte und den Hinterbliebenen einen Ort für ihre Trauer zu geben. Bereits am 22. August 1920 konnte Marschall Philippe Pétain den Grundstein für das geplante Gebäude legen. Am 17. September 1927 konnten die Gebeine aus dem provisorischen Holzgebäude überführt werden. Offiziell eingeweiht wurde das Beinhaus am 7. August 1932 durch den französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun.[2]

Im Jahre 1984 trafen sich der französische Präsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer großen Versöhnungsfeier. Das Foto[3] der beiden Politiker, die sich vor dem Eingang des Ossuaire an den Händen halten, ging um die Welt.[4] Zur Erinnerung an dieses Treffen wurde vor dem Beinhaus eine Gedenkplatte installiert. Sie trägt folgende Inschrift:

Auf diesem französischen Soldatenfriedhof trafen sich am 22. September 1984 zum ersten Mal in der Geschichte der beiden Völker der französische Staatspräsident und der deutsche Bundeskanzler. Sie legten im gemeinsamen Gedenken an die Toten beider Weltkriege Kränze nieder und erklärten:
„Wir haben uns versöhnt. Wir haben uns verständigt. Wir sind Freunde geworden.“
François Mitterrand und Helmut Kohl

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Douaumont ossuary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Struktura.de (abgerufen 4. Oktober 2010): Leon Azema
  2. Beinhaus von Douaumont, Offizielle Website
  3. Foto des Hauses der Geschichte mit Mitterrand und Kohl händehaltend
  4. spiegel.de: Während der Gedenkzeremonie

49.20755.4241666666667Koordinaten: 49° 12′ 27″ N, 5° 25′ 27″ O