Bellange

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Dieser Artikel beschreibt die lothringische Gemeinde Bellange. Zum gleichnamigen Zeichner und Kupferstecher siehe Jacques Bellange.
Bellange
Wappen von Bellange
Bellange (Frankreich)
Bellange
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Château-Salins
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 54′ N, 6° 35′ O48.9016666666676.5775235Koordinaten: 48° 54′ N, 6° 35′ O
Höhe 217–327 m
Fläche 3,83 km²
Einwohner 58 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km²
Postleitzahl 57340
INSEE-Code

Bellange (deutsch Böllingen) ist eine französische Gemeinde mit 58 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Château-Salins, zum gleichnamigen Kanton und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Bellange (Moselle) liegt etwa 40 Kilometer südöstlich von Metz im Saulnois auf einer Höhe zwischen 217 und 327 Metern über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt 230 Meter. Das Gemeindegebiet umfasst 3,83 km² (383 Hektar). Auf dem Gemeindegebiet entspringt der Bach Ruisseau de Bellange, der nach der Gemeinde benannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Bellange wurde 1274 als Billange, dann Billingen (1303)[1], Billinguen (1361) urkundlich erwähnt. Es gehörte zur Baillage von Vic-sur-Seille,[2] die wiederum zum Herzogtum Lothringen gehörte. Das Herzogtum Lothringen war seit seiner Gründung als Lotharii Regnum durch Lothar I. mehrmals eigenständig, es gehörte später zeitweise zum Heiligen Römischen Reich und auch zu Frankreich. 1738 wurde es im Frieden von Wien, der den Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) beendete, dem polnischen König Stanislaus I. Leszczyński (1677-1766) zugesprochen und fiel nach dessen Tod im Jahr 1766 an Frankreich.[3] Unter dem Schutz des Herzogtums Lothringen war der Templerorden in Bellange aktiv und ließ unter anderem eine romanische Kirche erbauen. Bis zum 16. Jahrhundert erhielt das Kloster von Neumünster (heute ein Ortsteil von Ottweiler) den Zehnt von Bellange. Danach erhielten die Grafen von Nassau den Zehnt. Im 17. Jahrhundert ging der Zehnt an das Kollegiatstift Saint-Etienne von Vic-sur-Seille, das den Bischöfen von Metz unterstand..[4]

1793 erhielt Bellange im Zuge der Französischen Revolution (1789-1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe, das 1871 in Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870-1871) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) und wurde danach aufgelöst. Bellange lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [5])
1793 1836 1861 1886 1911 1946 1982 1990 2007
188 278 242 185 166 76 50 35 55


Am meisten Einwohner hatte Bellange 1836, danach nahm die Bevölkerungszahl bis 1990 ab, es lebten nur noch 35 Personen in der Gemeinde. Seitdem ist die Einwohnerzahl wieder leicht gestiegen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt auf rotem Grund eine silberne Taube, die das goldene Ölfläschchen des Schutzpatrons Remigius von Reims im Schnabel trägt. Darüber werden zwei goldene Steine gezeigt, Attribute des Stephanus (Étienne), in Erinnerung an das Kollegiatsstift Saint-Étienne.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bellange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Passé-Présent : La Moselle dévoilée n°1 (Mai-Juin 2011)
  2.  Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6 Auflage. 18, Nr. 14+63, Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 14 (in Google Books, abgerufen am 3. März 2010).(französisch)
  3.  Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder: die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In: Beck Historische Bibliothek. 7 Auflage. C.H.Beck, München 2007, ISBN 9783406549861, S. 391f (in Google Books, abgerufen am 25. Februar 2010). (französisch)
  4. [http://www.quid.fr/communes.html?id=21630&mode=detail&style=fiche Bellange auf quid.fr] (französisch) Abgerufen am 3. März 2010, seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.
  5. Bellange auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 3. März 2010
  6. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch) Abgerufen am 3. März 2010