Bell (Hunsrück)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bell (Hunsrück)
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bell (Hunsrück) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 4′ N, 7° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kastellaun
Höhe: 420 m ü. NN
Fläche: 23,53 km²
Einwohner: 1542 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56288
Vorwahl: 06762
Kfz-Kennzeichen: SIM
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 009
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 1
56284 Kastellaun
Webpräsenz:
Bell
Bell

Bell (Hunsrück) ist eine Großgemeinde in der Verbandsgemeinde Kastellaun inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis, Rheinland-Pfalz (Deutschland). Zu ihr gehören die Orte Bell, Hundheim, Krastel, Leideneck, Wohnroth und Völkenroth mit Blümlingshof und dem Rothenberger Hof.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Der Ortsteil Bell mit 481 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2006), liegt etwa 1 km von Kastellaun und der Hunsrückhöhenstraße entfernt am Rande der Quellmulde der Bäche, die den Mörsdorfer Bach bilden, der an Burg Balduinseck vorbei sein Wasser in den Flaumbach und damit in die Mosel bei Treis ergießt. Das romantische Mühlental kann nur erwandert werden.

[Bearbeiten] Geschichte

Am 17. März 1974 wurden mit der Kommunalreform die Orte Bell, Hundheim, Krastel, Leideneck, Wohnroth und Völkenroth zu einer Gemeinde vereinigt.

[Bearbeiten] Geschichte des Ortes Bell

Rekonstruktion des Wagengrabes von Bell
Rekonstruktion des Wagengrabes von Bell

Bell ist eine sehr alte Siedlung, auch wenn die erste urkundliche Erwähnung im Verzeichnis der jährlichen Abgaben an das Erzbistum Trier, dem liber annalium, erst aus dem Jahre 1220 datiert. Schon der Name ist vorgermanisch, „Bell“ bezeichnet im Keltischen eine Anhöhe. Gräberfunde in der Nähe von Bell, insbesondere das Wagengrab von Bell, zeigen, dass die Gegend früh von Kelten besiedelt war. Die Römer hinterließen Spuren im Nachbarort Hundheim. Außerdem war Bell der Kirchspielort, dem die Orte von Leideneck bis Horn und Alterkülz, selbst die nachmalige Burg- und Residenzstadt Kastellaun und heutiger Hauptort der Verbandsgemeinde zugehörten. Die Nachbarorte mit den Endungen auf -heim und -bach (Hundheim, Michelbach) gehören zu den Orten der ersten Germanischen Landnahme der Franken (500–700) in der Völkerwanderung. Orte mit Ortsnamen auf -roth gehören zur frühmittelalterlichen Rodungsperiode. Diese Orte waren alle jünger als der „Ort auf der Anhöhe“. Bell liegt zudem nahe der keltischen, später römischen Höhenstraße (Römerstraße Hunsrückhöhenstraße).

Bell gehörte seit dem 13. Jahrhundert zur Grafschaft Sponheim. Mit der Einführung der Reformation in der Grafschaft 1557 wurden Kastellaun und Alterkülz mit den von ihnen abhängigen Gemeinden selbständig. Leideneck trennte sich 1854 und teilte sich einen Pfarrer mit Kappel, ist seit 1976 aber wieder mit Bell pfarramtlich verbunden. Die letzten Gemeinden, die die Pfarrei Bell verließen, waren 1926 Spesenroth, das sich Kastellaun anschloss, und 1947 Hasselbach, das heute zur Kirhchengemeinde Alterkülz gehört.

Beller Kirche,rechts daneben das Szenelokal Bell’ Vue
Beller Kirche,rechts daneben das Szenelokal Bell’ Vue

Das Alter der Beller Kirche lässt sich nicht genau bestimmen. Nach dem romanischen Baustil des Turmes wird sie aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammen. Das Kirchenschiff ist wesentlich jünger. Es wurde 1728 „aus den Grundmauern“ neu aufgebaut. Das alte Pfarrhaus wurde als Ersatz für einen älteren Bau 1716 errichtet und stand noch bis 1959. Bemerkenswert sind die drei Glocken. Die älteste, die „kleine Maria“ datiert aus dem Jahr 1313 und ist mit den Glocken von Sohren und Büchenbeuren eine der ältesten Glocken im Hunsrück. Die „große Maria“ wurde 1459 von Thilmann von Hachenburg gegossen. Der Abendmahlskelch von 1483 trägt den Namen des damaligen Pfarrers „Steph’ de Bernkastel“.

Bell hatte unter Krieg und Soldatenbesatzung stark zu leiden. Besonders schlimm war es im Pfälzer Erbfolgekrieg zur Reunionspolitik Ludwig XIV.. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurden Bell französisch, 1814 wurden Bell auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet.

Ramserhof an der Straße zum Beller Bahnhof im Winter
Ramserhof an der Straße zum Beller Bahnhof im Winter

Am Ende des 2. Weltkriegs wurde Bell dank des beherzten Ergreifens und des Hissens einer weißen Fahne auf dem Kirchturm durch Beller Bürger und ihren Pfarrer Rolffs beim Einmarsch der Amerikaner am 13. März 1945 von Zerstörungen verschont. Seit 1947 ist Bell Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Der Beller Pfarrer August Dahl, Raketenaugust, und seine Frau Jutta waren bei den Aktionen gegen die Stationierung von Marschflugkörpern auf der zwischen Bell, Hasselbach und Hundheim errichteten Raketenstation Pydna, führend engagiert.

[Bearbeiten] Ortsgeschichte der weiteren Orte

Wohnroth wird erstmals im Jahr 1220 im so genannten Liber annalium des Erzbistums Trier erwähnt. Hundheim, Krastel, Leideneck und Völkenroth wurden erstmals 1310 im Sponheimischen Gefälleregister genannt und gehörten zur Grafschaft Sponheim. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurden auch diese Ort französisch, 1814 wurden sie auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1947 sind sie Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. 1974 wurden sie mit der Kommunalreform mit Bell zu einer Gemeinde vereinigt.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Beller Markt

Am vorletzten Mittwoch im Juli hält die Ortsgemeinde Bell auf dem Marktgelände an der Hunsrückhöhenstraße B 327 alljährlich ihren traditionellen Beller Markt ab.

Der Markt mit einer Jahrhunderte langen Tradition als Bauernmarkt und Viehhandelsplatz, ist heute eine beliebte Veranstaltung für Touristen und Treffpunkt für die Bevölkerung der gesamten Region. Er lockt jährlich viele tausend Besucher an. Im Schnitt bieten 400 Marktkaufleute, Schausteller und Gastronomen Gästen eine Mischung von Markthandel und Jahrmarktattraktionen. Auch viele heimische Gewerbetreibende stellen ihre Produkte dort aus.

[Bearbeiten] Freizeit und Tourismus

Park Bell, Freizeit auf dem Wasser
Park Bell, Freizeit auf dem Wasser
Märchenwald im Freizeitpark
Märchenwald im Freizeitpark
  • Direkt neben dem Marktplatzgelände und dem Sportplatz der SG Bell, liegt der kleine, in den 1970er Jahren entstandene Freizeitpark Bell. Das Prinzip der kleinen Anlage ist, dass sie „um die Natur herum“ angelegt wurde. Schwerpunkte der Anlage sind ein Märchenwald mit beweglichen Figuren, ein Streichelzoo und einfacheren Attraktionen. Der Park stammt noch aus der Gründerzeit vieler deutscher Freizeitparks und fing wie diese mit einem Märchenwald an. Obwohl abseits der großen Touristenströme gelegen, hat der Park für die nähere Umgegend überregionale und wirtschaftliche Bedeutung.
  • Über Bell hinaus bekannte politische und kulturelle Veranstaltungen finden auf der Saal-Bühne der Gaststätte Bell-Vue statt.

(Die Links zu den Webseiten des Parks und des Bell-Vue sind über die Webseite der Gemeinde erreichbar)

[Bearbeiten] Wirtschaft und Gewerbe

Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde auf Beller Germarkung ( Nähe Beller Bahnhof ) in der Manganerzbergwerk Ilse Bergbau betrieben.

An Gewerbebetrieben sind in und am Ort: eine Kfz- und Lkw-Werkstatt, ein Elektroinstallerteur, eine Goldschmiede und an der Straße zum Beller Bahnhof / Kreuzung Hunsrückhöhenstraße, ein Tief- und Straßenbauunternehmen.

[Bearbeiten] Nachbarorte

Buch Uhler Kastellaun
Wohnroth , Krastel und Mastershausen Bild:Windrose_klein.svg Laubach
Völkenroth Hundheim Hasselbach


[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Bell (Hunsrück) – Bilder, Videos und Audiodateien
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