Belagerung von Sewastopol

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Geschützbatterie der brit. Marinebrigade vor Sewastopol, zeitgenössische Zeichnung von W. Simpson R.I.
Geschützbatterie der brit. Marinebrigade vor Sewastopol, zeitgenössische Zeichnung von W. Simpson R.I.

Die Belagerung von Sewastopol fand während des Krimkrieges von 1854 bis 1855 zwischen Russland einerseits und dem Osmanischen Reich, Frankreich, Großbritannien und ab 1855 auch Piemont-Sardinien (dem politisch prägenden Vorläuferstaat des späteren Italien) andererseits statt.

Am 12. September 1854 erreichten die verbündeten Briten und Franzosen die Bucht von Jewpatorija, nördlich von Sewastopol, auf der Krim. Nachdem sie in der Schlacht an der Alma siegreich waren begannen sie am 9. Oktober mit der Einschließung Sewastopols. Die russische Schwarzmeerflotte hatte sich im Hafen der Stadt versenkt und verhinderte damit einen Angriff der Alliierten unter Unterstützung ihrer Flotte. Die Befestigungsanlagen waren hauptsächlich nach Norden, zur Seeseite, ausgerichtet. Aus diesem Grund entschieden sich die Alliierten, Sewastopol von Süden zu belagern, wobei die Stadt nie vollständig eingeschlossen wurde. Der deutschbaltische Ingenieuroffizier und spätere General Eduard Iwanowitsch Totleben ließ deshalb kurzfristig ein System von Feldschanzen, Batteriestellungen und Schützengräben anlegen, welches die fast einjährige Verteidigung der Festung ermöglichte.

Die Belagerung war gekennzeichnet durch katastrophale medizinische Zustände bei den Alliierten. So starben der französische und der britische Oberbefehlshaber Saint-Arnaud und Raglan und der Befehlshaber der französischen Flotte Armand Joseph Bruat an der Cholera. Die Russen versuchten die Belagerung am 25. Oktober 1854 in der Schlacht von Balaklawa und am 5. November 1854 in der Schlacht von Inkerman, jeweils erfolglos, zu beenden.

zeitgenössische Karte der Belagerung von Sewastopol
zeitgenössische Karte der Belagerung von Sewastopol

Seit Oktober 1854 fanden wechselseitige Beschießungen der Stellungen statt, bei denen bis dahin ungekannte Mengen von Granaten benötigt wurden. Am 9. April 1855 begann eine besonders intensive Beschießung der Stadt. Der britische Chefingenieur John Fox Burgoyne sah das Zentrum der russischen Stellung im Fort Malakow und konzentrierte das Feuer der Alliierten dort. Im Mai 1855 standen 35.000 Briten und 100.000 Franzosen auf der Krim. Ende Mai trafen dazu noch 14.000 Italiener ein.

Die alliierten Flotten beherrschten das Schwarze Meer, versenkten Transportschiffe und beschossen sowohl militärische als auch zivile Objekte an der Küste. Am 16. August versuchten die Russen noch einmal vergeblich die Belagerung durch die Schlacht bei Tschernaja aufzuheben.

Der Kampf um die Festung Sewastopol erreichte seinen Höhepunkt und den gleichzeitigen Abschluss, nach fast einjähriger Belagerung, mit der Erstürmung des Forts Malakow. Nach seiner Eroberung durch französische Soldaten unter dem Kommando der Generale Patrice de Mac-Mahon und Pierre Bosquet am 8. September 1855 mussten die russischen Verteidiger die gesamte Stadt Sewastopol räumen. Da die Festung die Kontrolle des Schwarzmeerhafens von Sewastopol ermöglichte, sprengten die russischen Truppen die Anlagen und zogen sich zurück.

Am 30. März 1856 schloss Russland daraufhin schließlich mit seinen Kriegsgegnern den Frieden von Paris.


[Bearbeiten] Literatur

  • German Werth: Der Krimkrieg, Frankfurt/M 1989, ISBN 3-548-34949-8
  • Alexander Rodger Battle Honours of the British Empire, 2003, ISBN 1-86126-637-5
  • A. W. Kinglake, The Invasion of the Crimea (neun Bände), London 1863–87. (Nachdruck Naval & Military Press, Mai 2003. – ISBN 978-1843424970)
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