Belagerung von Metz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Belagerung von Metz
Teil von: Deutsch-Französischer Krieg
Verteidigung von Metz, von Alphonse de Neuville
Verteidigung von Metz, von Alphonse de Neuville
Datum 20. August bis 27. Oktober 1870
Ort Metz, Lothringen
Ausgang Deutscher Sieg
Konfliktparteien
Preussen 1892Preußen Preußen FrankreichFrankreich Frankreich
Befehlshaber
Preussen 1892Preußen Friedrich von Preußen FrankreichFrankreich Francois Bazaine
Truppenstärke
134.000 180.000
Verluste
nicht bekannt 150.000 Gefangene[1]

Die Belagerung von Metz während des Deutsch-Französischen Krieges dauerte vom 20. August bis zum 27. Oktober 1870 und endete mit einer vernichtenden Niederlage für die Franzosen.

Nach der Niederlage bei Gravelotte zog Marschall Bazaine die französische Rheinarmee zurück nach Metz in den Schutz des starken Festungsgürtels. Dort wurden er und seine Truppen ab dem 20. August von der zweiten preußischen Armee unter Führung von Prinz Friedrich Karl (linkes Moselufer) und der ersten Armee, anfangs unter Karl Friedrich von Steinmetz, später unter Edwin von Manteuffel (rechtes Moselufer) eingeschlossen.

Obwohl von Bazaine kein Hilfeersuchen kam, wurde der zweite große Teil der französischen Armee unter dem Kommando von Marschall Patrice de Mac-Mahon aus der Gegend von Châlons zur Verstärkung nach Metz beordert. Auf dem Marsch dorthin wurde sie jedoch in der Schlacht von Sedan am 2. September vernichtet.

Bazaine versuchte ohne Erfolg, den Belagerungsring am 31. August durch den Angriff bei Noisseville zu durchbrechen.

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober ließ Bazaine Infanterie unter Marschall François Certain de Canrobert und in deren Schutz 400 Wagen von Woippy aus nordwärts in die Felder zwischen den Linien vorrücken. Das Ziel, zwei Bauernhöfe mit großen Vorräten an Heu und Lebensmitteln, wurde nicht erreicht.

Ein ähnliches Ziel wurde am 7. Oktober bei der Schlacht bei Bellevue verfolgt. Das heftige Gefecht kostete die Deutschen 1700, die Franzosen 1250 Tote und Verwundete.

Durch das Ausbleiben von Verstärkung und Versorgung sah sich Bazaine gezwungen, am 27. Oktober zu kapitulieren.

Die Anzahl der nach einer Belagerung in Gefangenschaft überführten Soldaten betrug ca. 150.000, eine Zahl, die erst in den Kesselschlachten des Zweiten Weltkrieges übertroffen wurde. 60.000 der Gefangenen wurden mit Zügen nach Süddeutschland transportiert. Die Route führte meist über Ludwigshafen und Mannheim, wo ein Teil der Gefangenen zum Bau des Mühlauhafens eingesetzt wurde.[2]

Die Kapitulation markierte einen Wendepunkt im Deutsch-Französischen Krieg. In zahlreichen französischen Städten kam es zu Volkserhebungen.

Die freigewordenen preußischen Armeen konnten nun gegen die französischen Truppen im Loiretal und als Verstärkung für die Belagerung von Paris eingesetzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • François Roth: La guerre de 70, Verlag Fayard, Nancy 1990, ISBN 2-213-02321-2 (franz.)
  • Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War, Cambridge University Press, ISBN 978-0521617437 (engl.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freiburger Zeitung vom 29. Oktober 1870
  2. Albert Kuntzemüller: Die badischen Eisenbahnen im deutsch-französischen Krieg 1870/71 in: Bericht des Realgymnasium mit Realschule Mannheim, Lessing-Schule - Schuljahr 1913/14, Masur, Mannheim 1914, S. 13 f