Bellissima

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Filmdaten
Deutscher Titel Bellissima
Originaltitel Bellissima
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Luchino Visconti
Drehbuch Suso Cecchi D'Amico
Francesco Rosi
Luchino Visconti
nach einer Idee von Cesare Zavattini
Produktion Salvo d’Angelo
Musik Franco Mannino
Kamera Piero Portalupi
Schnitt Mario Serandrei
Besetzung

Bellissima aus dem Jahr 1951 ist der dritte Langspielfilm des italienischen Film- und Theaterregisseurs Luchino Visconti. Das Drehbuch schrieb er nach einer Idee von Cesare Zavattini zusammen mit Suso Cecchi D'Amico und Francesco Rosi. Die Koautoren entfernten dabei die von Zavattini angelegte Sentimentalität der Erzählung,[1] die im zeitgenössischen Rom angesiedelt ist. Anna Magnani spielt eine temperamentvolle, eruptive Krankenpflegerin, die ihr talentloses Töchterchen zum Filmstar machen möchte, um aus ihren Lebensumständen auszubrechen. Für dieses Ziel opfert sie ihr Sparbuch und mutet dem Kind viel zu.

Trotz des finanziellen Misserfolgs von Die Erde bebt schlug Produzent Salvo d’Angelo Visconti vor, zusammen noch einen Film zu verwirklichen, besetzt mit Anna Magnani, mit der Visconti schon seit längerem arbeiten wollte.[2][3] Visconti zeigt Magnani in Einstellungen, die sie samt dem sie umgebenden Raum zeigen, wobei der Film über eine äußerst realistische Ausstattung verfügt.[2] Der Filmregisseur Alessandro Blasetti tritt als er selbst auf, der für ein (fiktives) Filmprojekt ein Kind für eine Rolle sucht. Bellissima ist der einzige überwiegend in komischem Ton gehaltene Langfilm in Viscontis Œuvre.[1] Dabei schuf er eine Satire auf das Filmgeschäft, auf Cinécittà und die vom Kino hervorgerufenen Illusionen, wobei er die Vertreter des neorealistischen Stils nicht von der Kritik ausnimmt, insbesondere deren Einsatz von „authentischen“ Laiendarstellern. Das Werk war bei der Berlinale 1952 zu sehen, kam aber erst 1960 in die deutschen Kinos.[4]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Ende der ursprünglichen Vorlage von Zavattini ähnelte demjenigen von Fahrraddiebe. Wie dort der kleine Junge seinen Vater an der Hand nimmt und wegführt, sollte hier die kleine Tochter ihre gedemütigte Mutter tröstend an der Hand nehmen.[1] Die Szene, in der die Filmleute über die verpatzten Probeaufnahmen des kleinen Mädchens, auf denen sie in Tränen ausbricht, lachen, bezeichnete Wolfram Schütte als zentral: „Das Lachen der Filmleute über ein wahres, nicht-gespieltes Gefühl der Angst und des Alleinseins kündigt eine Solidarität des Mitleidens und -empfindens auf, von der einmal der (frühe) Neorealismus glaubte, darin seine wirkliche Erfüllung zu finden. Geblieben ist davon in seiner kommerzialisierten Spätphase nur noch Zynismus.“ Viscontis Kritik gelte auch Blasetti, der anders als die übrigen Filmleute nicht über das Mädchen lacht. Denn Blasetti glaubt, „dieses unverstellte Kind besser für seinen Film ausbeuten zu können, weil es glaubwürdiger und lebensechter ist als die gezierten Puppen, die er sonst gesehen hat“.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Der film-dienst bezeichnete den Film 1954 als „psychologisch genau beobachtet und so voll menschlicher Wärme, daß wir von einem Exempel sprechen müssen“. Visconti habe seiner Hauptdarstellerin das richtige Gewicht zugestanden: Die „außerordentliche“ Magnani „überspielt jeden, der störend in die Welt eindringt, die sie bis zum Rande ausfüllt […] Aber doch nicht so, daß sie alles Leben um sich herum erdrückt. Es ist etwas Ganzes entstanden, das der Wirklichkeit nahe ist.“[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Wolfram Schütte: Kommentierte Filmografie. In: Luchino Visconti, Reihe Hanser Nr. 181, Reihe Film Nr. 4. Carl Hanser Verlag, München 1975, ISBN 3- 446- 12001-7, S. 68–72
  2. a b Giuseppe Ferrara: Luchino Visconti. Editions Seghers, Paris 1970, S. 37–43
  3. Michèle Lagny: Luchino Visconti. Vérités d’une légende. BiFi, Paris 1997 / Durante, Courbevoie 1997, ISBN 2-9509048-7-4
  4. Hans Helmut Prinzler: Daten. In: Luchino Visconti, Reihe Hanser Nr. 181, Reihe Film Nr. 4. Carl Hanser Verlag, München 1975, ISBN 3- 446- 12001-7, S. 150
  5. film-dienst Nr. 25/1954