Beli Orlovi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die serbische paramilitärische Organisation. Für die als Beli Orlovi bezeichnete Fußballmannschaft siehe Serbische Fußballnationalmannschaft.
Abzeichen mit der Aufschrift BELI ORLOVI - 1 DESANTNI BATALJON“ (Weiße Adler - 1. Fallschirmjäger-Bataillon)

Die Weißen Adler (serbisch Бели Орлови/Beli Orlovi), auch bekannt als Osvetnici („Die Rächer“), war eine serbische paramilitärische Einheit im Gefolge der Serbischen Erneuerungsbewegung und der neofaschistischen[1] Serbischen Radikalen Partei.[2][3] Die Einheit war in den Jugoslawienkriegen (zwischen 1991 bis 1995) aktiv.

Symbol und Namensgeber der Weißen Adler war das Wappentier Serbiens, ein weißer gekrönter Doppeladler. Die meisten Mitglieder dieser Einheiten bezeichneten sich selbst als Tschetniks.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die paramilitärische Einheit wurde im Jahr 1991–1992 von Dragoslav Bokan und Mirko Jović gegründet.[5][6][7] Vojislav Šešelj sagte vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) aus, dass die Organisation von Jović gegründet worden sei, er jedoch bald die Kontrolle verloren habe.[8] Gemäß ICTY wurden von den Weißen Adlern zahlreiche Kriegsverbrechen während des Kroatienkrieges und des Bosnienkrieges begangen[9][10], das Massaker in Višegrad, Verbrechen in Foča[11], Gacko[12] und weitere Verbrechen. Mehrere Mitglieder der Weißen Adler wurden vor dem ICTY angeklagt und zum Teil auch verurteilt, darunter auch Milan Lukić[13] und Mitar Vasiljević.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Soucy: Fascism (politics) - Serbia. Encyclopaedia Britannica. Abgerufen am 23. Juli 2011.
  2. "Profile: Vojislav Seselj" BBC News 27 November 2006
  3. Allen, Beverly (1996) Rape Warfare: The Hidden Genocide in Bosnia-Herzegovina and Croatia University of Minnesota Press, Minneapolis, Minnesota, pp. 154-155, ISBN 0-8166-2818-1
  4. United Nations Commission on Breaches of Geneva Law in Former Yugoslavia
  5. Glenny, Misha (1992) The Fall of Yugoslavia: The Third Balkan War Penguin, London, p. 39, ISBN 0-14-017288-2
  6. Tanner, Marcus (1997) Croatia: a nation forged in war Yale University Press, New Haven, Connecticut, p. 245, ISBN 0-300-07668-1
  7. THE INTERNATIONAL CRIMINAL TRIBUNAL FOR THE FORMER YUGOSLAVIA Case No. IT-02-54-T, Prosecution's Second Pre-Trial Brief (Croatia and Bosnia Indictments) 31 May 2002, p. 90
  8. Testimony of Vojislav Šešelj, Transcript of 24 August 2005, p. 43128, lines 6-8
  9. Blaskovich, Jerry (1 November 2002) "The Ghastly Slaughter of Vocin Revisited:Lest We Forget" The New Generation Hrvatski Vjesnik--English supplement
  10. Testimony of Djuro Matovina, Transcript of 7 October 2002, p. 11049, lines 12-16
  11. Testimony of Witness 52, Transcript of 27 March 2000
  12. Testimony of Witness 192, Transcript of 4 May 2000
  13. "AU Washington College of Law: War Crimes Research Office - ICTY Status Reports" 21 February 2006
  14. Croatian "Evening News" 9 September 2001