Belair (Fluggesellschaft)

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Belair Airlines
Von Belair genutztes Logo der Air Berlin
Airbus A320-200 der Belair
IATA-Code: 4T
ICAO-Code: BHP
Rufzeichen: BELAIR
Gründung: 2001
Sitz: Opfikon, SchweizSchweiz Schweiz
Heimatflughafen:

Flughafen Zürich

Flottenstärke: 8
Ziele: International
Website: airberlin.com

Belair, offiziell Belair Airlines AG, ist eine aus der ehemaligen Balair aufgegangene Schweizer Fluggesellschaft mit Sitz in Opfikon und Basis auf dem Flughafen Zürich. Sie ist ein Tochterunternehmen der Air Berlin und operiert in deren Markenauftritt und Streckennetz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Balair ab 1925[Bearbeiten]

1925 gründete Balz Zimmermann in Basel die Basler Luftverkehrs AG, kurz Balair, wobei auf den französischen Namen der Stadt Basel, Bâle, zurückgegriffen wurde. Die erste Linie führte von Basel nach Freiburg im Breisgau und Mannheim. Die Balair wuchs rasch – 1929 wurde der Flugplatz Basel-Sternenfeld als (damals noch) grösster Flugplatz der Schweiz von neun Linien (u. a. aus La Chaux-de-Fonds, Zürich, GenfLyon oder Karlsruhe und Frankfurt am Main) direkt angeflogen.

Wegen der Weltwirtschaftskrise mussten die Basler Balair und die Zürcher Ad Astra Aero (lateinisch: Zu den Sternen fliegen) auf Druck des Eidgenössischen Luftamtes am 1. Januar 1931 zur Swissair mit Sitz in Zürich fusionieren.

Während ihres Bestehens flog die Balair über 18'000 Passagiere, 320 Tonnen Fracht und gut 143 Tonnen Post. Geflogen wurde nur im Sommerhalbjahr. Finanziert wurde sie v. a. mit Bundessubventionen und vom Posttransport für die schweizerischen PTT-Betriebe.

Die zweite Balair in den 1950er- bis 1980er-Jahren[Bearbeiten]

Eine Douglas DC-6 der Balair 1976

Die zweite Balair wurde im Januar 1953 gegründet. Das Basler Stimmvolk stimmte am 5. Oktober 1952 der Gründung einer Aktiengesellschaft zu. Hans Peter Tschudin wurde als erster Präsident gewählt.

Die Balair konzentrierte sich in den ersten Jahren auf die Flugschulung und den Flugzeugunterhalt sowie die Abfertigung der Swissair-Maschinen auf dem Flugplatz Basel-Mulhouse. 1957 fand der Einstieg ins Chartergeschäft mit zwei Vickers 610 Viking statt. 1959 erwarb die Swissair eine 40-prozentige Beteiligung an der Balair. Die Flotte wurde um zwei DC-4 der Swissair aufgestockt. Für die Biafra-Hilfe der Organisation Joint Church Aid setzte Balair auch Boeing C-97 Stratofreighter ein.

1979 bestand die Flotte aus einer DC-6, einer DC-9, zwei DC-8 und einer neu hinzugekommenen DC-10 (Kennzeichen HB-IHK).

Ziele während der Winterzeit waren unter anderem Mombasa, Rio de Janeiro, Colombo (Sri Lanka), New York und Los Angeles. Sehr oft waren die Flugzeuge der Balair im Auftrag des IKRK in Krisengebieten unterwegs. Eine Fokker F-27 wurde im Auftrag der Vereinten Nationen betrieben. Mit der DC-6 HB-IBS verfügte die Balair über den letzten viermotorigen Propliner der Schweiz. Die Maschine wurde nach Kanada verkauft und fliegt dort als Löschflugzeug.

Balair-CTA in den 1990ern[Bearbeiten]

Ein Airbus A310-300 der Balair-CTA 1997

Später wurden unter dem Namen Balair Charterflüge der Swissair durchgeführt, 1993 wurden die beiden Chartertöchter Balair und CTA - Compagnie de Transport Aérien mit Sitz in Genf zur Balair-CTA fusioniert. Politisch bedingt, verblieben das Rechtsdomizil der Firma in Genf und die Buchhaltung in Basel, während die operationelle Basis nach Zürich verlegt wurde.

Trotz Restrukturierung und Massenentlassungen konnte das Swissair-Chartergeschäft nicht in die Gewinnzone geführt werden. 1995 wurde der Betrieb eingestellt. Die Kurzstrecken gingen an die Crossair über, die Langstrecken an die Swissair. 1997 wurde das Chartergeschäft wieder ausgelagert, und per 1. November 1997 flog die Balair-CTA als Tochtergesellschaft der Swissair.

Die neue Balair Ende der 1990er[Bearbeiten]

Die Kombination aus Charter- und Linienverkehr bewährte sich dann aber doch nicht, und so wurde 1997 wieder eine Chartertochter der Swissair gegründet, welche unter dem alten Markennamen Balair auftrat. Exklusiv für die Reiseveranstalter Hotelplan und deren Tochtergesellschaften ESCO-Reisen und M-Travel wurden auf Mittel- und Kurzstrecken zwei Boeing 757-200 betrieben, deren Leasingnehmerin Hotelplan selber war. Zudem verfügte die Balair über zwei Boeing 767-300 für Langstrecken.

Auch die neue Balair geriet in den Strudel der Swissair-Krise nach deren Grounding. Am 5. Oktober 2001 landete der letzte Balair-Flug in Zürich. Während die Boeing 767 an die Leasinggeber zurückgingen, transferierte Hotelplan ihre eigenen Boeing 757 in die als Auffanggesellschaft gegründete Belair Airlines.

Von Balair zu Belair Anfang der 2000er[Bearbeiten]

Eine Boeing 757-200 der Belair Anfang 2007
Eine Boeing der Belair in neuerer Variante der Lackierung Mitte 2007

Im Herbst 2001 war für die Verantwortlichen des Reisekonzerns Hotelplan klar, dass mit dem Ende der Swissair und den Airlinebetrieben der SAirGroup auch das Ende der Chartergesellschaft Balair eingeläutet war. Nach Rücksprache mit dem Mutterkonzern Migros gründete Hotelplan die neue Charterfluggesellschaft Belair Airlines, die am 16. Oktober im Handelsregister eingetragen wurde. Diese geringfügige Namensänderung machte es möglich, die beiden (Hotelplan-)eigenen Boeing 757 mit sehr geringem Aufwand provisorisch umzulackieren. Von Balair konnten zudem 120 Angestellte übernommen werden.

Die Flugzeuge blieben einen Tag am Boden, ehe sie – nach dem Übertragen aller betriebsnotwendigen Unterlagen auf die neue Gesellschaft und der Erteilung der Flugbewilligung durch das BAZL – am 3. November 2001 zum ersten kommerziellen Flug der Belair abhoben. Die Flüge der beiden Maschinen führten seither hauptsächlich zu Badeorten am Mittelmeer und in Nordafrika. Neben den beiden Boeing 757-200 (HB-IHR und HB-IHS) wurde mittlerweile wieder eine Boeing 767-300ER (HB-ISE) geleast, die auf Langstrecken eingesetzt wurde.

Neben den regulären Ferienflügen dienten die Belair-767 und die Airbus A330 der Edelweiss Air bereits mehrfach gemeinsam der Rückführung von Ferienreisenden aus Krisengebieten, nach Naturkatastrophen oder Anschlägen. In Zusammenarbeit mit der Rega, der Schweizerischen Rettungsflugwacht, wurde die 757 HB-IHR der Belair so umkonzipiert, dass sie im Falle von Katastrophen als Rettungsflugzeug eingesetzt werden könnte. Somit bildete Belair eine Partnerschaft mit der Rega im Bereich Repatriierungsflüge.

Belair als Teil der Air Berlin Group[Bearbeiten]

Eine frühere Boeing 767-300ER der Belair in abgewandelter Air Berlin-Lackierung

Seit dem 1. November 2007 bestand mit Air Berlin zunächst eine strategische Partnerschaft, in der sich Air Berlin bis 2009 schrittweise bis zu vorerst 49 Prozent am Unternehmen beteiligte. Mit der Kooperation vergrösserte Air Berlin die Präsenz in der Schweiz über das Vertriebsnetz der Hotelplan-Gruppe, umgekehrt steht den Hotelplan-Kunden ein deutlich vergrössertes Flugangebot zur Verfügung. Aus diesem Grund wurden die beiden Boeing 757 in die Farben der Air Berlin umlackiert und in die Flotte integriert. Das erste Flugzeug in den neuen Farben war die HB-IHR.

Seit Oktober 2009 befindet sich die Gesellschaft vollständig im Besitz von Air Berlin. Die Flugzeuge der Belair sind in die Air-Berlin-Flotte integriert und tragen deren Farben.[1] Die bis November 2009 eingesetzten Boeing 757-200ER (HB-IHR und HB-IHS) sowie die Boeing 767-300ER (HB-ISE) wurden zwischenzeitlich ausgemustert.

Mit der Ausflottung der HB-ISE im November 2009 existiert Belair als Marke nicht mehr und dient heute nur noch als Firmenname. Sämtliche Flüge werden nun unter der Marke Air Berlin durchgeführt. Aus verkehrsrechtlichen Gründen werden gewisse Strecken in Nicht-EU-Länder weiterhin unter dem Belair-IATA-Code 4T geführt. Mit der Umflottung auf eine reine Airbus-Flotte sowie dem Ausbau der Flotte auf neun Flugzeuge konnte die Belair die Anzahl an Piloten und Flugbegleitern markant steigern. Die Corps der ehemaligen Air Berlin Switzerland (Air-Berlin-Piloten), der CHS Switzerland (Air-Berlin-Flugbegleiter) sowie der Belair wurden auf den 1. Januar 2010 in der Firma Belair zusammengefasst. Viele der ehemaligen Belair-Flugbegleiter haben das Unternehmen nach dem Wegfall der Langstrecken-Destinationen verlassen. Bedingt durch die Fluktuation konnten viele neue Mitarbeiter für den Beruf des Flugbegleiters gewonnen werden, was mitunter zu einer leichten Verjüngung der Kabinenbesatzungen geführt hat.

Aufgrund der Beherrschung der Gesellschaft wird diese von Berlin aus geführt und von Air Berlin im Jahresabschluss voll konsolidiert.

Flugziele[Bearbeiten]

Belair fliegt im Auftrag und Namen von Air Berlin unterschiedliche Ziele innerhalb deren Streckennetzes ab Zürich, Basel und teilweise auch ab Genf an. Ziele sind hauptsächlich Urlaubsziele rund um das Mittelmeer sowie in Ägypten und auf den Kanaren. Flüge innerhalb der EU werden mit Flugnummer der Air Berlin (AB) durchgeführt, Flüge ausserhalb der EU sind mit einer 4T-Flugnummer der Belair unterwegs.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A319-100 der Belair im Markenauftritt der Air Berlin, zu erkennen an der Schweizer Kennung

Mit Stand September 2014 besteht die Flotte der Belair aus acht Flugzeugen[2], die alle im Markenauftritt der Air Berlin betrieben werden:

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belair Airlines als Mitglied der Air Berlin Group
  2. ch-aviation.ch - Belair (englisch) abgerufen am 29. September 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Belair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien