Bela krajina

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Bela krajina mit dem Fluss Kolpa, im Bildhintergrund das Gebirge Gorjanci
Lage der Region Bela krajina in Slowenien
Ein für die Bela krajina typischer Steljnik, wo Farn als Einstreu (slow. stelja) für Ställe angebaut wurde.

Die Bela krajina (deutsch auch Weißkrain oder Weiße Mark, im Mittelalter auch Grafschaft Möttling, Mark von Metlika bzw. ''Grafschaft in der Mark und Metlika'') ist eine der historischen Landschaften (Pokrajina) in Slowenien. Sie war als Teil des Kronlandes Krain ein Teil der Österreichischen Monarchie (Cisleithanien). Der Fluß Kupa und das Gorjanci-Gebirge stellten die Grenze zur östlichen ungarischen Reichshälfte (Transleithanien) dar. Der Namensursprung ist nicht eindeutig geklärt. Man vermutet aber, dass er entweder auf die schlichte, weiße Tracht aus Hanf zurückzuführen ist oder auf die vielen in der Gegend wachsenden Birken.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Die Bela krajina ist in drei Gemeinden unterteilt: Metlika, Semič und Črnomelj.

Natürliche Grenzen[Bearbeiten]

Die natürliche Grenze bildet größtenteils der Fluss Kolpa und dias Gebirge der Gorjanci. Nur auf dem Gebiet der Gorjanci (Gemeinde Metlika) ist der Grenzverlauf teilweise sehr verwirrend. Von beiden Seiten müssen oft große Umwege gemacht werden, um zu den jeweiligen Grundstücken bzw. Äckern zu kommen, weil aufgrund des Schengenabkommens nur bestimmte Grenzübergänge für den kleinen Grenzverkehr benutzt werden dürfen. Somit sind bestehende Straßen unbenutzbar geworden. Grenzübergänge für den kleinen Grenzverkehr sind vor allem Landwirten vorbehalten (z. B. Krasinec) und dürfen vom Transitverkehr nicht benutzt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Kroatisches Königreich[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Bela krajina erscheint unter diesem Namen erst ab dem Jahre 1288 in alten Dokumenten. Es gehörte einst zum ungarisch-kroatischen Königreich. Die Besiedelung durch Slowenen wurde durch Urwälder und Gebirge behindert. Im Gegensatz dazu war das Gebiet nach Süden und Westen offen für die Besiedelung durch Kroaten bis zum 12. Jahrhundert; als der deutsche Adel dieses Gebiet besetzte, war es unter allen Gesichtspunkten als kroatisch zu bezeichnen.[1]

Österreichische Monarchie[Bearbeiten]

Anfang des 12. Jahrhunderts verlief die Grenze der Windischen Mark und der Mark Krain zu Ungarn und Kroatien am Oberlauf der Krka und nördlich der Gorjanci. Etwa um 1127 (bis 1131) begannen die Grafen von Weichselberg gemeinsam mit dem Spanheimer Bernhard von Trixen und den Truppen des Erzbistums Salzburg eine Offensive gegen Ungarn, dessen Streitkräfte sie jenseits der Flüsse Kolpa (kroatisch Kupa) und Bregana (südlich der Gorjanci) zurückdrängten. Irgendwann zwischen den Jahren 1135 und 1172 wurde das Gebiet der heutigen Bela krajina den Kroaten entrissen. Aus den von den Grafen von Weichselberg eroberten Gebieten in den Grenzen Poljanska Gora im Westen, entlang der Kolpa bis zu den westlichen Ausläufern der Gorjanci im Osten entstand dadurch die Bela krajina.

In späteren Zeiten gibt es in der Bela krajina keine Nachweis von kroatischen Feudalherren mehr. Im 13. Jahrhundert begannen beide Parteien mit einer intensiven Kolonisierung beiderseits der Kolpa. Hierbei spielte der deutsche Ritterorden in der Bela krajina eine wichtige Rolle. Die Kolpa wurde als Grenze anerkannt, was der Bela krajina im Mittelalter zu einer stabilen Grenze verhalf.

Die Bela krajina wird gelegentlich als Teil der Region Dolenjska betrachtet. Das ist historisch gesehen aber nur insoweit sinnvoll, als die Herrscher der Dolenjska auch über die Bela krajina geherrscht haben. Es ist also eine rein politische Sichtweise. Diese recht einseitige Betrachtung lässt aber wichtige kulturelle (der Einfluss Kroatiens und die ursprüngliche Besiedelung durch Kroaten), soziologische (Vermischung der Bevölkerung), klimatische aber auch wichtige geschichtliche Differenzen (Einwanderung von Uskoken und anderen Flüchtlingen) zwischen der Bela krajina und der Dolenjska außer Acht.

Hierzu führen die Historiker Peter Štih und Vasko Simoniti von der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana an, dass die "Grafschaft in der Mark und Metlika", welche vor allem die heutige Bela krajina umfasst, unter den Habsburgern bis zum 16. Jahrhundert ihre Eigenständigkeit bewahrte. Obwohl sich ihr Herrschaftsbereich durch die Erbschaft der Besitzungen des Görzer Grafen Alberts III. im Jahre 1374 bis an die Kolpa erweiterte, schlossen sie die Grafschaft in der Mark und Metlika ihren krainer Besitzungen nie an, sondern bestätigten deren Privilegien aus dem Jahre 1365. Die Grafschaft bewahrte sich somit durch das Mittelalter hindurch ihre rechtliche Souveränität. Erst im Jahre 1593 bestätigte Kaiser Rudolf II. die Privilegien von Krain, der Mark und Istriens gemeinsam in einem Dokument.[2]

Verwaltungsgliederung zu k.-und-k.-Zeiten[Bearbeiten]

Zusammen mit dem Gerichtsbezirk Tschernembl (Črnomelj) bildete der Gerichtsbezirk Möttling den politischen Bezirk Tschernembl.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum rechten Ufer der Kolpa, das durch Sumpfgebiete, Wälder und Brachland eine Art von natürlichem Verteidigungsgürtel besaß, hatte die Bela krajina nichts dergleichen. Est die bewaldeten Gorjanci boten dem dahinterliegenden Gebiet der Unterkrain einen natürlichen Schutzwall gegen Einfälle aus dem Süden.

Eine ihrer wichtigsten Burgen lag ab dem 14. Jahrhundert im heutigen Metlika (deutsch: Möttling), wodurch auch Grafschaft Möttling oder Mark von Metlika zu lesen ist. Als Grenzland hatte die Bela krajina früher viele Burgen, die jedoch durch Kriege zerstört wurden. Weitere Burgen und Festungen bzw. deren Überreste befinden sich beispielsweise in Črnomelj, Gradac und Vinica. Die davon historisch bedeutendste und größte Burg Pobrežje, wurde im Zweiten Weltkrieg durch Brände stark beschädigt und nach dem Krieg zerstört. Nur noch fragmentarische Überreste können heute besichtigt werden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Zusammensetzung der Bevölkerung spiegelt die Geschichte wider. Es gab immer auch einen kroatischen Einfluß, es gibt natürlich viele ethnisch gemischt Ehen zwischen Kroaten und Slowenen. Als Besonderheit in Slowenien bestehen auch heute noch ethnisch ziemlich homogene serbische Dörfer, deren uskokische Vorfahren als Wehrbauern entlang der Kolpa bzw. damaligen Militärgrenze angesiedelt wurden. Hierzu zählen die Dörfer Marindol, Žuniči, Miliči, Paunoviči und Bojanci.[3] Weiterhin gibt es eine verhältnismäßig starke Romabevölkerung. Zum Teil sind die Roma gut integriert, zum Teil aber sehr schlecht. Der Lebensstandard der Roma ist sehr unterschiedlich. In den Romasiedlungen findet einerseits sehr schöne Häuser, andererseits aber auch baufällige Hütten. Teilweise sind deren Siedlungen überhaupt nicht an die öffentliche Infrastruktur angebunden, wie z. B. Trinkwasserversorgung, Stromnetz oder Kanalisation. Die Siedlungen wurden oft illegal errichtet und nicht überall wurden die legalisiert. Es werden viele Ursachen für die Nichtintegration aufgeführt, unter anderem auch die mangelnde Bereitschaft, der Roma sich zu integrieren. Andererseits wird von diesen angeführt, dass die gemachten Integrations- bzw. Hilfsangebote unpassend seien bzw. auch, dass es zu wenig sozialen Wohnunraum für Romafamilien gäbe, die meist viele Mitglieder umfassen. Teilweise wehren sich Dorfgemeinschaften erbittert, wenn eine Romafamilie sich dort ansiedeln möchte, wie z. B. im Falle des Ortes Vranoviči. [4]

Das Verhältnis zu den benachbarten Kroaten auf der anderen Seite der Kolpa kann man als durchaus gut nachbarschaftlich bezeichnen. Im Gegensatz zu anderen Grenzgebieten gab es nie größere Probleme oder gar Grenzstreitigkeiten. Bei Hochzeiten spielt die Grenze keine Rolle. Auch Beschäftigung finden vor allem die Kroaten in Betrieben in der Bela krajina und in Novo mesto.

Ethnologisches Schatzkästlein[Bearbeiten]

Die Bela krajina gilt als ethnologisches Schatzkästlein Sloweniens. Unter anderem deswegen, weil sich hier noch viele alte Bräuche, wie beispielsweise das "Jurjevanje" erhalten haben und sich verschiedene Kulturkreise berührt und vermischt haben (Slowenen, Kroaten, Uskoken). Das Jurjevanje-Fest wird am 24. April (Sankt Georgstag) begangen. Es ist ein Frühlingsfest: ein junger Mann wird mit grünen Baumzweigen vollkommen verkleidet und von einer Trachtengruppe begleitet. Dies erkennt man vor allem auch an den unterschiedlichen hier gesprochenen Dialekten Während in der Gegend von Semič der Dialekt sehr an die Mundart in der Region Dolenjska um Novo mesto herum erinnert verwendet man in der Gegend von Adlešiči bis nach Vinica an der Kolpa schon sehr viele kroatische Ausdrücke. Die Ursachen dafür, dass sich diese "Eigentümlichkeiten" erhalten haben, liegen darin, dass diese Gegend bedingt durch die geographischen Gegebenheiten lange Zeit schwer erreichbar war. Nach Norden und Westen wird die Bela krajina von den Gebirgszügen Gorjanci und Kočevski Rog vom restlichen Slowenien abgetrennt, nach Süden und Osten hin vom Fluss Kolpa. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz geschah beispielsweise erst vor ca. 100 Jahren und noch heute ist die Straßenanbindung über das Gorjanci-Gerbirge nach Novo mesto unzulänglich.

Auswanderungswellen[Bearbeiten]

Einschneidende Ereignisse waren die Auswanderungswellen Ende des 19. Jahrhunderts bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten und Westeuropa sowie in den 60er Jahren nach Westeuropa (Bundesrepublik Deutschland, Schweiz, Schweden, Frankreich, Belgien, England usw.) sowie in die USA und Kanada. Laut Überlieferungen soll der Grund für die Auswanderungswelle Ende des 19. Jahrhunderts, als die Menschen ihr Glück vor allem inden USA suchten, die Beeinträchtigung des wirtschaftlich wichtigen Weinanbaus durch den Befall der Reben durch die Reblaus gewesen sein. In jüngster Zeit kam auch die These auf, dass vor allem der Goldrausch in den USA, der Grund für die Auswanderung gewesen sei, nachdem ein ein Rückkehrer aus Amerika mit Taschen voll Goldmünzen nach Semič kam.[5]

Quelle: Völkszählungen

EU-Außengrenze[Bearbeiten]

Die Schengengrenze, die in der Bela krajina mit dem Fluss Kolpa zusammenfiel, behinderte den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit Kroatien und vor allem mit der Stadt Karlovac. Seit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 werden im Wechsel nur noch jeweils von einem Grenzposten Passkontrollen durchgeführt. Die Zollkontrollen sind entfallen. Früher wurde beispielsweise der große Wochenmarkt in Karlovac stark von den Bewohnern der Bela krajina frequentiert. Auch der Besuch von Sportveranstaltungen (z.B. Basketball) war beliebt, weil das Angebot in Karlovac viel größer als in Novo mesto war und die Stadt gut per Schienenbus zu erreichen war.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

In den vergangenen Jahren haben eine Anzahl von namhaften und traditionsreichen Unternehmen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten bzw. Umstrukturierungen entweder Personal abgebaut (z. B. Beti), ihre Produktion zumindest teilweise verlagert (Danfoss, Secop) bzw. geschlossen (z.B. Komet). Aufgrund der dadurch entstandenen angespannten wirtschaftlichen Situation und verhältnismäßig hohen Arbeitslosenzahl hat der slowenische Staat ein Förderprogramm aufgelegt, welches die Wirtschaftsregion Pokolpje[6] unterstützen soll, zu der auch die Bela krajina gehört. Zum Teil gelang es neue Unternehmen anzusiedeln, wie das beispielsweise auf dem Gelände des stillgelegten Braunkohlebergwerkes Kanižarica bei Črnomelj geschah. In Stari Trg (Gemeinde Črnomelj) wurden die Gebäude der Firma Komet von einem Strumpfhersteller (Ana) übernommen.

Einige Probleme sind aber auch hausgemacht. Es wird zunehmend auch die Haltung der Bevölkerung beispielsweise in Zeitungskommentaren oder Glossen kritisiert, die so ist, dass sich Eigeninitiative nicht lohnen würde "es lohnt nicht"[7], sei es beispielsweise der Anbau von Gemüse und Obst für den Eigenbedarf. Dem Gegenüber stehen immer wieder Einzelpersonen, die versuchen durch neue Angebote, beispielsweise im Tourismus durch die Verbindung von Kulinarik und Kultur[8] aber auch im Jugendbereich neue Wege zu gehen.

Wirtschaftliche Situation in Črnomelj[Bearbeiten]

Die Wirtschaft in Črnomelj ist ähnlich wie in Metlika, schwer von der aktuellen globalen Finanzkrise aber auch von der Strukturänderungen in den letzten 20 Jahren besonders schwer betriffen. Zum einen wurde die Kohleförderung eingestellt und zum anderen wird die Kompressorfabrik geschlossen.

Wirtschaftliche Situation in Semič[Bearbeiten]

Die jüngste Gemeinde, Semič, steht wirtschaftlich am besten von allen drei Gemeinden da, nachdem der größte Industriebetrieb Iskra sistemi d.d PE Kondenzatorji wieder erfolgreich ist.

Weinanbau[Bearbeiten]

Traditionell wird in allen drei Gemeinden Wein angebaut. Einzelne Weinbauern haben mittlerweile qualitiativ hochwertige Weine im Angebot, die auch international ausgezeichnet worden sind. Ein Beispiel hierfür ist das Weingut von Jožef Prus aus Krmačina bei Metlika.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die veraltete Infrastruktur wird mittlerweile als eines der wichtigsten Hürden für eine wirtschaftliche Entwicklung der Region angesehen. Defizite in der Infrastruktur sieht man in den mangelhaften Verkehrsanbindungen aber auch in der Stromversorgung und im Angebot an weiterführenden Schulen.

Verkehrsprobleme[Bearbeiten]

Es wird schon viele Jahre über eine Verbesserung der Verkehrsanbindungen in die Region Dolenjska, d.h. vor allem nach Novo mesto diskutiert.[9] Bislang ist man sich aber noch nicht über die Trassenplanung einig. Ein Autotunnel durch die Gorjanci ist seit vielen Jahrzehnten im Gespräch. Dieser sollte die Verbindung nach Novo mesto verkürzen und vor allem auch sicherer machen, da bislang die Pass-Straßen über die Gorjanci (Vahta-Pass) und am Kočevski-Rog bewältigt werden müssen.

Unzuverlässige Stromversorgung[Bearbeiten]

Außer der Stromversorgung von Novo mesto über die Gorjanci gibt bislang keine 110 kV-Reservestromverbindung zwischen der Bela krajina und dem Rest Sloweniens. Dies führt immer wieder zu Stromversorgungsengpässen. Dies zeigt sich zeitweise an flackernden Glühbirnen und schwachen Heizleistungen von Elektroherden. Industrieunternehmen klagen infolgedessen über Produktionsausfälle, weil Maschinen nicht funktionieren. Abhilfe soll eine nneue 110-kV-Freileitung mit zwei Systemen von Kočevje nach Črnomelj leisten. Die Investitionskosten hierfür sollen etwa 15,2 Mio. Euro betragen. Eine Arbeitsgruppe wurde von der Regierung in Ljubljana mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Raumordnungsplanes beauftragt. Es gibt dafür momentan och etwa vier Trassenvarianten (Nordvarianten A, B und C jeweils über Onek sowie eine Südvariante über Mozelj).[10]

Schulwesen[Bearbeiten]

Es gibt Grund- und Hauptschulen sowie Gymnasien in allen drei Gemeinden.

Alle drei Gemeinden unterstützen die Gründung einer Universität in Novo mesto für die Regionen Dolenjska, Bela krajina, Kočevsko-Ribniška und Posavje.[11] Die Gründung dieser regionalen Universität verzögert sich leider immer wieder.[12][13]

Naturschönheiten und Umweltprobleme[Bearbeiten]

Wichtig für das Verständnis ist auch, dass trotz Problemen die Natur in der Bela krajina noch großteils intakt ist. Dies sieht man auch am Vorkommen einer Art des Grottenolmes in den Karstgewässern. Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts muss man aber eine deutliche Verschlechterung in diesem Bereich feststellen. Im Sommer 2012 wurde ein rekordverdächtiger Wels bei Radiviči bei Metlika gefangen. Er war 195 cm lang und wog 40 kg. Der größte Wels wurde im Jahre 1952 gefangen, er wog 53 kg.[14]

In der Bela krajina sollen ungefähr 45 verschiedene Orchideenarten wachsen.[15]

Umweltprobleme[Bearbeiten]

Verschmutzung durch PCB[Bearbeiten]

Hauptartikel: PCB-Verschmutzung der Krupa

Im Jahre 1984 Jahren wurde aufgedeckt, dass der Fluss Krupa, der bei Primostek in die Kupa mündet, durch unsachgemäß gelagerte Abfälle der Firma Iskra Kondenzatorji aus Semič mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) verseucht worden ist. Die Verschmutzung wurde rein zufällig von Wissenschaftlern des Gesundheitsamtes in Maribor und später auch in Ljubljana entdeckt, als man die Quelle der Krupa untersuchte, um diese zur Trinkwassergewinnung für die Bela krajina zu untersuchen. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass es sich hier um eine Karstlandschaft handelt. Noch heute ist die Belastung hoch und kann in Bodenproben, Fischen, im Wasser, in Haustieren usw. nachgewiesen werden.[16]

Überdüngung[Bearbeiten]

Problematisch ist die Belastung der Flüsse (vor allem der Kolpa) durch die verstärkte Verwendung von künstlichen Düngemitteln und Düngemitteln aus der Biogasanlage in Črnomelj. Zu sozialistischen Zeiten verwendeten die meist kleinen Bauernhöfe nur Dung zur Düngung, was der Karstlandschaft mit nur dünnen Humusböden gut angepasst war. Nun versucht man durch Flurbereinigungsmaßnahmen (Zusammenlegung landwirtschaftlicher Nutzflächen) die Feldgröße zu erhöhen. Die wenigen verbliebenen Bauernhöfe versuchen nu durch Einsatz von Kunstdünger und vor allem auch Gülle, die vorher nie in dieser Gegend zur Düngung verwendet worden ist, den Ertrag zu steigern.

Biogasanlage Črnomelj (Lokve)[Bearbeiten]

Die vor einigen Jahren in Betrieb gegangene Biogasanlage in Črnomelj ist andauernder Kritik ausgesetzt. Viele Bewohner Črnomeljs beklagen sich immer wieder darüber, dass sie wiederholt unerträglichem Gestank aus der Anlage ausgesetzt seien. Laut Zeitungsberichten werden bis zu 30.000 Tonnen Gülle pro Jahr auf die Felder ausgetragen.

Bereits im Mai 2012 besuchte eine Delegation von 30 Bürgern aus der Bela krajina den damaligen Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Franc Bogovič, um ihn auf die Problem mit der Gülle aus der Biogasanlage zu informieren, sie aber keine Antwort auf ihre Einladung vom April nach Črnomelj erhalten hatten[17]. Im Rahmen ihres Besuches überreichten sie dem Minister auch eine Petition, die 2780 besorgte Bürger unterschrieben hatten. Teil der Abordnung aus der Bela krajina waren neben Vertretern der Bürgerinitiative Proteus auch die zwei bekannten Ökologen Dr. Dušan Plut und Dr. Božidar Flajšman. Es wurde vor allem auch kritisiert, dass die Landwirtschaftslobby Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen würde. Vor allem sein die Verarbeitung von organischen Abfällen mangelhaft geregelt. Der Minister hat zugegeben, dass die Lage der Biogasanlage nicht angemessen in der Umgebung ist.[18]

Bei Untersuchungen des Gärrestes hat man festgestellt, dass die Grenzwerte für Salmonellen im Juni 2012 überschritten worden sind. Laut Pressemitteilungen mussten die Betreiber der Anlage eine hohe Strafe für die Ableitung der kontaminierten Gülle in eine nahe gelegene Schweinefarm bezahlen.[19] Beobachter sprechen davon, dass sogar aus dem Ausland (z. B. Bosnien-Herzegowina) Schlachtabfälle in der Biogasanlage verwendet werden, deren Nachverfolgbarkeit aber nicht gewährleistet ist. Eine lokale Bürgerinitiative namens Proteus hat sich gebildet und kämpft für Verbesserungen. Umweltaktivisten kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die maßgebende slowenische Verordnung zur Verarbeitung biologisch abbaubarer und gemischter Kommunalabfälle auf Grenzwerten beruhen, die in Dänemark, Deutschland und Frankreich gelten, wo es keinen oder nur wenig Karst gibt und die Böden dort deswegen eine höhere Selbstreinigungskraft besitzen.

Vom Veteriäramt Sloweniens (VURS) wurde dem Unternehmen aufgrund der Salmonellenfunde Ende Juni 2012 untersagt, die Gülle auf landwirtschaftlich genutzte bzw. auch für anders genutzte Flächen auszubringen. Laut Presseberichten plant der Konzern Petrol, diese Biogasanlage zu übernehmen, die bislang in Besitz der Firma Bioenerg aus Domžale ist.[20] Dennoch fürchtet Proteus, dass dieses Verbot umgangen wird, indem 2000m3 Gülle in offenen Becken der nahegelegenen Schweinefarm gelagert werden und fordern das Schließen der Biogasanlage.[21]

Festivals bzw. Kulturveranstaltungen[Bearbeiten]

  • "Dajmo malo fušat" Amateurmusikfestival (vokal-instrumental) in Metlika im Februar (2014 bereits zum 10. mal)
  • "Jurjevanje" in Črnomelj (Folklore-/Ethnofestival im Juni)
  • "Črnfest" in Črnomelj (Veranstaltungen für Jugendliche und Junggebliebene: Musik, Theater, Kabarett, sowie Veranstaltungen für Kinder) im August in der Burg Črnomelj
  • "Vinska vigred" in Metlika (Weinfest im Mai)
  • Schengenfest (Rock und Popfestival) im Hochsommer direkt neben dem internationalen Grenzübergang ("Schengengrenze") in Vinica
  • "Pridi zvečer na grad" in Metlika (Open air Veranstaltungen: Musik, Theater) von Juni bis August auf der Burg Metlika
  • "Teden kulture na placu" (deutsch: Kulturwoche auf dem Platz) jährlich Mitte bis Ende Juli in Metlika
  • Sommerkarneval mit Flössen auf der Kolpa in Podzemelj Ende Juli

Vereine[Bearbeiten]

  • Fotopub Črnomelj (Photographieklub), gegründet 2002
  • Literarni klub Metlika (Literaturklub), gegründet 2002
  • Društvo Žumberčanov in prijateljev Žumberaka Metlika (deutsch: Verein der Žumberaker und Freunde des Žumberak)

Sport[Bearbeiten]

Um den 15. August (Maria Himmelfahrt) herum findet schon seit mehreren Jahren ein kleiner Sprinttriathlon in Primostek an der Kolpa statt. Im Jahre 2012 wurde dieser Wettbewerb zum fünften Male ausgetragen. Es traten 154 Sportbegeisterte gegeneinander an. Diese Veranstaltung wird vom Sportbund Metlika und dem Tourismusverband Vigred Metlika veranstaltet.

Wintersportmöglichkeiten gibt es in Gače bei Črmošnjice.Wintersportzentrum Bela

Internationale Grenzübergänge nach Kroatien[Bearbeiten]

Übernachtungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Hotel Bela krajina in Metlika
  • Hotel Bojana in Črnomelj
  • Gasthof Pri Štefaniču/Beim Štefanič in Dragatuš bei Črnomelj (Angebot: Ferien auf dem Bauernhof sowie Gasthof)
  • Jugendherberge Dijaški dom Črnomelj (Während des Schuljahres ist die ein Internat, als Jugendherberge ist es nur während der Sommerferien geöffnet)
  • Kamp Podzemelj Campingplatz Podzemelj

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dušan Kos: Bela krajina v poznem srednjem veku (deutsch: Die Bela krajina im späten Mittelalter), Zveza zgodovinskih društev Slovenije, Ljubljana, 1987.
  2. Peter Štih, Vasko Simoniti, "Slovenska zgodovina od prazgodovinskih kultur do konca 18. stoletja-Na stičišču svetov" (deutsch: "Slowenische Geschichte von der vorzeitlichen Kulturen bis zum Ende des 18. Jhd. - An der Nahtstelle der Welten"), Verlag Modrijan, Ljubljana, 2010, S. 118
  3. Alenka Misja Zgaga, "1408 - Prišli so Turki, za njimi Uskoki, Belokranjska dediščina" (deutsch: Es kamen die Türken, nach ihnen die Uskoken, Das weißkrainer Erbe), Belokranjski muzej (deutsch: Weißkrainer Museum), Ausstellungskatalog, Metlika 2008, S. 35
  4. M. Bezek-Jakše, "Sedemčlanska družina pod polivinilom - Bo tik pred zimo trma popustila?" (deutsch: Eine siebenköpfige Familie unter Plastikfolien - Wird kurz vor dem Winter die Sturheit nachlassen?), Beilage Dolenske Novice in Dolensjki list, 17. Oktober 2013, S. 22
  5. M. Bezek-Jakše, "Belokranjce mamilo ameriško zlato" (deutsch: Die Weikrainer lockte das amerikanische Gold), 30. Oktober 2013, S. 36, Dolenjski list, Novo mesto
  6. Pokolpje: Enterprise Portal Bela Krajina des Development – Information Centre Bela Krajina (englisch), abgerufen am 26. Mai 2013.
  7. Živa Groza, "Belokranjska flakanja - Z optimizmom je svet veliko lepši" (deutsch: Weißkrainer Schmäh-Mit Optimismus ist die Welt viel schöner), Glosse in Dolenjski list, 16. Januar 2014
  8. M. Bezek-Jakše, "Ko gostilna ni le hrana in pijača" (deutsch: Wenn das Gasthaus nicht nur Essen unnd Trinken sind), Dolenjski lst, 9. Januar 2014
  9. Semičani čakajo na spodobno cesto (Die Bewohner von Semič warten auf eine anständige Straße), Dolenjski list, 2. November 2012
  10. Stabilna elektrika v Beli krajini šele po letu 2012 (Stabile Elektrizität in der Bela krajina erst nach dem Jahre 2016), in der Slowenischen Tageszeitung Delo, S. 14, 13. Dezember 2012
  11. M. Beze-Jakše, "Kljub pomislekom so za unverzo" (deutsch: Trotz Bedenken sind sie für die Universität), Dolenjski list, 27. Dezember 2013, S. 8
  12. Prof. DDr. Janez Usenik für den Vorstand, "Javno pismo društva Dolenjska akademska pobuda" (deutsch: Offener Brief des Vereines Akademische Initiative Dolenjska), Leserbrief, Dolenjski list, 10. Oktober 2013, S. 33
  13. Prof. DDR. Janez Usenik, Prof. Dr. Janez Povh, Dekan Prof. Dr. Boris Bukovec, Dekanin Dr. Marica Prijanovič Tonkovič, Dr. Jože Podgoršek (Senat des Konsortiums Universität Novo mesto), "Podprite ustanovitev univerze v Novem mestu" (deutsch: Unterstützt die Gründung der Universität in Novo mesto), Leserbrief, Dolenjski list, 14. November 2013, S. 33
  14. M. Bezek-Jakše, "Som je vlekel čoln po Kolpi" (deutsch: Wels zog Boot auf der Kolpa), in Dolenjski list, 16. August 2012, S. 36
  15. M. Bezek-Jakše, "Lepe, občutljive in zavarovane" (Schön, empfindlich und geschützt"), Dolenjski list, 3. Mai 2012, S. 13
  16. Artikel in der kroatischen Online Zeitung Novilist.hr, aufgerufen am 16. Februar 2013
  17. M. Bezek-Jakše: Si bo minister vzel nekaj časa (deutsch: Wird sich der Minister etwas Zeit nehmen?), Dolenjski list, 3. Mai 2012, S. 8
  18. M. Bezek-Jakše: Bogovič dojel, da je težava resna (deutsch: Bogovič hat verstanden, dass es um ein ernstes Problem geht), Dolenjski list, 17. Mai 2012. S. 2
  19. Evropski zakoni, balkansko obnašanje (deutsch: Europäische Gesetze, balkanhaftes Benehmen), in der slow. Wochenzeitung Dolenjski list, Novo mesto, 2. November 2012
  20. Bojan Rajšek: Petrol prevzema boiplinarno na Lokvah (deutsch: Petrol übernimmt die Biogasanlage in Lokve), Online Ausgabe der slowenischen Tageszeitung Delo, 19. März 2013.
  21. M.B.-J., "Ni bioplinarna zrela za zaprtje?" (deutsch: Ist die Biogasanlage nicht reif, geschlossen zu werden?), Dolenjski list, 19. Juli 2012, S. 8
  22. Jasna Kocuvan, "Portret belokranjskega godca Jaza" (deutsch: Portrait des Volksmusikanten Jaza aus der Belakrajina), Dolenjski list, 29. September 2011, str. 20
  23. Portret tedna: Fanika Požek. In: Dolenjski list vom 20. Februar 2008. S. 30
  24. Boris Blaič, Brajkovič dvignil lestvico (Brajkovič hebt die Meßlatte an), in: Dolensjki list, S. 16, 9. August 2012.