Bekenntnisschulbewegung

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Als Bekenntnisschulbewegung wird die Bildung von allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft bezeichnet, die sich durch ihre evangelikale Prägung von den übrigen evangelischen Konfessionsschulen unterscheiden. Die meisten der evangelikalen Bekenntnisschulen entstanden seit den 1970er Jahren „als Reaktion gegen neomarxistische Schulreformen“.[1]

Pädagogische Inhalte[Bearbeiten]

Da die Bekenntnisschulen staatlich genehmigte Ersatzschulen sind, erfolgt der Unterricht nach den allgemeingültigen Lehrplänen. Dies bedeutet in Einzelfällen ein Konfliktpotenzial, und zwar – wegen der evangelikalen Affinität zum Kreationismus – insbesondere für den Biologieunterricht. Siehe hierzu August-Hermann-Francke-Schule Gießen #Kritik.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die deutschlandweit größte evangelikale Bekenntnisschule und eine der ältesten unter ihnen ist die Freie Evangelische Bekenntnisschule Bremen (FEBB) mit Gymnasium, integrierter Gesamtschule und zwei Grundschulen.

Evangelikale Bekenntnisschulen existieren „an 90 Orten in Deutschland“.[2] Knapp die Hälfte davon ist Mitglied im Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS). Der Dachverband VEBS wurde 2006 als Nachfolger der seit Anfang der 1980er Jahre bestehenden Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bekenntnisschulen (AEBS) gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main.

Der VEBS benennt die Glaubensbasis der Evangelischen Allianz von 1846 (doctrinal basis)[3] als theologische Grundlage. Neben dem „Vater der Bekenntnisschulbewegung“ August Hermann Francke (1663–1727) werden als Vordenker Martin Luther, Johann Amos Comenius, Christian Friedrich Spittler, Christian Heinrich Zeller, Johann Heinrich Wichern, Friedrich Wilhelm Dörpfeld und Abraham Kuyper genannt.[4]

Schweiz[Bearbeiten]

Die aus dem Umfeld der reformiert geprägten Evangelischen Gesellschaft entstandene, konfessionell neutral auftretende Freie Evangelische Schule Zürich (FESZ) besteht seit 1874. Einige freikirchlich geprägte Schulen im Kanton Zürich sind in der Arbeitsgemeinschaft für Schulen auf biblischer Basis (ASBB)[5] organisiert. Auf fachlicher Ebene bilden christliche Schulen Arbeitsgemeinschaften wie etwa die Initiative für Christliche Bildung.[6]

In mehreren Kantonen werden Volksabstimmungen vorbereitet, um (analog zum deutschen Modell) eine staatliche Mitfinanzierung genehmigter Privatschulen zu erreichen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konzepte mit Fragezeichen (PDF; 1,8 MB) – Stellungnahme von Gottfried Meskemper, einem der Mitgründer der Bremer Bekenntnisschule, zu Reformprozessen innerhalb der Schule nach 2002
  2. VEBS: Bekenntnisschulbewegung
  3. VEBS: Bekenntnisse
  4. VEBS: Geschichtliches zu Bekenntnisschulen
  5. Arbeitsgemeinschaft für Schulen auf biblischer Basis www.asbb.ch (abgerufen am: 28. Januar 2012).
  6. http://www.icbs.ch/mitglieder/ (abgerufen am: 11. Juni 2012).
  7. Fromme Schulen wachsen gegen den Trend (Version vom 7. Juli 2010 im Internet Archive) – zitiert nach ideaSpektrum 44/2008, S.17

Weblinks[Bearbeiten]