Bellovaker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte von Gallien im ersten Jahrhundert v. Chr. mit der geographischen Zuordnung der Stammesgebiete

Die Bellovaker (lat.: Bellovaci) waren ein belgischer Volksstamm in Nord-Gallien, der das gesamte Département Oise im heutigen Frankreich bewohnte.

Die Bellovaker werden schriftlich erstmals von dem römischen Feldherrn und Autor Julius Caesar in De Bello Gallico genannt, seinem Bericht über seine Kriege in Gallien. Er berichtet, dass sie sich 57 v. Chr. vor seinen anrückenden Truppen in ihre Stadt Bratuspantium zurückzogen[1]. Die Lage dieser Stadt konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Einige Historiker weisen darauf hin, dass es sich aufgrund der Etymologie um Grattepanche im Département Somme handeln könnte. 51 v. Chr. führte der Häuptling Correus gemeinsam mit dem Atrebaten-König Commius eine letzte gallische Revolte gegen Caesar an, fiel dabei aber schließlich.[2]

Nach ihrer Niederlage gegen Caesar wurde Caesaromagus, das heutige Beauvais, die Hauptstadt der Bellovaker. Der Name Beauvais stammt von der lateinischen Bezeichnung Bellovacensis pagus.[3] Die altehergekommene Annahme, das Caesaromagus mit dem von Caesar genannten Bratuspantium gleichzusetzen sei[4] kann die moderne Archäologie nicht bestätigen, da in Beauvais keinerlei archäologischen Spuren einer vorrömischen Befestigungsanlage oder Siedlung gefunden wurden.

Das Siedlungsgebiet der 'Belovaker' wurde nach ihrer Unterwerfung durch Rom ein Teil der mit Gallien bezeichneten Region des römischen Reiches, mit der Provinzreform des römischen Kaisers Augustus wurden die Bellovaker in die Provinz Gallia Belgica integriert.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Caesar, De bello Gallico 2,4 ff. und 2,13.
  2. Aulus Hirtius, De bello Gallico 8, 17ff.
  3. Ferdinand Lot: La Gaule. Les fondements ethniques, sociaux et politiques de la nation française. Librairie Arthème Fayard, Paris, 1947 (CHAPITRE III, E: La Belgium)
  4. Joseph Justus Scaliger, Thesaurus temporum, Leiden 1606