Belluno

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Belluno
Wappen
Belluno (Italien)
Belluno
Staat: Italien
Region: Venetien
Provinz: Belluno (BL)
Lokale Bezeichnung: Belùn / Bełun
Koordinaten: 46° 8′ N, 12° 13′ O46.13333333333312.216666666667390Koordinaten: 46° 8′ 0″ N, 12° 13′ 0″ O
Höhe: 390 m s.l.m.
Fläche: 147,18 km²
Einwohner: 35.545 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 242 Einw./km²
Stadtviertel Antole, Bes, Bolzano Bellunese, Caleipo, Castion, Castoi, Cavessago, Cavarzano, Cet, Chiesurazza, Cirvoi, Col di Salce, Cusighe, Faverga, Fiammoi, Giamosa, Giazzoi, Levego, Madeago, Miér, Nevegal, Orzes, Pedeserva, Rivamaor, Safforze, Sala, Salce, San Pietro in Campo, Sargnano, Sois, Sopracroda, Sossai, Tassei, Tisoi, Vezzano, Vignole, Visome
Angrenzende Gemeinden Farra d'Alpago, Limana, Longarone, Ponte nelle Alpi, Sedico, Sospirolo, Vittorio Veneto (TV)
Postleitzahl: 32100; 32024
Vorwahl: 0437
ISTAT-Nummer: 025006
Volksbezeichnung: Bellunesi
Schutzpatron: San Martino (11. November)
Website: Belluno

Belluno (venetisch: Bełun, deutsch veraltet: Beilun) ist eine Stadt in Norditalien mit 35.545 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Venetien und liegt am Fluss Piave.

Belluno wurde zur Alpenstadt des Jahres 1999 gekürt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 5. Jahrhundert v. Chr. siedelten auf dem Gebiet des heutigen Belluno die Volksstämme der Veneter und der Kelten, die der späteren Stadt ihren Namen gaben: Belluno kommt vermutlich vom keltischen Ausdruck belo-donum, welcher so viel wie lichte Anhöhe bedeutet. Etwa 300 Jahre später, im 2. Jh. v. Chr., wurde Belluno die römische Reichsstadt Bellunum.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches in den Wirren der Völkerwanderung um 500 wurde die Stadt wiederholt von den Germanen angegriffen und auch eingenommen, aber schließlich von Justinian zurückerobert, bis sie dann um 580 an die Langobarden fiel. Ende des 8. Jahrhunderts kam Belluno schließlich unter karolingische Herrschaft.

Im 10. Jahrhundert dehnte Giovanni II., Bischof von Belluno, sein Einflussgebiet bis ins Cadore, nach Jesolo, Bassano und Venzone aus.

1249 eroberte Ezzelino da Romano die Stadt, worauf die Herrschaft der Camineser und Scaliger folgte.

1360 wurde Belluno dem Territorium von Carrara zugeschlagen, 1404 wurde es an Venedig abgetreten.

In den Jahren 1508 bis 1512 nahm Belluno am Krieg Venedigs gegen die Liga von Cambrai teil.

In den nächsten Jahren wurden immer neue Kulturpflanzen in Europa bekannt, wie zum Beispiel die Bohne, der Mais oder die Kartoffel, was die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in Belluno stark veränderte.

1797 marschierten die napoleonische Truppen in Belluno ein, hierauf folgte eine fast zehnjährige Herrschaft durch Franzosen und Österreicher, bis Belluno im Jahre 1806 Hauptstadt des Dipartimento del Piave im neu gegründeten Italienischen Königreich wurde.

Nach dem Fall Napoléons I. 1815 wurde das Belluneser Land in das Königreich Lombardo-Venetien eingegliedert. Während 1848 noch ein starkes Unabhängigkeitsbestreben unter den Einwohnern Bellunos herrschte, schloss sich die Stadt 18 Jahre später gemeinsam mit Venetien als Provinzhauptstadt dem Königreich Italien an.

Belluno

1886 wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie Treviso-Belluno begonnen, welche bis 1914 bis Calalzo verlängert worden ist.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Annexion Südtirols sowie des Trentino wurde der südöstliche Teil des Letzteren zusammen mit Cortina d’Ampezzo abgetrennt und der Provinz Belluno zugeordnet.

In den Jahren 1943–1945 gab es in der Bevölkerung großen Widerstand gegen das Regime der von Deutschland abhängigen faschistischen Repubblica Sociale Italiana. Zahlreiche Bürger schlossen sich der Resistenza an und kämpften gegen die Truppen Mussolinis und die deutsche Wehrmacht.

Am 9. Oktober 1963 trat der Stausee des Vajont aufgrund eines Bergrutsches über die unversehrte Staumauer, worauf sich 50 Millionen Kubikmeter Wasser in das Tal ergossen. Mehrere Dörfer wurden vollständig zerstört, es gab fast 2.000 Tote und die Auswirkungen des Unglücks waren auch im etwa 20 km entfernten Belluno zu spüren.

Im Jahre 1993 wurde der Nationalpark Bellunesische Dolomiten eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Wenige Kilometer nordöstlich von Belluno, bei Ponte nelle Alpi, trifft die aus Süden kommende Autostrada A27 auf die aus Norden kommende Strada Statale 51 di Alemagna. Belluno ist an diese Verkehrsachse über die Strada Statale 50 del Grappa e del Passo Rolle angebunden, die in südwestlicher Richtung bis nach Feltre und ins Trentino führt. Belluno hat einen Bahnhof und einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Belluno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.